2024
Ausgewählte Zahlen im Überblick
Polizeiliche Kriminalstatistik
2 PKS 2024
V5.0
Die Innenministerinnen und Innenminister sowie die Innensenatorin und der Innensenator der
nder und des Bundes haben sich im März 2025 mit der Polizeilichen Kriminalstatistik 2024
befasst und den nachstehenden Bericht durch einstimmigen Beschluss zur Kenntnis genommen.
Die Kriminalität in der Bundesrepublik Deutschland
- Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2024
Inhaltsverzeichnis
1 Allgemeine Hinweise 4
2 Ziel, Inhalt, Aussagekraft und Besonderheiten 6
3 Überblick 2024 10
3.1 Straftaten 10
3.2 Tatverdächtige 12
3.3 Opfer 12
4 Ausgewählte Aspekte der Kriminalitätsentwicklung 14
4.1 Straftaten insgesamt 14
4.2 Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße 15
4.3 Auslandstaten mit Erfolgsort in Deutschland insgesamt (PKS-Ausland) 15
4.4 Ausgewählte Straftaten/-gruppen 16
5 Überblick Straftatenanteile 37
6 Langfristige Entwicklung 39
6.1 Kriminalität insgesamt 39
6.2 Langfristige Entwicklung in ausgewählten Kriminalitätsbereichen 41
6.3 Entwicklung der Aufkrungsquoten 44
6.4 Entwicklung der Tatverdächtigenzahlen 45
7 Tatverdächtige 46
7.1 Tatverdächtige bei „Straftaten insgesamt“ 46
7.2 Tatverdächtige bei „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße 48
7.3 Tatverdächtigenbelastungszahl bei „Straftaten insgesamt 49
7.4 Tatverdächtigenbelastungszahl bei „Straftaten insgesamt ohne ausnderrechtliche
Verstöße 50
7.5 Nichtdeutsche Tatverdächtige nach Staatsangehörigkeit 53
8 Opfer 54
8.1 Überblick Opfer 54
8.2 Altersstruktur und Geschlecht der Opfer 55
8.3 Nichtdeutsche Opfer nach Staatsangehörigkeit 56
8.4 Vollstreckungsbeamtinnen und -beamte sowie Polizeivollzugsbeamtinnen und -
beamte (PVB) als Opfer 57
9 Erläuterungen zu den Tabellen 59
10 Glossar und Abrzungsverzeichnis 60
10.1 Glossar 60
10.2 Abkürzungsverzeichnis 66
Impressum 68
4 PKS 2024
V5.0
1
Auf der Homepage des Bundeskriminalamtes (BKA) (www.bka.de) ist über den Pfad „Aktuelle
Informationen/Statistiken und Lagebilder“ die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zu finden.
Zusätzlich stehen dort auch eine Vielzahl von Tabellen zu Fällen, Tatverdächtigen und Opfern
sowie Zeitreihen zum Abruf bereit.
Gemäß Bundesgleichstellungsgesetz § 4 Abs. 3 soll in Rechts- und Verwaltungsschriften sowie im
dienstlichen Schriftverkehr die Gleichstellung von Frauen und Männern sprachlich zum Ausdruck
gebracht werden. Diese Vorgabe wird analog auch auf diese Publikation angewandt. Folgende
Gegebenheiten müssen jedoch berücksichtigt werden:
Geschlechtsspezifische Formulierungen können nur verwendet werden, wenn die Texte in der
Formulierungshoheit der Autorin/des Autors liegen.
Katalogwerte sind definierte Begriffe und können in dieser Publikation nicht abweichend von
der getroffenen Festlegung in geschlechtsspezifischen Schreibweisen verwendet werden
(Katalogwerte werden in Anführungszeichen dargestellt).
Zitate aus anderen Vorschriften/Publikationen/Texten, die nicht geschlechtsspezifisch
formuliert sind, können ebenfalls nicht geändert werden.
Begriffe und Abkürzungen
Bei der tabellarischen Darstellung von Informationen zu Straftaten/-gruppen werden immer der
Straftatenschlüssel und dessen Bedeutung (diese ggf. gekürzt) angegeben. Die Übersicht über alle
für das aktuelle Berichtsjahr gültigen Straftatenschlüssel inklusive der vollsndigen Bezeichnung
ist im PKS-Straftatenkatalog enthalten, der auf der Homepage abrufbar ist.
rDiebstahl ohne erschwerende Umstände (Schlüssel 3***00)“ sowie „Diebstahl unter
erschwerenden Umsnden (Schlüssel: 4***00)“ werden die Begriffe „einfacher Diebstahl“ und
„schwerer Diebstahl verwendet.
Der PKS-Straftatenkatalog enthält zudem eine Auflistung aller Summenschlüssel, mit denen in
einigen Deliktsbereichen nach fachlich definierten Anforderungen mehrere Straftatenschlüssel zu
einer Straftatengruppe zusammengefasst werden, z. B. „892000 Gewaltkriminalität“. Welche
einzelnen Straftatenschlüssel den Summenschlüsseln jeweils zugeordnet sind, ist dem Dokument
Übersicht Summenschlüssel zu entnehmen, das ebenfalls auf der Homepage des BKA abrufbar ist.
Fachbegriffe und Abkürzungen werden im Kapitel „Glossar und Abkürzungsverzeichnis“ erläutert.
Datenvergleiche
Die Tabellen der PKS werden auf Basis der Einzeldatensätze in den Landeskriminalämtern und dem
BKA nach festgelegten Regeln erstellt. Systembedingt können die auf Bundesebene ermittelten
Werte geringe Abweichungen zu den in den Ländern veröffentlichten Daten aufweisen.
Aufgrund von Auf- bzw. Abrundungen bei Prozentzahlen ergibt sich unter Umständen bei der
Addition der jeweiligen Prozentzahlen ein Wert ungleich 100 Prozent.
Änderungen in Rechtsvorschriften, aber auch bei den Erfassungsmodalitäten führen oftmals zu
Einschränkungen in der Vergleichbarkeit der Daten mit den Vorjahren. In Tabellen, in denen
Entwicklungen dargestellt sind, werden die betroffenen PKS-Schlüssel entsprechend
gekennzeichnet. Eine korrespondierende Kennzeichnung der übergeordneten Schlüssel bzw. der
Summenschlüssel erfolgt in der Regel nicht.
Betrachtungszeitraum der Kriminalitätsentwicklung
Der Zeitraum für die Betrachtung der Kriminalitätsentwicklung ist auf 15 Jahre festgelegt. Im
Bericht zur PKS 2024 beginnen die Zeitreihen folglich mit dem Basisjahr 2010.
6 PKS 2024
V5.0
2 Ziel, Inhalt, Aussagekraft und Besonderheiten
Ziel
Die PKS dient
der Beobachtung der Kriminalität insgesamt und einzelner Deliktsarten, des Umfangs und der
Zusammensetzung des Tatverdächtigenkreises sowie der Veränderung von
Kriminalitätsquotienten sowie
der Erlangung von Erkenntnissen zur vorbeugenden und verfolgenden
Kriminalitätsbekämpfung, für organisatorische Planungen und Entscheidungen sowie für
kriminologisch-soziologische Forschungen und kriminalpolitische Maßnahmen.
Inhalt
Die PKS ist eine sogenannte Ausgangsstatistik. Das bedeutet, dass in ihr die der Polizei bekannt
gewordenen und durch sie endbearbeiteten Straftaten, einschließlich der mit Strafe bedrohten
Versuche und der vom Zoll bearbeiteten Rauschgiftdelikte
1
, abgebildet werden und eine statistische
Erfassung erst bei Abgabe an die Staatsanwaltschaft erfolgt.
Nicht enthalten sind Staatsschutzdelikte, Verkehrsdelikte (mit Ausnahme der Verstöße gegen
§§ 315, 315b StGB und § 22a StVG), Ordnungswidrigkeiten und Verstöße gegen strafrechtliche
Landesgesetze, mit Ausnahme der einschlägigen Vorschriften in den Landesdatenschutzgesetzen.
Straftaten, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland begangen wurden oder deren Tatort in
Gänze unbekannt ist, deren Erfolgsort aber in der Bundesrepublik liegt, werden gesondert in der
PKS-Ausland
2
erfasst und sind in diesem Bericht entsprechend gekennzeichnet. Diese Straftaten
sind nicht in den allgemeinen PKS-Daten (=PKS-Inland) enthalten und werden hier nicht
mitgezählt oder hinzuaddiert.
Delikte, die nicht zum Aufgabenbereich der Polizei geren (z.B. Finanz- und Steuerdelikte) bzw.
unmittelbar bei der Staatsanwaltschaft angezeigt und ausschließlich von ihr bearbeitet werden (z.B.
Aussagedelikte), sind ebenfalls nicht in der PKS enthalten.
Die PKS enthält insbesondere Angaben über
Art und Anzahl der erfassten Straftaten,
Tatort und Tatzeit,
Opfer und Schäden,
Aufklärungsergebnisse,
Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und andere Merkmale der Tatverdächtigen.
Die nachstehenden Aussagen beziehen sich, soweit nicht anders vermerkt, auf das Bundesgebiet
insgesamt.
1
Im Jahr 2017 wurde der Wirkbetrieb zur Erfassung der Rauschgiftdelikte durch den Zoll aufgenommen.
2
Seit 2020 werden Straftaten, die im Ausland (oder unbekanntem Tatort) begangen wurden und im Inland ihren Erfolgsort haben, in
einem an die (Inlands-)PKS angelehnten System erfasst. Nach einer Pilot-/Erprobungsphase und Anpassungen liegen ab diesem
Berichtsjahr valide Daten der PKS-Ausland vor.
Aussagekraft
Die Aussagekraft der PKS ist insbesondere durch folgende Punkte begrenzt:
Dunkelfeld
In der PKS wird nur das sogenannte Hellfeld also die der Polizei bekannt gewordene Kriminalität
erfasst. Aufgrund fehlender statistischer Daten kann das sogenannte Dunkelfeld die der Polizei
nicht bekannt gewordene Kriminalität in der PKS nicht abgebildet werden. Änderungen im
Anzeigeverhalten der Bevölkerung oder in der Verfolgungsintensität der Polizei können die Grenze
zwischen dem Hell- und Dunkelfeld verschieben, ohne dass sich der Umfang der tatsächlichen
Kriminalität verändert hat. Sogenannte Viktimisierungssurveys bei denen zufällig ausgewählte
Personen aus der Bevölkerung u. a. dazu befragt werden, ob sie innerhalb eines bestimmten
Zeitraums Opfer von Straftaten geworden sind erlauben es, den Umfang des kriminalstatistischen
Dunkelfeldes abzuschätzen. Durch wiederholte Befragungen dieser Art kann festgestellt werden, ob
sich die Relation von Hell- und Dunkelfeld verändert hat. Bislang wurden unter Beteiligung des
BKA drei bundesweite Viktimisierungssurveys in den Jahren 2012, 2017 und 2020 durchgeführt.
