Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025
Deutlicher Rückgang der Kokainpreise. Eine Analyse der Durchschnittspreise auf verschiedenen Handels-ebenen zwischen 2021 und 2025 in Deutschland zeigt einen starken Preisverfall, insbesondere auf der Großhandelsebene (circa -25 Prozent). Auf der mittleren Handelsebene war der Rückgang mit 7,7 Prozent moderater, während der Straßenhandelspreis um 8,2 Prozent fiel.
Kokain ist in allen Gesellschaftsschichten als "Lifestyle-droge" etabliert, von einer flächendeckenden Versorgungsmöglichkeit für Konsumierende ist auszugehen. Im Gegensatz zu den Vorjahren liegen die Fallzahlen zu Kokain einschließlich Crack im Jahr 2025 um +10,2 Prozent über denen von Amphetamin und dessen Derivaten inklusive Ecstasy. Der leichte Anstieg bei den Metamphetaminzahlen dürfte im Rahmen der üblichen Schwankungen liegen.
Der erneute Anstieg der Fallzahlen im Bereich der Neuen psychoaktiven Stoffe (NPS) ist auf ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren zurückzuführen. Einen wesentlichen Beitrag leisten verstärkte Ermittlungen im Bereich NPS, insbesondere auch im Zusammenhang mit Justizvollzugsanstalten und Funden sogenannter „JVA-Papiere“. Bei sogenanntem „JVA-Papier“ handelt es sich u. a. um normales, handelsübliches Papier oder Briefumschläge, die mit Neuen psychoaktiven Stoffen (NPS) versetzt wurden. In den überwiegenden Fällen kommen hierbei Synthetische Cannabinoide zum Einsatz. Typischerweise werden die Reinstoffe bzw. sogenannten Research Chemicals über das Internet bezogen, mithilfe eines Lösungsmittels zu einer Flüssigkeit („Liquid“) verarbeitet und anschließend auf Papier aufgetragen. Darüber hinaus können bereits mit NPS versetzte Papiere vergleichsweise einfach über Onlineshops im Clearweb bestellt werden. Das Angebot reicht von imprägnierten DIN-A4-Blättern und Briefumschlägen bis hin zu fertigen Liquids, die zur eigenständigen Präparierung von Papier genutzt werden können. Gleichzeitig bleibt die synthetische Droge Ketamin ein Hauptfaktor der Entwicklung. Die Substanz ist breit verfügbar, weist eine hohe Nachfrage auf und etabliert sich zunehmend in unterschiedlichen Konsumkontexten. Auch gesetzliche Anpassungen wirken sich auf die Entwicklung der Fallzahlen aus. Durch Erweiterungen des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes (NpSG) wurden zusätzliche Stoffgruppen erfasst. Verstärkte Präventions- und Aufklärungsarbeit (z.B. KPK-Kampagne „Lethal Highs“, BKA-Kampagne #gefährlichbunt) tragen mutmaßlich zu einer erhöhten Anzeige- und Entdeckungswahrscheinlichkeit bei.
LSD spielt mit absoluten Fallzahlen auf vergleichsweise niedrigem Niveau weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.
Grundsätzlich steht die Entwicklung der Fallzahlen bei Rauschgiftdelikten auch in Beziehung zu etwaigen Veränderungen im Bereich der polizeilichen Kontrolltätigkeit.
Schlüssel Straftaten nach dem Arzneimittelgesetz
| Art | Anzahl 2025 | Veränderung absolut | Veränderung in % | AQ 2025 | AQ 2024 |
|---|---|---|---|---|---|
| 716400 Straftaten nach dem Arzneimittelgesetz | 6.039 | 1.199 | 24,8 | 70,1 | 78,2 |
| aufgeklärte Fälle | 4.235 | 449 | 11,9 | ||
| Tatverdächtige | 4.073 | 519 | 14,6 | ||
| deutsche TV | 2.107 | -10 | -0,5 | ||
| nichtdeutsche TV | 1.966 | 529 | 36,8 | ||
| darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer | 930 | 248 | 36,4 |
Die Straftaten nach dem Arzneimittelgesetz sind im Vergleich zum Vorjahr um +1.199 Fälle auf 6.039 Fälle angestiegen (+24,8 Prozent). Die Zunahme ist unter anderem auf ein umfangreiches Ermittlungsverfahren wegen des unerlaubten Handels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in Berlin zurückzuführen.