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PKS 2024 · S. 35 / 68

4.4 – T17b

Schlüssel Rauschgiftdelikte Trend 2024

Delikt Anzahl 2024 Anzahl 2023 Veränderung absolut Veränderung in % AQ 2024 AQ 2023
Amphetamin und Derivate (inkl. Ecstasy) 39.133 40.380 -1.247 -3,1 89,2 90,2
Aufgeklärte Fälle 34.908 36.409 -1.501 -4,1
Tatverdächtige 32.426 34.203 -1.777 -5,2
deutsche TV 25.228 27.239 -2.011 -7,4
nichtdeutsche TV 7.198 6.964 234 3,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer 1.523 1.350 173 12,8
Methamphetamin 11.070 10.446 624 6,0 90,1 92,9
Aufgeklärte Fälle 9.975 9.701 274 2,8
Tatverdächtige 9.150 8.849 301 3,4
deutsche TV 7.076 6.968 108 1,5
nichtdeutsche TV 2.074 1.881 193 10,3
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer 457 378 79 20,9
Cannabis und Zubereitungen 101.345 215.865 -114.520 -53,1 88,5 91,3
Aufgeklärte Fälle 89.713 197.173 -107.460 -54,5
Tatverdächtige 85.379 176.634 -91.255 -51,7
deutsche TV 54.158 117.836 -63.678 -54,0
nichtdeutsche TV 31.221 58.798 -27.577 -46,9
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer 9.741 17.229 -7.488 -43,5

* Inhaltliche Schlüsseländerung wegen der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen Zubereitungen ab dem 01.04.2024. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist nicht gegeben.

Die Zahl der erfassten Rauschgiftdelikte in der PKS sank insbesondere durch die Teillegalisierung von Cannabis im vergangenen Jahr insgesamt um rund ein Drittel auf 228.104 Fälle (-34,2 Prozent). Gleichzeitig stellte die Polizei bei LSD (+32,6 Prozent) und Neuen psychoaktiven Stoffen (NPS) (+41,6 Prozent), beides Rauschgiftarten mit vergleichsweise niedrigen Fallzahlen, sowie erneut bei Kokain einschließlich Crack (+4,8 Prozent) einen eher moderaten Anstieg der Delikte fest. Die Deliktszahlen für Heroin sanken dagegen um 14,8 Prozent.

Ein Grund für die Zunahme der Deliktszahlen für Kokain und Crack dürfte in der hohen Verfügbarkeit von Kokain in Deutschland und Europa zu sehen sein, die durch große Kokainanbauflächen und Produktionsmengen in Südamerika begünstigt wird. Polizei und Zoll gehen in enger Zusammenarbeit mit internationalen Partnern konsequent gegen Strukturen der organisierten Kriminalität vor, um den Drogenhandel nachhaltig zu bekämpfen.

Kokain ist in allen Gesellschaftsschichten als "Lifestyledroge" etabliert, es ist von einer flächendeckenden Versorgungsmöglichkeit für Konsumierende auszugehen. Nach wie vor liegen die Fallzahlen zu Amphetamin und dessen Derivaten inklusive Ecstasy über denen von Kokain, wobei aber eine deutliche Annäherung festzustellen ist. Der leichte Anstieg bei den Methamphetaminzahlen dürfte im Rahmen der üblichen Schwankungen liegen.

Der deutliche Anstieg bei NPS resultiert hauptsächlich aus Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Justizvollzugsanstalten. Hierbei handelt es sich bspw. um Funde von Papierstücken (sog. „JVA-Papiere“), auf denen NPS aufgebracht waren, sowie um Feststellungen durch die Vornahme von Drogentests bei Insassen. Darüber hinaus dürften sich hier auch deutliche Anstiege der Fallzahlen in Bezug auf die synthetische Droge Ketamin niederschlagen.

Die absoluten Fallzahlen bei LSD sind auf einem vergleichbar geringen Niveau, daher hebt sich eine Steigerung um lediglich 200 Fälle in Prozenten gleich deutlich hervor. LSD spielt aber faktisch weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.

Quelle: PKS Bundeskriminalamt, 2024, V1.0Zu dieser Seite fragenOriginal beim BKA