Dabei stellt der Viktimisierungssurvey des Jahres 2020 den Auftakt zu der periodisch angelegten
StudieSicherheit und Kriminalität in Deutschland (SKiD) dar, die das BKA in Zusammenarbeit
mit den Polizeien der Länder durchführt. Die zentralen bundesweiten Ergebnisse des ersten Zyklus
wurden im November 2022 im Rahmen einer Bundespressekonferenz vorgestellt und in einem
ausführlichen Bericht veröffentlicht
3
. Über die Erkenntnisse dieser ersten Befragungswelle hinaus
werden durch zukünftige Wiederholungen der Studie Veränderungen und langfristige
Entwicklungen des Kriminalitätsaufkommens und Sicherheitsgefühls in der Gesellschaft
identifiziert werden können. Im Rahmen der zweiten Erhebungswelle von SKiD wurden von
Februar bis Juni 2024 erneut zufällig ausgewählte Personen in der Bevölkerung zu ihren
Erfahrungen mit Kriminalität befragt.
Erste Ergebnisse werden voraussichtlich im Herbst 2025 veröffentlicht.
Einflussfaktoren
Folgende Aspekte können die Entwicklung der Zahlen in der PKS beeinflussen:
Anzeigeverhalten (zum Beispiel unter Versicherungsaspekten),
polizeiliche Kontrollintensität,
Änderung der statistischen Erfassung,
Änderung des Strafrechts,
echte Kriminalitätsänderung.
Die PKS bietet kein exaktes Spiegelbild der Kriminalitätswirklichkeit, sondern eine je nach
Deliktsart mehr oder weniger genaue Annäherung an die Realität.
Erfassungs-/Bewertungskriterien
Die Erfassung in der PKS erfolgt vorrangig anhand gesetzlicher Tatbestände und nur eng begrenzt
auch unter kriminologischen Gesichtspunkten.
Die Registrierung erfolgt bei Abgabe des Vorgangs an die Staatsanwaltschaft. Die Aktualität der PKS
wird daher durch Straftaten mit langer Ermittlungsdauer gemindert.
3
Birkel, Christoph et al. (2022): Sicherheit und Kriminalität in Deutschland SKiD 2020. Bundesweite Kernbefunde des
Viktimisierungssurvey des Bundeskriminalamts und der Polizeien der Länder. Hg. v. Bundeskriminalamt. Wiesbaden. Online abrufbar
unter URL:
https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/Publikationsreihen/Forschungsergebnisse/SKiD2020_Ergebnisse_V1.
4.html?nn=135374.
8 PKS 2024
V5.0
Die PKS beruht auf dem Erkenntnisstand bei Abschluss der polizeilichen Ermittlungen. Straftaten
werden zum Teil von der Polizei, insbesondere wegen des unterschiedlichen Ermittlungsstandes,
anders bewertet als von der Staatsanwaltschaft oder den Gerichten. Deswegen und auch aufgrund
unterschiedlicher Erfassungszeiträume und -grundsätze lässt sich die PKS mit den
Rechtspflegestatistiken der Justiz (z.B. Strafverfolgungsstatistik) nicht vergleichen.
Die PKS differenziert zwischen deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen (TV). Kriterium ist
die Staatsangehörigkeit. Ein eventueller Migrationshintergrund wird nicht berücksichtigt, da
aufgrund der Freiwilligkeit einer entsprechenden Angabe eine durchgängige Erfassung nicht
gewährleistet ist.
Besonderheiten
In Kapitel 3 „Überblick 2024“ werden erstmals auch Daten der PKS-Ausland zu Straftaten insgesamt
sowie zu Betrug und Cybercrime genannt.
In Kapitel 4 Ausgewählte Aspekte der Kriminalitätsentwicklungwerden bei Gewaltkriminalität
zusätzlich die Anzahl und die Anteile der Messerangriffe aufgeführt, die Verteilung der Fälle nach
Tatörtlichkeiten bzw. Ereignissen dargestellt, Betrugs- und Diebstahlsphänomene differenzierter
ausgewiesen sowie detailliertere Informationen aus der PKS-Ausland präsentiert.
In Kapitel 7 Tatverdächtige“ wird nun auch die Entwicklung der nichtdeutschen Tatverdächtigen
ins Verhältnis zur entsprechenden Bevölkerungsentwicklung gesetzt. Die Berechnungsgrundlage
der Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ)
4
hat sich in dem Zuge sowohl für die deutschen als auch
nun für die nichtdeutschen Tatverdächtigen geändert und bezieht sich nun auf das Verhältnis der
Tatverdächtigen ab 8 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland zu 100.000 Einwohnerinnen und
Einwohnern ab 8 Jahren.
In Kapitel 8 „Opfer“ ist zu beachten, dass durch die Ausweitung der Opfererfassung auf weitere
Delikte
5
die Daten zu den Opfern nur eingeschränkt mit denen der Vorjahre vergleichbar sind.
Zudem wird ab diesem Berichtsjahr der Verletzungsgrad bei Polizeivollzugsbeamtinnen und -
beatmen als Opfer (tödlich, schwer oder leicht verletzt) ergänzend genannt.
4
Siehe Details im Glossar.
5
Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen § 201a StGB, Beleidigung
auf sexueller Grundlage § 185 StGB, Üble Nachrede auf sexueller Grundlage § 186 StGB, Verleumdung auf sexueller Grundlage § 187
StGB.
Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis seit dem 01.04.2024:
Die Fall- und TV-Zahlen bei Straftaten insgesamt bzw. Straftaten insgesamt ohne
ausländerrechtliche Verstöße zum Berichtsjahr 2024 sind nicht mit denen des Vorjahres
vergleichbar. Gleiches gilt für die Rauschgiftdelikte für die Gewaltkriminalität trifft dies
nicht zu. Durch die Gesetzesänderung hat sich die Strafbarkeit i.Z.m. dieser Droge reduziert.
Unter der Annahme, dass sich die Fall- und TV-Zahlen insgesamt von 2023 auf 2024 im Fünf-
Jahres-Durchschnitt und damit unabhängig von der Gesetzesänderung entwickelt hätten,
wären jeweils bei Straftaten insgesamt bzw. Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche
Verstöße von 2023 auf 2024 kein leichterckgang, sondern ein leichter Anstieg zu
verzeichnen gewesen.
Fazit: Der Rückgang der Fall- und TV-Zahlen insgesamt ist deutlich von der o.g.
Gesetzgebung beeinflusst.
Im Bericht werden zudem folgende optische Hervorhebungen bei der Darstellung der Trends
genutzt, um die Entwicklungen auf den ersten Blick besser erfassen zu können.
Veränderung in %:
<= - 10,0
> -10,0 bis <= -5,0
> -5,0 bis < 5,0
>= 5,0 bis < 10,0
>= 10,0
10 PKS 2024
V5.0
3 Überblick 2024
3.1 Straftaten
Straftaten insgesamt
Im Berichtsjahr 2024 wurden bundesweit insgesamt 5.837.445 Fälle registriert. Im Vergleich zum
Jahr 2023 bedeutet das einen Rückgang von -1,7 Prozent (2023: 5.940.667).
Der Rückgang der Fallzahlen ist durch den deutlichen Fallzahlenrückgang bei den
Rauschgiftdelikten insbesondere aufgrund der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von
Cannabis und dessen Zubereitungen seit dem 01.04.2024 begründet. Die Vergleichbarkeit mit dem
Vorjahr ist damit nicht gegeben.
Im Vergleich zum letzten Jahr ohne Corona-bedingte Einschränkungen (2019: 5.436.401 Fälle) ist
die Fallzahl 2024 um 7,4 Prozent höher.
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 3.385.919 (2023: 3.469.752 Fälle) aufgeklärt. Dies entspricht einer
Aufklärungsquote von 58,0 Prozent (2023: 58,4 Prozent).
Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße
Betrachtet man die „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße“, so liegt der
Rückgang bei -1,6 Prozent. Für das Jahr 2024 wurden bundesweit insgesamt 5.550.106 Fälle
registriert, im Vorjahr lag die Zahl bei 5.641.758. Im Vergleich zu 2019 (5.270.782 Fälle) kam es zu
einem Anstieg dieser Straftaten von 5,3 Prozent.
Wesentliche Straftaten/-gruppen
Nachfolgend werden ausgewählte Straftaten/-gruppen dargestellt, bei denen der Anstieg oder der
Rückgang mehr als 5,0 Prozent beträgt.
Anstiege 2024 im Vergleich zu 2023 (mindestens +5,0 Prozent und mehr als 500 Fälle) waren u.a.
zu verzeichnen bei:
Wirtschaftskriminalität (+ 57,6 Prozent, +22.433 Fälle)
Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) (+41,6 Prozent, +1.250 Fälle)
Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter Daten von Zahlungskarten (+9,2 Prozent, +1.984
Fälle)
Vergewaltigung, sexuelle tigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl.
mit Todesfolge (+9,3 Prozent, +1.134 Fälle)
Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung jugendpornographischer Inhalte (+8,5 Prozent,
+750 Fälle)
Beleidigung (+5,8 Prozent, +13.718 Fälle)
Straftaten gegen die persönliche Freiheit (+5,3 Prozent, +15.111 Fälle), insbesondere bedingt
durch:
Bedrohung (+7,0 Prozent, +12.892 Fälle)
Nachstellung (Stalking) (+6,9 Prozent, +1.587 Fälle)
Rückgänge 2024 im Vergleich zu 2023 (mindestens -5,0 Prozent und mehr als 500 Fälle) waren u.a.
zu verzeichnen bei:
Rauschgiftdelikte (-34,2 Prozent, -118.773 Fälle)
darunter:
Cannabis und Zubereitungen (-53,1 Prozent, -114.520 Fälle)
6
Heroin (-14,8 Prozent, -1.496 Fälle).
Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte (-12,7 Prozent, -676 Fälle)
Waren- und Warenkreditbetrug (-10,7 Prozent, -28.065 Fälle), darunter:
§ 263 a StGB (-18,8 Prozent, -5.775 Fälle)
Tankbetrug (-11,4 Prozent, -10.973 Fälle)
Unerlaubter Aufenthalt (-5,2 Prozent, -9.784 Fälle)
Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinderpornographischer Inhalte (-5,2 Prozent,
-2.337 Fälle)
Ausspähen, Abfangen von Daten einschl. Vorbereitungshandlungen und Datenhehlerei
(-5,1 Prozent, -551 Fälle)
Straftatengruppen mit besonderen Entwicklungen
2.1 T01
Straftat
Veränderung
2024/2023
Anzahl
Veränderung
2024/2019
2024
2023
absolut
in %
2019
absolut
in %
Straftatengruppen mit steigender Entwicklung 2024 ggü. 2023 / ab +5 %
Wirtschaftskriminalität
61.358
38.925
22.433
57,6
40.484
20.874
51,6
Neue Psychoaktive Stoffe (NPS)
4.255
3.005
1.250
41,6
4.606
-351
-7,6
Computerbetrug mittels
rechtswidrig erlangter Daten von
Zahlungskarten
23.601
21.617
1.984
9,2
9.489
14.112
148,7
Vergewaltigung, sexuelle
tigung und sexueller Übergriff
im besonders schweren Fall
einschl. mit Todesfolge
13.320
12.186
1.134
9,3
9.426
3.894
41,3
Verbreitung, Erwerb, Besitz und
Herstellung
jugendpornographischer Inhalte
9.601
8.851
750
8,5
1.991
7.610
382,2
Beleidigung
251.502
237.784
13.718
5,8
218.905
32.597
14,9
Straftaten gegen die persönliche
Freiheit
299.082
283.971
15.111
5,3
194.380
104.702
53,9
darunter:
Bedrohung
197.921
185.029
12.892
7,0
102.360
95.561
93,4
Nachstellung (Stalking)
24.743
23.156
1.587
6,9
18.905
5.838
30,9
Straftatengruppen mit rückläufiger Entwicklung 2024 ggü. 2023 /ab -5 %
Rauschgiftkriminalität
228.104
346.877
-118.7973
-34,20
359.747
-131.643
-36,6
darunter
Cannabis und Zubereitungen
101.345
215.865
-114.520
-53,1
225.120
-123.775
-55,0
Heroin
8.634
10.130
-1.496
-14,8
11.540
-2.906
-25,2
Wettbewerbs-, Korruptions- und
Amtsdelikte
4.636
5.312
-676
-12,7
4.147
489
11,8
Waren- und Warenkreditbetrug
233.987
262.052
-28.065
-10,7
290.707
-56.720
-19,5
darunter
Weitere Arten des
Warenkreditbetruges
24.883
30.658
-5.775
-18,8
40.941
-16.058
-39,2
Tankbetrug
85.465
96.435
-10.973
-11,4
70.498
14.964
21,2
Unerlaubter Aufenthalt
177.275
187.059
-9.784
-5,2
108.067
69.208
64,0
Verbreitung, Erwerb, Besitz und
Herstellung
kinderpornographischer Inhalte
42.854
45.191
-2.337
-5,2
12.262
30.592
249,5
6
Vgl. S. 8f. Rückgang aufgrund der Cannabis-Teillegalisierung.
12 PKS 2024
V5.0
Ausspähen, Abfangen von Daten
einschl.
Vorbereitungshandlungen und
Datenhehlerei
10.325
10.876
-551
-5,1
9.926
399
4,0
Straftaten der PKS-Inland im Vergleich zur PKS -Ausland
Schlüssel
Straftaten/
-gruppen
Fallzahlen PKS-Inland
Fallzahlen PKS-Ausland
2024
2024
*)
------
Straftaten
insgesamt
5.837.445
642.210
510000
Betrug
743.472
513.518
897000
Cybercrime
131.391
201.877
*)
Inhaltliche Schlüsseländerung wegen der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen
Zubereitungen ab dem 01.04.2024. Die Vergleichbarkeit der Inlandstaten mit dem Vorjahr ist nicht gegeben. Auf die
Auslandstaten hat das keinen Einfluss, weil Rauschgiftdelikte nicht Bestandteil der PKS-Ausland sind.
r das Berichtsjahr 2024 konnte in der PKS-Ausland bei Straftaten insgesamt in 92,9 Prozent der
Fälle der Tatortstaat nicht bestimmt werden. Bei den bekannten Staaten waren Spanien (4.608
Fälle), Italien (3.551) und die USA (3.119) am häufigsten vertreten.
3.2 Tatverdächtige
Bei „Straftaten insgesamt“ wurden im Jahr 2024 insgesamt 2.184.834 Tatverdächtige in der PKS
erfasst. Damit ist die Anzahl gegenüber dem Vorjahr um -2,8 Prozent gesunken. 1.271.638
Tatverdächtige waren deutsche Staatsangehörige (-3,9 Prozent), 913.196 der Tatverdächtigen
besaßen nicht die deutsche Staatsangerigkeit (-1,1 Prozent). Unter den nichtdeutschen
Tatverdächtigen waren 383.844 Zuwanderinnen und Zuwanderer
7
(-4,6 Prozent).
Legt man als Datenbasis „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße zugrunde, so
ergibt sich beglich der Tatverdächtigen Folgendes: 1.967.731 Tatverdächtige wurden insgesamt
registriert (-2,5 Prozent), davon 1.270.858 deutsche (-3,9 Prozent) und 696.873 nichtdeutsche
Tatverdächtige (+0.3 Prozent).Unter den nichtdeutschen Tatverdächtigen waren 172.203
Zuwanderinnen und Zuwanderer (-3,6 Prozent). Der Anteil der tatverdächtigen Zuwanderinnen
und Zuwanderer, die wegen „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße“ erfasst
wurden, an allen tatverdächtigen Zuwanderinnen und Zuwanderern lag im Berichtsjahr bei 44,9
Prozent (2023: 44,4 Prozent).
Der Rückgang der Tatverdächtigenzahlen ist wie auch bei den Fallzahlen im Zusammenhang
mit der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen Zubereitungen ab dem
01.04.2024 zu sehen. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist damit nicht gegeben.
3.3 Opfer
Angaben zum Opfer werden grundsätzlich bei strafbaren Handlungen gegen höchstpersönliche
Rechtsgüter (Leben, körperliche Unversehrtheit, Freiheit, Ehre, sexuelle Selbstbestimmung) erfasst,
sofern diese im auf der Homepage des BKA abrufbaren PKS-Straftatenkatalog mit einem O
gekennzeichnet sind. Zum 01.01.2024 wurden die Delikte, zu denen Opferdaten in der PKS erfasst
werden, ausgeweitet, so dass die Zahlen des aktuellen Berichtsjahres nicht mit den Vorjahren
vergleichbar sind.
8
Als Opfer werden nur die Personen erfasst, gegen die sich diese versuchte bzw.
vollendete Tathandlung gerichtet hat.
7
Tatverdächtige Zuwanderinnen und Zuwanderer werden in der PKS mit Aufenthaltsanlass Asylbewerber, „Schutz- und
Asylberechtigte, Kontingentflüchtlinge“ „Duldung oder „unerlaubter Aufenthalt“ registriert.
8
Siehe Kapitel 2 und 8.1.
Im Gegensatz zu Tatverdächtigen, bei denen eine „echte“ Tatverdächtigenzählung im Berichtsjahr
erfolgt, wird bei Opfern dieufigkeit desOpferwerdens“ gezählt (wird eine Person mehrfach
Opfer, so wird sie auch mehrfach als Opfer gezählt).
Im Berichtsjahr 2024 wurden 1.327.417 Opfer in der PKS gezählt (+6,3 Prozent), davon 776.881
männliche (58,5 Prozent, 2023: 58,9 Prozent) und 550.536 weibliche Opfer (41,5 Prozent, 2023: 41,1
Prozent). 985.206 Opfer waren deutsche Staatsangehörige (74,2 Prozent; 2023: 75,2 Prozent), 342.211
besaßen keine deutsche Staatsangehörigkeit (25,8 Prozent; 2023: 24,8 Prozent). Unter den Opfern
mit ausländischer Staatsangehörigkeit waren 70.051 Zuwanderinnen und Zuwanderer
9
(20,5
Prozent der nichtdeutschen Opfer, 2023: 21,5 Prozent).
9
Die Ausführungen in Fn. 4 gelten analog für Opfer.
14 PKS 2024
V5.0
4 Ausgewählte Aspekte der Kriminalitätsentwicklung
4.1 Straftaten insgesamt
4.1 T01
Schlüssel
Fälle
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
Anteil an allen
erfassten Fällen in
Prozent
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
*)
-----
-
erfasste Fälle
5.837.445
5.940.667
-103.222
-1,7
100,0
100,0
aufgeklärte Fälle
3.385.919
3.469.752
-83.833
-2,4
Tatverdächtige (TV)
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
Anteil an TV insg. in
Prozent
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
Tatverdächtige (TV)
2.184.834
2.246.767
-61.933
-2,8
100,0
100,0
deutsche TV
1.271.638
1.323.498
-51.860
-3,9
58,2
58,9
nichtdeutsche TV
913.196
923.269
-10.073
-1,1
41,8
41,1
darunter
Zuwanderinnen/Zuwa
nderer
383.844
402.514
-18.670
-4,6
17,6
17,9
Kriminalitätsquotienten
Trend
2024
2024
2023
Aufklärungsquote
58,0
58,4
Häufigkeitszahl **)
6.995
7.147
-152
-2,1
*)
**)
Inhaltliche Schlüsseländerung wegen der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen
Zubereitungen ab dem 01.04.2024. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist nicht gegeben.
Bevölkerungszahl auf Basis Zensus 2022
Wesentlich für den Rückgang der Fall- und Tatverdächtigenzahlen ist die Teillegalisierung des
Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen Zubereitungen ab dem 01.04.2024.
Im Jahr 2024 wurde in 4.685 Fällen mit einer Schusswaffe gedroht (+6,0 Prozent, 2023: 4.419 Fälle)
und in 4.775 Fällen mit einer Schusswaffe geschossen (+1,9 Prozent, 2023: 4.687 Fälle). Der Anteil
dieser Fälle an allen erfassten Fällen betrug wie auch im Vorjahr jeweils weniger als 0,1 Prozent.
4.2 Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße
4.2 T01
Schlüssel
Fälle
Trend
2024
Veränderung
Anteil an erf. Fälle
in Prozent
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
*)
890000
erfasste Fälle
5.550.106
5.641.758
-91.652
-1,6
100,0
100,0
aufgeklärte Fälle
3.103.762
3.175.282
-71.520
-2,3
Tatverdächtige (TV)
Trend
2024
Veränderung
Anteil an TV insg.
in Prozent
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
Tatverdächtige (TV)
1.967.731
2.017.552
-49.821
-2,5
100,0
100,0
deutsche TV
1.270.858
1.322.571
-51.713
-3,9
64,6
65,6
nichtdeutsche TV
696.873
694.981
1.892
0,3
35,4
34,4
davon
Zuwanderinnen/Zuwa
nderer
172.203
178.581
-6.378
-3,6
8,8
8,9
Kriminalitätsquotienten
Trend
2024
2024
2023
Aufklärungsquote
55,9
56,3
Häufigkeitszahl **)
6.650
6.788
-183
-2,0
*)
**)
Inhaltliche Schlüsseländerung wegen der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen
Zubereitungen ab dem 01.04.2024. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist nicht gegeben.
Bevölkerungszahl auf Basis Zensus 2022
Auch hier gilt: Wesentlich für den Rückgang der Fall- und Tatverdächtigenzahlen ist die
Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen Zubereitungen ab dem
01.04.2024.
4.3 Auslandstaten mit Erfolgsort in Deutschland insgesamt (PKS-Ausland)
4.3 T01
Schlüssel
Fälle
Anzahl
2024
------
erfasste Fälle
642.210
aufgeklärte Fälle
34.778
Tatverdächtige (TV)
Anzahl
2024
Tatverdächtige (TV)
31.407
Kriminalitätsquotienten
2024
Aufklärungsquote
5,4
Im Berichtsjahr 2024 wurden 642.210 Fälle erfasst, bei denen die tatverdächtige Person aus dem
Ausland heraus oder von einem nicht ermittelbaren Ort die Tat begangen hat und bei der der
Erfolgsort in Deutschland war. Diese Zahlen sind nicht in den allgemeinen PKS-Zahlen (=PKS-
Inland) enthalten. Von Fällen der PKS-Ausland konnten 5,4 Prozent aufgeklärt und 31.407
Tatverdächtige ermittelt werden. Von diesen waren 47,5 Prozent deutsche Staatsangehörige
(14.913).
16 PKS 2024
V5.0
4.4 Ausgewählte Straftaten/-gruppen
Die nachfolgenden Informationen stellen lediglich einen Ausschnitt aus der PKS dar. Eine
vollständige Übersicht über die Fallentwicklung in allen Straftaten/-gruppen ist auf der BKA-
Homepage abrufbar.
4.4 T01a
Schlüssel
Gewaltkriminalität
10
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
892000
Gewaltkriminalität
217.277
214.099
3.178
1,5
77,2
76,5
Aufgeklärte Fälle
167.639
163.845
3.794
2,3
Tatverdächtige
197.347
190.605
6.742
3,5
deutsche TV
112.335
111.517
818
0,7
nichtdeutsche TV
85.012
79.088
5.924
7,5
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
27.095
25.732
1.363
5,3
darunter:
892500
Mord, Totschlag und Tötung auf
Verlangen
2.303
2.282
21
0,9
94,1
93,9
Aufgeklärte Fälle
2.166
2.143
23
1,1
Tatverdächtige
2.881
2.789
92
3,3
deutsche TV
1.596
1.568
28
1,8
nichtdeutsche TV
1.285
1.221
64
5,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
442
395
47
11,9
111000
Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und
sexueller Übergriff im besonders
schweren Fall einschl. mit Todesfolge
13.320
12.186
1.134
9,3
84,4
83,4
Aufgeklärte Fälle
11.244
10.160
1.084
10,7
Tatverdächtige
11.329
10.295
1.034
10,0
deutsche TV
6.892
6.461
431
6,7
nichtdeutsche TV
4.437
3.834
603
15,7
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.316
1.193
123
10,3
210000
Raubdelikte
43.194
44.857
-1.663
-3,7
60,8
60,1
Aufgeklärte Fälle
26.275
26.974
-699
-2,6
Tatverdächtige
32.676
32.337
339
1,0
deutsche TV
16.770
17.324
-554
-3,2
nichtdeutsche TV
15.906
15.013
893
5,9
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
5.728
5.544
184
3,3
222000
gefährliche und schwere
Körperverletzung
158.177
154.541
3.636
2,4
80,7
80,5
Aufgeklärte Fälle
127.725
124.375
3.350
2,7
Tatverdächtige
158.432
153.475
4.957
3,2
deutsche TV
90.835
90.250
585
0,6
nichtdeutsche TV
67.597
63.225
4.372
6,9
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
21.455
20.375
1.080
5,3
10
Der PKS-Summenschlüssel "892000 Gewaltkriminalität" umfasst die folgenden Straftatenschlüssel:
010000 Mord
020000 Totschlag und Tötung auf Verlangen
111000 Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge
210000 Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
221000 Körperverletzung mit Todesfolge
222000 Gefährliche und schwere Körperverletzung, Verstümmelung weiblicher Genitalien
233000 Erpresserischer Menschenraub
234000 Geiselnahme
235000 Angriff auf den Luft- und Seeverkehr
Die Gewaltkriminalität stieg im aktuellen Berichtsjahr um 1,5 Prozent auf 217.277 Fälle an (2023:
214.099 Fälle). Die darin enthaltenen Delikte Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen stiegen im
Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 0,9 Prozent auf 2.303 Fälle (2023: 2.282 Fälle) und
Vergewaltigung, sexuelle tigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit
Todesfolge um 9,3 Prozent auf 13.320 Fälle (2023: 12.186 Fälle) an. Die gefährliche und schwere
Körperverletzung nahm um 2,4 Prozent zu und lag im Berichtjahr bei 158.177 Fällen (2023: 154.541
Fälle). Raubdelikte hingegen gingen im Vergleich zum Vorjahr um -3,7 Prozent auf 43.194 Fälle
zurück (2023: 44.857 Fälle).
Im Vergleich zum Berichtsjahr 2019 nahm die Gewaltkriminalität im aktuellen Berichtsjahr um
20,0 Prozent (2019: 181.054 Fälle) zu. Die darin enthaltenen Delikte Mord, Totschlag, Tötung auf
Verlangen nahmen um -0,5 Prozent (2019: 2.315 Fälle) ab, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und
sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge stieg um 41,3 Prozent (2019:
9.426 Fälle) an, Raubdelikte um 19,8 Prozent (2019: 36.052lle) und die gefährliche und schwere
Körperverletzung um 18,9 Prozent (2019: 133.084 Fälle).
Steigerungen sind im Bereich der Gewaltkriminalität insbesondere bei nichtdeutschen
Tatverdächtigen (+7,5 Prozent, 2024: 85.012) sowie bei Kindern (+11,3 Prozent, 2024: 13.775
tatverdächtige Kinder) und Jugendlichen (+3,8 Prozent, 2024: 31.383 tatverdächtige Jugendliche) zu
beobachten. Hier ist erstens zu bedenken, dass die nichtdeutsche Bevölkerung insgesamt auch im
Verlauf des Jahres 2024 angewachsen ist und eine Zunahme der Zahl nichtdeutscher
Tatverdächtiger somit zu erwarten war. Das gilt auch, da viele Zuwandernde, insbesondere
Geflüchtete, mutmaßlich besonders von Risikofaktoren betroffen sind, die herkunftsunabhängig
die Wahrscheinlichkeit der Begehung von Straftaten anwachsen lassen. Hierzu gehören unter
anderem eigene Gewalterfahrungen und psychische Belastungen sowie ökonomisch und räumlich
eingeschränkte Lebensbedingungen auch nach der Ankunft. Die genannten Faktoren wirken
grundsätzlich herkunftsunabhängig, wobei sich jedoch festhalten lässt: Unterschiede in den
Sozialisationsbedingungen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft sind möglich. Das gilt
besonders für Menschen, die als Kinder- und Jugendliche Gewalt, kriegerische Konflikte und
Fluchterfahrungen durchlebt haben, was den Aufbau psychischer Ressourcen (bspw. Resilienz)
erheblich erschweren kann.
Zweitens gibt es Hinweise auf eine bei Kindern und Jugendlichen steigende Verbreitung
psychischer Belastungen, die zwar keine direkte Ursache für delinquentes Verhalten darstellen,
aber im Zusammenwirken mit anderen ungünstigen Faktoren die Wahrscheinlichkeit der
Begehung von (Gewalt-)Straftaten erhöhen können.
11
Eine Erkrung für den Anstieg bei den Sexualdelikten könnte eine gestiegene Sensibilisierung und
eine höhere Anzeigenbereitschaft der Betroffenen sein, so dass möglicherweise eine Verschiebung
vom Dunkel- ins Hellfeld stattfindet. Bezüglich der langfristigen Entwicklung können hier u.a.
auch Einflüsse aus der Me Too-Bewegung, die Gesetzesänderung zur Verbesserung des Schutzes der
sexuellen Selbstbestimmung im Jahr 2016 sowie aktuelle Berichterstattungen eine Rolle spielen.
11
Vgl. u.a. https://www.aerzteblatt.de/archiv/242749/Ambulante-Versorgung-Fallzahlen-zeigen-nach-oben sowie Kaman, A., Erhart, M.,
Devine, J., Napp, A.K., Reiss, F., Behn, S. & Ravens-Sieberer, U. (2024). Mental Health of Children and Adolescents in Times of Global
Crises: Findings from the Longitudinal COPSY Study from 2020 to 2024. https://ssrn.com/abstract=5043075.
18 PKS 2024
V5.0
Gewaltkriminalität wurde im aktuellen Berichtsjahr überwiegend an den Tatörtlichkeiten „sonstige
öffentliche Straße, Weg, Platz“ (29,4 Prozent), gefolgt von Wohnung“ (22,3 Prozent) vebt.
Tatörtlichkeiten 2024: Gewaltkriminalität-Fallzahlen und Anteile
*)
inkl. Krankenhaus, Altersheim/Pflegeheim.
**)
Einrichtung Strafverfolgung/Strafvollzug, religiöse Einrichtung und Friedhof, Boden/Kellerraum und Waschküche,
Sonstige Tatörtlichkeit
20.496
9,4%
9.133
4,2%
7.658
3,5%
6.698
3,1%
7.743
3,6%
5.267
2,4%
4.084
1,9%
13.115
6,0%
30.880
14,2%
48.401
22,3%
63.802
29,4%
Verkehrseinrichtung/-bereich
Selbstbedienungsladen (SB-Laden),
Warenhaus, sonstiges Geschäft
Bildungswesen
Gaststätte
Sonstige Dienstleistungs- und handwerkliche
Einrichtung
Aufnahmeeinrichtung/Asylbewerberunterku
nft
Sonstige soziale und caritative Einrichtungen*
Sport- und Freizeiteinrichtung
Sonstige Tatörtlichkeiten**
Wohnung
Sonstige öffentliche Straße, Weg, Platz (ohne
Park und Grünanlage sowie
Verkehrseinrichtung/-bereich)
Bei 5,9 Prozent der Fälle von Gewaltkriminalität wurde eine spezifische Veranstaltung (Ereignis)
erfasst, in deren Zusammenhang die Tathandlung stattfand. Bei diesen dominieren kulturelle
Veranstaltungen (bspw. Volksfeste und Musikveranstaltungen) mit 34,9 Prozent.
Spezifische Ereignisse 2024: Gewaltkriminalität Fallzahl und Anteile
204.565
94,1%
4.436
34,9%
2.961
23,3%
2.606
20,5%
2.192
17,2%
454
3,6%
63
0,5%
12.712
5,9%
Keine Veranstaltung Kulturelle Veranstaltung Sportveranstaltung
Schulische Veranstaltung Sonstige Veranstaltung Politische Veranstaltung
Wirtschaftliche Veranstaltung
20 PKS 2024
V5.0
Im Berichtsjahr 2024 wurden in der PKS zu insgesamt 29.014 Straftaten ein „Messerangriff“ erfasst.
Von diesen entfielen 54,3 Prozent auf Gewaltkriminalität, 43,3 Prozent auf Bedrohung und 2,4
Prozent auf sonstige Straftaten, wie bspw. Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf
Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen sowie Nötigung. „Messerangriffe“
12
im Sinne
der Erfassung von Straftaten in der PKS sind solche Tathandlungen, bei denen der Angriff mit
einem Messer unmittelbar gegen eine Person angedroht oder ausgeführt wird. Das bloße Mitführen
eines Messers reicht hingegen für eine Erfassung als Messerangriff nicht aus.
4.4 T01b
Schlüssel
Gewaltkriminalität
13
Anzahl
davon
Messerangriffe
2024
absolut
in %
892000
Gewaltkriminalität
217.277
15.741
7,2
vollendet
183.196
11.573
6,3
versucht
34.081
4.168
12,2
darunter
892500
Mord, Totschlag und Tötung auf
Verlangen
2.303
922
40,0
vollendet
584
179
30,7
versucht
1.719
743
43,2
111000
Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und
sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge
13.320
106
0,8
vollendet
12.283
85
0,7
versucht
1.037
21
2,0
210000
Raubdelikte
43.194
4.768
11,0
vollendet
34.531
3.542
10,3
versucht
8.663
1.226
14,2
222000
gefährliche und schwere
Körperverletzung
158.177
9.917
6,3
vollendet
135.555
7.745
5,7
versucht
22.622
2.172
9,6
Der Anteil der als „Messerangriff“ erfassten Taten der gefährlichen und schweren Körperverletzung
ist im Vergleich zum Vorjahr um 10,8 Prozent angestiegen, der Anteil hat sich um 0,5
Prozentpunkte erhöht (2023: 5,8 Prozent, 8.951 Fälle), bei Raubdelikten ist ein Rückgang von 2,6
Prozent zu verzeichnen, der Anteil ist jedoch um 0,1 Prozentpunkte angestiegen (2023: 10,9 Prozent,
4.893 Fälle).
12
Vor dem Hintergrund des Anstiegs von Straftaten unter Verwendung des Tatmittels „Messer“ hat sich die IMK auf ihrer 208. Sitzung
vom 6. bis 8. Juni 2018 dafür ausgesprochen, als Grundlage für eine valide und verbesserte Darstellung der Kriminalitätslage und der
daraus resultierenden Handlungserfordernisse, Messerangriffe zukünftig bundeseinheitlich statistisch zu erfassen. Seit 1. Januar 2020
werden „Messerangriffe“ bundesweit in der PKS als „Phänomen“, d. h. als Information zum Fall erfasst. Aussagen zu Tatverdächtigen
sind auf der Basis nicht möglich, da bei einem Fall der Körperverletzung mit Phänomen Messerangriff“ bspw. auch neben dem bzw.
der mit einem Messer drohenden oder handelnden Tatverdächtigen auch unbewaffnete Tatverdächtige erfasst sein können. Bis
einschließlich Berichtsjahr 2023 waren die Daten nur eingeschränkt valide und wurde daher nur in ausgewählten Deliktsbereichen
veröffentlicht.
13
Der PKS-Summenschlüssel "892000 Gewaltkriminalität" umfasst die folgenden Straftatenschlüssel:
010000 Mord
020000 Totschlag und Tötung auf Verlangen
111000 Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge
210000 Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
221000 Körperverletzung mit Todesfolge
222000 Gefährliche und schwere Körperverletzung, Verstümmelung weiblicher Genitalien
233000 Erpresserischer Menschenraub
234000 Geiselnahme
235000 Angriff auf den Luft- und Seeverkehr
4.4 T02
Schlüssel
Vorsätzliche einfache
Körperverletzung
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
224000
vorsätzliche einfache Körperverletzung
437.461
429.157
8.304
1,9
90,2
90,2
Aufgeklärte Fälle
394.622
387.108
7.514
1,9
Tatverdächtige
347.563
342.233
5.330
1,6
deutsche TV
223.121
223.829
-708
-0,3
nichtdeutsche TV
124.442
118.404
6.038
5,1
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
32.999
31.830
1.169
3,7
4.4 T03
Schlüssel
Sexueller Missbrauch von Kindern
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
131000
sexueller Missbrauch von Kindern
16.354
16.375
-21
-0,1
86,1
83,9
Aufgeklärte Fälle
14.085
13.742
343
2,5
Tatverdächtige
12.368
11.900
468
3,9
deutsche TV
9.930
9.657
273
2,8
nichtdeutsche TV
2.438
2.243
195
8,7
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
653
669
-16
-2,4
Die Fallzahlen beim sexuellen Missbrauch von Kindern sind im Vergleich zum Vorjahr auf einem
nahezu gleichbleibenden Niveau (Rückgang um -0,1 Prozent / -21 Fälle).
4.4 T04
Schlüssel
Verbreitung pornografischer Inhalte
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
143000
Verbreitung pornografischer Inhalte
gemäß §§ 184, 184a, 184b, 184c, 184e StGB
57.760
59.205
-1.445
-2,4
86,6
87,4
Aufgeklärte Fälle
49.992
51.726
-1.734
-3,4
Tatverdächtige
47.162
48.274
-1.112
-2,3
deutsche TV
36.659
37.174
-515
-1,4
nichtdeutsche TV
10.503
11.100
-597
-5,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.531
2.950
-419
-14,2
darunter:
143200
Verbreitung, Erwerb, Besitz und
Herstellung kinderpornografischer
Inhalte
42.854
45.191
-2.337
-5,2
86,4
87,2
Aufgeklärte Fälle
37.024
39.420
-2.396
-6,1
Tatverdächtige
35.550
37.464
-1.914
-5,1
deutsche TV
26.868
28.052
-1.184
-4,2
nichtdeutsche TV
8.682
9.412
-730
-7,8
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.119
2.577
-458
-17,8
143500
Verbreitung, Erwerb, Besitz und
Herstellung jugendpornografischer
Inhalte
9.601
8.851
750
8,5
90,6
91,0
Aufgeklärte Fälle
8.700
8.054
646
8,0
Tatverdächtige
8.638
8.030
608
7,6
deutsche TV
7.284
6.762
522
7,7
nichtdeutsche TV
1.354
1.268
86
6,8
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
352
337
15
4,5
22 PKS 2024
V5.0
Auch die (Gesamt-)Fallzahlen im Deliktsbereich der Verbreitung pornografischer Inhalte bewegen
sich auf einem vergleichbaren Niveau wie im Vorjahr mit leicht rückläufiger Tendenz (-2,4
Prozent).
Bei Betrachtung der Unterfälle ist jedoch festzustellen, dass Delikte im Zusammenhang mit
kinderpornografischen Inhalten eine rückläufige Tendenz aufweisen (-5,2 Prozent / -2.337 Fälle)
ohne, dass aus polizeilicher Sicht hierfür konkrete unmittelbare Gnde erkennbar sind ,
wohingegen die Fallzahlen im Zusammenhang mit jugendpornografischen Inhalten angestiegen
sind (+8,5 Prozent / +750 Fälle).
Es ist zu beobachten, dass es sich bei den Jugendlichen, die in diesem Deliktsbereich in Erscheinung
treten, häufig um sogenannte „Selbstfilmer“ handelt. Sie fertigen Aufnahmen von sich selbst und
verbreiten diese eigenständig oder über Freunde unbedacht auf Social-Media-Plattformen. Dabei
ist den Jugendlichen oft nicht bewusst, dass sie durch das Weiterleiten oder den teils auch
unbeabsichtigten Upload pornografischer Fotos oder Videos einen Straftatbestand verwirklichen
können.
Dementsprechend liegt der Anteil der Tatverdächtigen unter 18 Jahren bei 44,4 Prozent (20.952 TV
von insgesamt 47.162 TV) und ist damit im Vergleich zum Vorjahr höher (2023: 40,6 Prozent).
Weitere Meldeverpflichtungen auf EU-Ebene (z.B. DSA) wirken sich bisher zahlenmäßig gering aus.
Neben dem Ansatzpunkt des durch Social-Media-Kanäle unterstützten Verbreitungsverhaltens der
Jugendlichen untereinander kann auch eine erhöhte Anzeigebereitschaft von Schulen/Eltern oder
auch Minderjährigen ursächlich für den Anstieg der Fallzahlen im Zusammenhang mit
jugendpornografischen Inhalten sein.
Aufgrund der beschriebenen Faktoren wird seit einiger Zeit der Fokus unter anderem auf eine
Intensivierung der Präventionsarbeit und gezielte Aufklärungskampagnen gesetzt. Als Beispiel
kann hier die Präventionskampagne #dontsendit
14
des BKA genannt werden. Diese soll
Minderjährige, Eltern und Betreuungspersonal auf die Gefahren und Folgen von selbstgefertigten
kinder- und jugendpornografischen Inhalten aufmerksam machen.
14
Weitere Informationen siehe: https://www.bka.de/DE/Landingpages/Dontsendit/dontsendit_node.html
4.4 T05
Schlüssel
Straftaten gegen die persönliche
Freiheit
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
230000
Straftaten gegen die persönliche Freiheit
299.082
283.971
15.111
5,3
87,4
87,9
Aufgeklärte Fälle
261.335
249.528
11.807
4,7
Tatverdächtige
233.302
222.055
11.247
5,1
deutsche TV
161.115
155.246
5.869
3,8
nichtdeutsche TV
72.187
66.809
5.378
8,0
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
16.817
16.017
800
5,0
darunter:
232200
tigung
68.747
68.185
562
0,8
79,3
80,7
Aufgeklärte Fälle
54.550
54.994
-444
-0,8
Tatverdächtige
55.707
54.278
1.429
2,6
deutsche TV
42.839
41.902
937
2,2
nichtdeutsche TV
12.868
12.376
492
4,0
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.352
2.285
67
2,9
232300
Bedrohung
197.921
185.029
12.892
7,0
89,5
90,0
Aufgeklärte Fälle
177.224
166.526
10.698
6,4
Tatverdächtige
159.181
150.327
8.854
5,9
deutsche TV
105.074
100.850
4.224
4,2
nichtdeutsche TV
54.107
49.477
4.630
9,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
13.588
12.854
734
5,7
232400
Nachstellung (Stalking)
24.743
23.156
1.587
6,9
91,9
91,8
Aufgeklärte Fälle
22.733
21.267
1.466
6,9
Tatverdächtige
20.274
18.724
1.550
8,3
deutsche TV
15.417
14.327
1.090
7,6
nichtdeutsche TV
4.857
4.397
460
10,5
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
938
896
42
4,7
Die Fallzahl bei Straftaten gegen die persönliche Freiheit ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,3
Prozent (+15.111 Fälle) gestiegen. Dier diese Entwicklung zentralen Deliktsbereiche sind
Bedrohung (+7,0 Prozent) sowie Nachstellung (+6,9 Prozent).
Die mediale Sensibilisierung der Bevölkerung könnte zu einer höheren Anzeigenbereitschaft
geführt haben. Als ein weiterer Faktor sind gesellschaftliche Spannungen zu nennen, die zu einer
Zunahme von Bedrohungen geführt haben können.
Der Anteil, der mit dem Tatmittel Internet begangenen Fälle der Bedrohung, lag bei 7,8 Prozent
(2023: 7,2 Prozent), bei Stalking bei 16,4 Prozent (2023: 16,3 Prozent).
24 PKS 2024
V5.0
4.4 T06
Schlüssel
Straßenkriminalität
15
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
899000
Straßenkriminalität
1.099.649
1.114.817
-15.168
-1,4
19,9
19,1
Aufgeklärte Fälle
218.433
212.639
5.794
2,7
Tatverdächtige
192.303
187.183
5.120
2,7
deutsche TV
117.127
117.108
19
0,0
nichtdeutsche TV
75.176
70.075
5.101
7,3
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
22.973
21.467
1.506
7,0
Die Anzahl der Fälle des PKS-Summenschssels „Straßenkriminalität“ ist im Vergleich zum
Vorjahr um -1,4 Prozent auf 1.099.649 Fälle gesunken.
Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 stieg die Fallzahl um 2,3 Prozent (2019: 1.075.143 Fälle).
15
Der PKS-Summenschlüssel "899000 Straßenkriminalität" umfasst folgende Straftatenschlüssel:
114000 Sexuelle Belästigung
115000 Straftaten aus Gruppen
132000 Exhibitionistische Handlungen und Erregung öffentlichen Ärgernisses
213000 Raub, räuberische Erpressung auf/gegen Geld- und Werttransporte
214000 Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
216000 Handtaschenraub
217000 Sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen oder Plätzen
222100 Gefährliche und schwere Körperverletzung auf Straßen, Wegen oder Ptzen
233300 Erpresserischer Menschenraub i. V. m. Raubüberfall auf Geld- und Werttransporte
234300 Geiselnahme i. V. m. Raubüberfall auf Geld- und Werttransporte
*50*00 Diebstahl insgesamt an/aus Kraftfahrzeugen
*90*00 Taschendiebstahl insgesamt
300100 Einfacher Diebstahl von Kraftwagen einschl. unbefugter Ingebrauchnahme
300200 Einfacher Diebstahl von Mopeds und Krafträdern einschl. unbefugter Ingebrauchnahme
300300 Einfacher Diebstahl von Fahrrädern einschl. unbefugter Ingebrauchnahme
300700 Einfacher Diebstahl von/aus Automaten
400100 Schwerer Diebstahl insgesamt von Kraftwagen
400200 Schwerer Diebstahl insgesamt von Mopeds und Krafträdern
400300 Schwerer Diebstahl insgesamt von Fahrrädern
400700 Schwerer Diebstahl insgesamt von/aus Automaten
623000 Landfriedensbruch
674100 Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen
674300 Sonstige Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen oder Ptzen
4.4 T07a
Schlüssel
Diebstahlskriminalität
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
****00
Diebstahlskriminalität insgesamt
1.940.033
1.971.435
-31.402
-1,6
31,4
31,8
Aufgeklärte Fälle
609.671
626.908
-17.237
-2,7
Tatverdächtige
399.247
424.048
-24.801
-5,8
deutsche TV
217.607
237.230
-19.623
-8,3
nichtdeutsche TV
181.640
186.818
-5.178
-2,8
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
48.184
52.069
-3.885
-7,5
darunter:
***100
Diebstahl von Kraftwagen
30.373
29.985
388
1,3
29,2
27,3
Aufgeklärte Fälle
8.858
8.194
664
8,1
Tatverdächtige
8.780
8.165
615
7,5
deutsche TV
4.731
4.528
203
4,5
nichtdeutsche TV
4.049
3.637
412
11,3
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
594
515
79
15,3
***300
Diebstahl von Fahrrädern
245.868
264.062
-18.194
-6,9
9,7
9,3
Aufgeklärte Fälle
23.798
24.667
-869
-3,5
Tatverdächtige
18.031
19.385
-1.354
-7,0
deutsche TV
9.939
11.193
-1.254
-11,2
nichtdeutsche TV
8.092
8.192
-100
-1,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.507
2.613
-106
-4,1
***500
Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln
107.960
106.849
1.111
1,0
8,6
8,2
Aufgeklärte Fälle
9.269
8.809
460
5,2
Tatverdächtige (TV)
8.032
7.927
105
1,3
deutsche TV
3.905
4.039
-134
-3,3
nichtdeutsche TV
4.127
3.888
239
6,1
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.609
1.513
96
6,3
*10*00
Diebstahl in/aus Dienst-, Büro-, Lagerräumen
74.788
77.193
-2.405
-3,1
22,2
21,9
Aufgeklärte Fälle
16.626
16.872
-246
-1,5
Tatverdächtige
14.587
15.030
-443
-2,9
deutsche TV
9.031
9.683
-652
-6,7
nichtdeutsche TV
5.556
5.347
209
3,9
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
895
905
-10
-1,1
*26*00
Ladendiebstahl
404.907
426.096
-21.189
-5,0
89,3
90,0
Aufgeklärte Fälle
361.568
383.383
-21.815
-5,7
Tatverdächtige
255.043
278.994
-23.951
-8,6
deutsche TV
130.829
147.293
-16.464
-11,2
nichtdeutsche TV
124.214
131.701
-7.487
-5,7
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
35.490
39.863
-4.373
-11,0
435*00
Wohnungseinbruchdiebstahl
78.436
77.819
617
0,8
15,3
14,9
Aufgeklärte Fälle
11.984
11.582
402
3,5
Tatverdächtige
10.180
9.892
288
2,9
deutsche TV
5.599
5.645
-46
-0,8
nichtdeutsche TV
4.581
4.247
334
7,9
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.257
1.117
140
12,5
26 PKS 2024
V5.0
4.4 T07b
Schlüssel
Diebstahlskriminalität
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
*50*00
Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen
256.512
253.695
2.817
1,1
10,8
9,4
Aufgeklärte Fälle
27.767
23.865
3.902
16,4
Tatverdächtige
15.312
14.544
768
5,3
deutsche TV
7.759
7.627
132
1,7
nichtdeutsche TV
7.553
6.917
636
9,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.671
2.250
421
18,7
*90*00
Taschendiebstahl
107.720
109.314
-1.594
-1,5
6,9
7,2
Aufgeklärte Fälle
7.425
7.874
-449
-5,7
Tatverdächtige
5.666
5.943
-277
-4,7
deutsche TV
1.238
1.265
-27
-2,1
nichtdeutsche TV
4.428
4.678
-250
-5,3
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.114
2.264
-150
-6,6
Bei einem leichten Rückgang bei den Diebstahlsdelikten insgesamt im Vergleich zum Vorjahr sind
in den einzelnen Phänomenbereichen heterogene Entwicklungen zu verzeichnen.
Deutlicheckgänge sind im Bereich des Ladendiebstahls sowie beim Fahrraddiebstahl zu
verzeichnen. Mögliche Gründe für die Gesamtrückgänge sind die Optimierung der Sicherung des
Eigentums durch technische Maßnahmen, eine höhere Sensibilisierung der Bevölkerung für
Diebstahlprävention sowie polizeiliche Präventionsarbeit und-programme. Beim Fahrraddiebstahl
könnte die Nutzung von GPS-Trackern und beim Ladendiebstahl der Einsatz von
Überwachungstechnologien und mehr Sicherheitspersonal eine Rolle spielen.
Das Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019 wurde bei Diebstahl insgesamt übertroffen: Die Fälle
liegen im aktuellen Berichtsjahr insgesamt um 6,5 Prozent über der Anzahl 2019 (2019: 1.822.212
Fälle).
Beim Wohnungseinbruchsdiebstahl (-10,0 Prozent; 2019: 87.145 Fälle) und auch beim Diebstahl
in/aus Dienst-, Büro- und Lagerräumen (-19,8 Prozent; 2019: 93.254 Fälle) liegen sie deutlich unter
dem Niveau von 2019. Beim Ladendiebstahl (+24,3 Prozent; 2019: 325.786 Fälle), Diebstahl an/aus
Kraftfahrzeugen (+15,5 Prozent; 2019: 222.129 Fälle) sowie beim Taschendiebstahl (+14,5 Prozent;
2019: 94.106 Fälle) wurde hingegen das Niveau des Berichtsjahres 2019 deutlich überschritten.
Bei 0,8 Prozent aller registrierten Diebstahlsdelikte erfolgte die Erfassung eines Phänomens
16
.
4.4 T07c
Schlüssel
Diebstahl
insgesamt
Phänomene (Auswahl)
Trickdiebstahl
Ladungsdiebstahl
Falscher
Amtsträger
Falscher PVB
3***00
Einfacher Diebstahl
1.148.913
10.897
659
299
180
Aufgeklärte Fälle
483.655
1.649
353
35
41
Tatverdächtige
349.268
1.555
368
31
47
deutsche TV
192.969
446
200
13
22
nichtdeutsche TV
156.299
1.109
168
18
25
4***00
Schwerer Diebstahl
791.120
1.739
2.215
141
89
Aufgeklärte Fälle
126.016
780
185
34
21
Tatverdächtige
80.777
730
130
20
24
deutsche TV
38.585
146
26
15
11
nichtdeutsche TV
42.192
584
104
5
13
16
Bzgl. der einzelnen Phänomene wird auf die Ausführungen im Glossar verwiesen.
Bei den registrierten Delikten zum einfachen Diebstahl unterscheiden sich die Anteile der
ausgewählten Phänomene. Hier dominiert das Phänomen Trickdiebstahl (0,9 Prozent). Auch bei
Fällen des schweren Diebstahls wird dieses Pnomen im Vergleich zu anderen häufig erfasst (0,2
Prozent). Mit 2.215 Fällen (0,3 Prozent) wird das Phänomen Ladungsdiebstahl hier am häufigsten
registriert.
4.4 T08a
Schlüssel
Betrug
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
510000
Betrug
743.472
754.489
-11.017
-1,5
60,9
59,4
Aufgeklärte Fälle
453.137
448.359
4.778
1,1
Tatverdächtige
312.181
314.891
-2.710
-0,9
deutsche TV
184.251
188.953
-4.702
-2,5
nichtdeutsche TV
127.930
125.938
1.992
1,6
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
36.292
38.852
-2.560
-6,6
darunter:
511000
Waren- und Warenkreditbetrug
233.987
262.052
-28.065
-10,7
51,9
51,7
Aufgeklärte Fälle
121.378
135.360
-13.982
-10,3
Tatverdächtige
91.373
97.149
-5.776
-5,9
deutsche TV
66.356
71.389
-5.033
-7,1
nichtdeutsche TV
25.017
25.760
-743
-2,9
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.977
3.489
-512
-14,7
darunter:
511201
Tankbetrug
85.462
96.435
-10.973
-11,4
37,5
35,3
Aufgeklärte Fälle
32.056
34.081
-2.025
-5,9
Tatverdächtige
27.612
28.917
-1.305
-4,5
deutsche TV
17.330
18.000
-670
-3,7
nichtdeutsche TV
10.282
10.917
-635
-5,8
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.142
1.621
-479
-29,5
515000
Erschleichen von Leistungen
144.348
148.218
-3.870
-2,6
98,4
98,4
Aufgeklärte Fälle
142.090
145.808
-3.718
-2,5
Tatverdächtige
95.894
100.085
-4.191
-4,2
deutsche TV
40.426
41.254
-828
-2,0
nichtdeutsche TV
55.468
58.831
-3.363
-5,7
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
21.916
26.831
-4.915
-18,3
516000
Betrug bzw. Computerbetrug mittels
rechtsw. erlangter unbarer Zahlungsmittel
91.973
90.224
1.749
1,9
22,7
22,3
Aufgeklärte Fälle
20.849
20.126
723
3,6
Tatverdächtige
13.813
12.506
1.307
10,5
deutsche TV
8.180
7.807
373
4,8
nichtdeutsche TV
5.633
4.699
934
19,9
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.484
1.165
319
27,4
Die Entwicklung der Betrugsfälle ist bundesweit nicht einheitlich, es sind sowohl Zunahmen als
auch Rückgänge auf Länderebene zu verzeichnen.
Der erneute Rückgang bei Waren- und Warenkreditbetrug um 10,7 Prozent (-28.065 Fälle) auf
233.987 Fälle, resultiert möglicherweise aus dem Anzeigeverhalten der Geschädigten sowie das
Einführen weiterer sicherer Zahlungsmöglichkeiten.
Der moderate Rückgang der Kraftstoffpreise könnte zudem den Rückgang beim Tankbetrug um
-11,4 Prozent (-10.973 Fälle) auf 85.462 Fälle beeinflusst haben.
28 PKS 2024
V5.0
Der Anteil der Betrugsfälle, die unter Nutzung des Internets begangen wurden, lag 2024 bei 55,3
Prozent (2023: 58,1 Prozent).
Insgesamtrfte die zunehmende Begehung von Betrugsfällen aus dem Ausland heraus einen
Einfluss auf die Fallzahlenentwicklung haben. Die oben genannten Zahlen umfassen ausschließlich
Taten, bei denen zumindest eine tatverdächtige Person im Inland gehandelt hat.
Bei 11,9 Prozent der Fälle des sonstigen Betrugs wurden im aktuellen Berichtsjahr konkrete
Phänomene erfasst. Hier dominieren die Phänomene „Enkeltrick/Schockanrufe“ mit 6.656 Fällen
(4,3 Prozent) und „falscher PVB“ mit 3.904 Fällen (2,5 Prozent).
4.4 T08b
Schlüssel
Betrug
insgesamt
Phänomene (Auswahl)
Enkeltrick /
Schockanrufe
Gewinnbe
nachrichtigung
Falscher
Amtsträger
Falscher
PVB
Sammlungs-/
Spendenbetrug
Abofalle
518900
Sonstiger
Betrug
156.190
6.656
1.122
1.577
3.904
917
916
Aufgeklärte
Fälle
88.739
1.527
108
325
337
461
172
Tatverdächtige
79.219
1.099
120
348
346
464
122
deutsche TV
46.939
609
75
148
192
130
98
nichtdeutsche
TV
32.280
494
45
200
154
334
24
Nachstehend sind die Zahlen aus der PKS-Ausland aufgeführt, also zu Fällen, bei denen die
tatverdächtige Person im Ausland, aber mit Erfolg in Deutschland gehandelt hat. Hier stehen den
743.472 Fällen der Inlands-PKS 513.518 Fälle der PKS-Ausland gegenüber.
4.4 T08c
Schlüssel
Fälle von
Betrug aus der PKS-Ausland
Anzahl
AQ
%-Anteil an
Fällen/ TV
der PKS-
Ausland
2024
2024
2024
510000
Betrug
513.518
5,1
80,0
Aufgeklärte Fälle
26.318
75,7
Tatverdächtige
23.480
74,8
4.4 T09
Schlüssel
Wirtschaftskriminalität
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
893000
Wirtschaftskriminalität
61.358
38.925
22.433
57,6
88,9
85,2
Aufgeklärte Fälle
54.548
33.162
21.386
64,5
Tatverdächtige
27.312
26.125
1.187
4,5
deutsche TV
19.366
18.163
1.203
6,6
nichtdeutsche TV
7.946
7.962
-16
-0,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
724
585
139
23,8
Die Fallzahlen im Deliktsbereich Wirtschaftskriminalität unterliegen regelmäßig starken
Schwankungen. Diese resultieren aus dem Abschluss z.T. mehrjähriger Ermittlungen in
Sammelverfahren mit einer Vielzahl von Geschädigten und Fällen.
Wesentlichen Einfluss auf die aktuelle Entwicklung hat der Abschluss eines Umfangsverfahrens in
Schleswig-Holstein mit insgesamt 18.595 Fällen im Deliktsbereich Abrechnungsbetrug im
Gesundheitswesen.
17
4.4 T10
Schlüssel
Wettbewerbs-, Korruptions- und
Amtsdelikte
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
650000
Wettbewerbs-, Korruptions- und
Amtsdelikte
4.636
5.312
-676
-12,7
74,5
74,4
Aufgeklärte Fälle
3.456
3.954
-498
-12,6
Tatverdächtige
4.681
5.005
-324
-6,5
deutsche TV
4.243
4.588
-345
-7,5
nichtdeutsche TV
438
417
21
5,0
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
x
84
64
20
-
x
Keine Trendaussage möglich (geringe Anzahl).
-
Bei einer Basiszahl unter 100 (erfasste Fälle/Tatverdächtige des Vorjahres) wird keine Steigerungsrate in Prozent
berechnet.
Das Dunkelfeld in diesem Deliktsbereich wird auf ein Vielfaches geschätzt. Auch weil die Fallzahlen
wie bei der Wirtschaftskriminalität durch größere Ermittlungskomplexe mit vielen Einzelfällen
und längeren Tatzeiträumen beeinflusst werden, kann aus diesem Rückgang um -12,7 Prozent auf
4.636 Fälle nicht auf eine aussagekräftige Tendenz und veränderte Entwicklung geschlossen
werden.
4.4 T11
Schlüssel
Straftaten i. Z. m.
Urheberrechtsbestimmungen
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
715000
Straftaten i. Z. m.
Urheberrechtsbestimmungen
11.320
10.835
485
4,5
75,6
81,0
Aufgeklärte Fälle
8.555
8.778
-223
-2,5
Tatverdächtige
8.670
8.532
138
1,6
deutsche TV
6.341
6.192
149
2,4
nichtdeutsche TV
2.329
2.340
-11
-0,5
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
366
380
-14
-3,7
17
Die Geschädigten hatten spezielle Blutuntersuchungen als Privatleistungen bei einem Labor im Kreis Nordfriesland in Auftrag gegeben
und Ergebnisse und Rechnungen erhalten, obwohl keine der vereinbarten Blutuntersuchungen durchgeführt worden sind. Es entstand
ein Gesamtschaden von 7,14 Millionen Euro. Das Verfahren wird bei der BKI Flensburg geführt. Es hatte bereits im Jahr 2021 ein
Umfangverfahren (8.717 Fälle) mit demselben Tatverdächtigen gegeben, der seine Handlungen noch vor der Anklageerhebung
fortsetzte und inzwischen verstorben ist. Im Jahr 2021 entstand bereits ein Gesamtschaden von 4 Millionen Euro.
30 PKS 2024
V5.0
4.4 T12
Schlüssel
Beleidigung
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
673000
Beleidigung
251.502
237.784
13.718
5,8
87,7
88,7
Aufgeklärte Fälle
220.561
210.852
9.709
4,6
Tatverdächtige
200.947
192.772
8.175
4,2
deutsche TV
154.896
149.072
5.824
3,9
nichtdeutsche TV
46.051
43.700
2.351
5,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
9.920
9.786
134
1,4
darunter:
673100
Beleidigung auf sexueller Grundlage
28.379
27.192
1.187
4,4
86,6
86,7
Aufgeklärte Fälle
24.590
23.577
1.013
4,3
Tatverdächtige
24.444
23.352
1.092
4,7
deutsche TV
17.713
17.184
529
3,1
nichtdeutsche TV
6.731
6.168
563
9,1
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.695
1.628
67
4,1
Beleidigungen insgesamt nahmen deutlich zu (+5,8 Prozent) und hier insbesondere die, die mit
Tatmittel Internet begangen wurden (um 3.028 Fälle auf 23.836 Fälle; +14,6 Prozent). Damit liegt der
Anteil der mit Tatmittel Internet begangenen Beleidigungen an allen Beleidigungen nun bei 9,5
Prozent (2023: 8,8 Prozent). Aus der bundesweiten Befragung SKiD 2020 ist bekannt, dass das
Dunkelfeld in diesem Bereich sehr groß ist nur etwa 1 Prozent der persönlichen Beleidigungen im
Internet wurden angezeigt.
18
4.4 T13
Schlüssel
Widerstand gegen und tätlicher Angriff
auf die Staatsgewalt
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
621000
Widerstand gegen und tätlicher Angriff
auf die Staatsgewalt
44.781
44.092
689
1,6
97,4
97,7
Aufgeklärte Fälle
43.615
43.092
523
1,2
Tatverdächtige
37.552
37.574
-22
-0,1
deutsche TV
24.299
24.798
-499
-2,0
nichtdeutsche TV
13.253
12.776
477
3,7
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
4.167
4.178
-11
-0,3
darunter:
621110
Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte
und gleichstehende Personen
23.247
23.042
205
0,9
99,1
99,3
Aufgeklärte Fälle
23.043
22.872
171
0,7
Tatverdächtige
21.288
21.343
-55
-0,3
deutsche TV
13.516
13.881
-365
-2,6
nichtdeutsche TV
7.772
7.462
310
4,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.491
2.465
26
1,1
18
Auf S. 70 des Ergebnisberichts: Birkel, C.; Church, D.; Erdmann, A.; Hager, A.; Leitgöb-Guzy, N. (2022): Sicherheit und Kriminalität in
Deutschland SKiD 2020. Bundesweite Kernbefunde des Viktimisierungssurvey des Bundeskriminalamts und der Polizeien der Länder.
Hg. v. Bundeskriminalamt. Wiesbaden.
Schlüssel
Widerstand gegen und tätlicher Angriff
auf die Staatsgewalt
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
621120
Tätlicher Angriff auf
Vollstreckungsbeamte und
gleichstehende Personen
20.223
19.940
283
1,4
97,2
97,2
Aufgeklärte Fälle
19.656
19.391
265
1,4
Tatverdächtige
17.682
17.654
28
0,2
deutsche TV
11.426
11.650
-224
-1,9
nichtdeutsche TV
6.256
6.004
252
4,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.962
2.002
-40
-2,0
Die insgesamt steigenden Fallzahlen könnten auf politische und gesamtgesellschaftliche
Multiproblemlagen (emotionalisierende Spaltung u. a. bei den Themen Klimaschutz und Migration
sowie das insgesamt angestiegene Level der Gewaltkriminalität) zurückzuführen sein.
4.4 T14
Schlüssel
Straftaten auf dem Umwelt- und
Verbraucherschutzsektor
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
898000
Straftaten auf dem Umwelt- und
Verbraucherschutzsektor
32.805
32.727
78
0,2
65,1
63,8
Aufgeklärte Fälle
21.358
20.882
476
2,3
Tatverdächtige
23.556
23.400
156
0,7
deutsche TV
16.557
16.989
-432
-2,5
nichtdeutsche TV
6.999
6.411
588
9,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.244
946
298
31,5
Straftaten aus dem Umwelt- und Verbraucherschutzsektor stagnierten im Vergleich zum Vorjahr.
4.4 T15
Schlüssel
Straftaten gegen das Waffengesetz
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
726200
Straftaten gegen das Waffengesetz
35.511
35.799
-288
-0,8
92,3
92,1
Aufgeklärte Fälle
32.774
32.985
-211
-0,6
Tatverdächtige
33.010
33.160
-150
-0,5
deutsche TV
22.111
23.114
-1.003
-4,3
nichtdeutsche TV
10.899
10.046
853
8,5
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.658
1.522
136
8,9
r das aktuelle Berichtsjahr ist ein leichter Rückgang der Straftaten gegen das Waffengesetz um -
0,8 Prozent zu verzeichnen. Nachdem in den letzten Berichtsjahren die Anzahl der Verstöße gegen
das Waffengesetz angestiegen sind (2022: + 6,4 Prozent; 2023: + 6,3 Prozent), ist für das Berichtsjahr
2024 ein geringer Rückgang zu verzeichnen. Die Fallzahl im Berichtsjahr 2024 bewegt sich auf dem
Durchschnittsniveau der letzten zehn Jahre.
32 PKS 2024
V5.0
4.4 T16a
Schlüssel
Cybercrime
Tren
d
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolu
t
in %
2024
2023
897000
Cybercrime
131.391
134.407
-3.016
-2,2
31,9
32,2
Aufgeklärte Fälle
41.892
43.242
-1.350
-3,1
Tatverdächtige
30.669
30.860
-191
-0,6
deutsche TV
20.629
22.059
-1.430
-6,5
nichtdeutsche TV
10.040
8.801
1.239
14,1
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.949
1.560
389
24,9
darunter:
543000
Fälschung beweiserheblicher Daten, Täuschung
im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung
10.616
10.286
330
3,2
41,6
44,1
Aufgeklärte Fälle
4.415
4.539
-124
-2,7
Tatverdächtige
4.175
4.254
-79
-1,9
deutsche TV
2.660
2.911
-251
-8,6
nichtdeutsche TV
1.515
1.343
172
12,8
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
198
160
38
23,8
674200
Datenveränderung, Computersabotage
2.493
2.293
200
8,7
27,6
31,9
Aufgeklärte Fälle
687
731
-44
-6,0
Tatverdächtige
693
738
-45
-6,1
deutsche TV
542
580
-38
-6,6
nichtdeutsche TV
151
158
-7
-4,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
x
18
36
-18
-
678000
Ausspähen, Abfangen von Daten einschl.
Vorbereitungshandlungen und Datenhehlerei
10.325
10.876
-551
-5,1
24,9
26,4
Aufgeklärte Fälle
2.572
2.876
-304
-10,6
Tatverdächtige
2.578
2.525
53
2,1
deutsche TV
1.947
1.896
51
2,7
nichtdeutsche TV
631
629
2
0,3
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
90
100
-10
-10,0
897100
Computerbetrug
107.957
110.952
-2.995
-2,7
31,7
31,6
Aufgeklärte Fälle
34.218
35.096
-878
-2,5
Tatverdächtige
23.894
24.158
-264
-1,1
deutsche TV
15.964
17.230
-1.266
-7,3
nichtdeutsche TV
7.930
6.928
1.002
14,5
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.675
1.311
364
27,8
darunter:
511212
Weitere Arten des Warenkreditbetruges § 263a
StGB
24.883
30.658
-5.775
-18,8
38,7
39,3
Aufgeklärte Fälle
9.622
12.042
-2.420
-20,1
Tatverdächtige
6.934
8.650
-1.716
-19,8
deutsche TV
5.219
6.656
-1.437
-21,6
nichtdeutsche TV
1.715
1.994
-279
-14,0
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
302
337
-35
-10,4
517220
Leistungskreditbetrug § 263a StGB
3.582
4.114
-532
-12,9
45,3
46,5
Aufgeklärte Fälle
1.624
1.912
-288
-15,1
Tatverdächtige
1.497
1.597
-100
-6,3
deutsche TV
1.108
1.253
-145
-11,6
nichtdeutsche TV
389
344
45
13,1
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
x
63
37
26
-
x
Keine Trendaussage möglich (geringe Anzahl).
-
Bei einer Basiszahl unter 100 (erfasste Fälle/Tatverdächtige des Vorjahres) wird keine Steigerungsrate in Prozent
berechnet.
4.4 T16b
Schlüssel
Cybercrime
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
*)
517500
Computerbetrug (sonstiger) § 263a StGB
17.548
15.792
1.756
11,1
43,6
39,4
Aufgeklärte Fälle
7.657
6.218
1.439
23,1
Tatverdächtige
6.356
5.801
555
9,6
deutsche TV
4.305
4.256
49
1,2
nichtdeutsche TV
2.051
1.545
506
32,8
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
327
241
86
35,7
*)
Soweit nicht unter den Schlüsseln 511120, 511212, 516300, 516520, 516920, 517220, 517900, 518112 bzw. 518302 zu
erfassen.
Die Fallzahlen des Deliktsbereichs Cybercrime belaufen sich im Jahr 2024 auf 131.391 Fälle und
nehmen damit nach einem kontinuierlichen Anstieg seit 2016
19
nun im zweiten Jahr in Folge ab.
Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass diese Fallzahlen ausschließlich Taten umfassen, bei denen
mindestens eine tatverdächtige Person im Inland gehandelt hat. Fälle, bei denen zwar Schäden in
Deutschland verursacht werden, aber der Handlungsort der oder des Tatverdächtigen im Ausland
liegt oder unbekannt ist (sogenannte Auslandstaten - welche insbesondere im Bereich Cybercrime
eine überdurchschnittliche Relevanz aufweisen), sind hier nicht enthalten. Die Auslandstaten im
Bereich Cybercrime weisen in den letzten Jahren einen kontinuierlichen Anstieg auf
20
und liegen
im aktuellen Berichtsjahr
21
bei mehr als 200.000 Fällen.
4.4 T16c
Schlüssel
Fälle der Cybercrime in der
PKS-Ausland
Anzahl
AQ
%-Anteil an allen
Fällen/ TV
der PKS-Ausland
2024
2024
2024
897000
Cybercrime
201.877
2,2
31,4
Aufgeklärte Fälle
4.371
12,5
Tatverdächtige
4.563
14,5
Darüber hinaus ist zu beachten, dass insbesondere der Bereich Cybercrime oftmals ein großes
Dunkelfeld aufweist. In SKiD 2020 zeigte sich, dass im Bereich Cyberkriminalität etwa vier von fünf
Straftaten nicht angezeigt wurden.
22
Die in SKiD 2020 erhobenen Cybercrimedelikte sind zwar
nicht direkt mit dem Straftatenschlüssel vergleichbar, jedoch weisen auch die Ergebnisse anderer
Studien im Bereich Cybercrime regelmäßig auf ein Dunkelfeld dieser Größenordnung hin.
23
Da
bislang keine aktuellen bundesweiten Ergebnisse zur Veränderung des Dunkelfelds im Bereich
Cyberkriminalität vorliegen, bleibt zunächst unklar, ob die Veränderung in den Fallzahlen auf eine
19
Die zunehmende Automatisierung im Bereich des Zahlungsverkehrs und des Warenhandels bedingte zum Berichtsjahr 2016 eine
grundsätzliche Überarbeitung des zur Fallerfassung genutzten Straftatenkataloges insbesondere im (Computer-)Betrugsbereich. Daher
ist der Vorjahresvergleich nur eingeschränkt möglich. Insofern werden als Basis die Daten aus 2016 genommen.
20
Siehe hierzu auch Cybercrime Bundeslagebild 2023“, S. 8.
21
Ab Berichtsjahr 2024 liegen erstmals valide Daten der sog. PKS-Ausland vor. Daher wurde für die vorherige Entwicklung led. ein
Trend angegeben.
22
Auf S. 66 des Ergebnisberichts: Birkel, C.; Church, D.; Erdmann, A.; Hager, A.; Leitgöb-Guzy, N. (2022): Sicherheit und Kriminalität in
Deutschland SKiD 2020. Bundesweite Kernbefunde des Viktimisierungssurvey des Bundeskriminalamts und der Polizeien der Länder.
Hg. v. Bundeskriminalamt. Wiesbaden.
23
Rund 80 Prozent Dunkelfeld: LKA SH, Kriminologische Forschungsstelle, Sicherheit und Kriminalität in Schleswig-Holstein,
Kernbefunde des Viktimisierungssurvey 2019, S. 24. https://www.schleswig-
holstein.de/DE/Landesregierung/POLIZEI/DasSindWir/LKA/KFS/_downloads/Kernbefunde_Dunkelfeldstudie_2019.pdf. Rund 90
Prozent Dunkelfeld bei Angriffen gegen Unternehmen: Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen, Cyberangriffe gegen
Unternehmen in Deutschland, Ergebnisse einer Folgebefragung 2020, S. 86. https://kfn.de/wp-
content/uploads/Forschungsberichte/FB_162.pdf
34 PKS 2024
V5.0
tatsächliche Veränderung derufigkeit oder auf eine Veränderung im Anzeigeverhalten
zurückzuführen sind.
4.4 T17a
Schlüssel
Rauschgiftdelikte
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
*)
730000
Rauschgiftdelikte insgesamt
228.104
346.877
-118.773
-34,2
88,4
90,8
Aufgeklärte Fälle
201.683
314.880
-113.197
-35,9
Tatverdächtige
175.669
266.280
-90.611
-34,0
deutsche TV
115.949
180.655
-64.706
-35,8
nichtdeutsche TV
59.720
85.625
-25.905
-30,3
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
16.659
23.254
-6.595
-28,4
darunter:
973010
Heroin
8.634
10.130
-1.496
-14,8
91,0
93,7
Aufgeklärte Fälle
7.858
9.489
-1.631
-17,2
Tatverdächtige
6.581
7.877
-1.296
-16,5
deutsche TV
3.602
4.342
-740
-17,0
nichtdeutsche TV
2.979
3.535
-556
-15,7
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.069
1.298
-229
-17,6
973020
Kokain einschl. Crack
38.671
36.890
1.781
4,8
89,4
91,2
Aufgeklärte Fälle
34.555
33.659
896
2,7
Tatverdächtige
31.540
30.463
1.077
3,5
deutsche TV
17.003
16.649
354
2,1
nichtdeutsche TV
14.537
13.814
723
5,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
4.389
3.816
573
15,0
973030
LSD
1.073
809
264
32,6
70,4
84,8
Aufgeklärte Fälle
755
686
69
10,1
Tatverdächtige
761
729
32
4,4
deutsche TV
623
620
3
0,5
nichtdeutsche TV
138
109
29
26,6
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
x
16
10
6
-
973040
Neue psychoaktive Stoffe (NPS)
4.255
3.005
1.250
41,6
75,4
78,4
Aufgeklärte Fälle
3.207
2.356
851
36,1
Tatverdächtige
2.990
2.264
726
32,1
deutsche TV
2.036
1.619
417
25,8
nichtdeutsche TV
954
645
309
47,9
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
200
149
51
34,2
x
Keine Trendaussage möglich (geringe Anzahl).
-
Bei einer Basiszahl unter 100 (erfasste Fälle/Tatverdächtige des Vorjahres) wird keine Steigerungsrate in Prozent
berechnet.
*)
Inhaltliche Schlüsseländerung wegen der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen
Zubereitungen ab dem 01.04.2024. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist nicht gegeben.
4.4 T17b
Schlüssel
Rauschgiftdelikte
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
973060
Amphetamin und Derivate (inkl.
Ecstasy)
39.133
40.380
-1.247
-3,1
89,2
90,2
Aufgeklärte Fälle
34.908
36.409
-1.501
-4,1
Tatverdächtige
32.426
34.203
-1.777
-5,2
deutsche TV
25.228
27.239
-2.011
-7,4
nichtdeutsche TV
7.198
6.964
234
3,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.523
1.350
173
12,8
973070
Methamphetamin
11.070
10.446
624
6,0
90,1
92,9
Aufgeklärte Fälle
9.975
9.701
274
2,8
Tatverdächtige
9.150
8.849
301
3,4
deutsche TV
7.076
6.968
108
1,5
nichtdeutsche TV
2.074
1.881
193
10,3
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
457
378
79
20,9
*)
973080
Cannabis und Zubereitungen
101.345
215.865
-114.520
-53,1
88,5
91,3
Aufgeklärte Fälle
89.713
197.173
-107.460
-54,5
Tatverdächtige
85.379
176.634
-91.255
-51,7
deutsche TV
54.158
117.836
-63.678
-54,0
nichtdeutsche TV
31.221
58.798
-27.577
-46,9
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
9.741
17.229
-7.488
-43,5
*)
Inhaltliche Schlüsseländerung wegen der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen
Zubereitungen ab dem 01.04.2024. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist nicht gegeben.
Die Zahl der erfassten Rauschgiftdelikte in der PKS sank insbesondere durch die Teillegalisierung
von Cannabis im vergangenen Jahr insgesamt um rund ein Drittel auf 228.104 Fälle (-34,2 Prozent).
Gleichzeitig stellte die Polizei bei LSD (+32,6 Prozent) und Neuen psychoaktiven Stoffen (NPS)
(+41,6 Prozent), beides Rauschgiftarten mit vergleichsweise niedrigen Fallzahlen, sowie erneut bei
Kokain einschließlich Crack (+4,8 Prozent) einen eher moderaten Anstieg der Delikte fest. Die
Deliktszahlen für Heroin sanken dagegen um 14,8 Prozent.
Ein Grund für die Zunahme der Deliktszahlenr Kokain und Crack dürfte in der hohen
Verfügbarkeit von Kokain in Deutschland und Europa zu sehen sein, die durch große
Kokainanbauflächen und Produktionsmengen in Südamerika begünstigt wird. Polizei und Zoll
gehen in enger Zusammenarbeit mit internationalen Partnern konsequent gegen Strukturen der
organisierten Kriminalität vor, um den Drogenhandel nachhaltig zu bekämpfen.
Kokain ist in allen Gesellschaftsschichten als "Lifestyledroge" etabliert, es ist von einer
flächendeckenden Versorgungsmöglichkeit für Konsumierende auszugehen. Nach wie vor liegen
die Fallzahlen zu Amphetamin und dessen Derivaten inklusive Ecstasy über denen von Kokain,
wobei aber eine deutliche Annäherung festzustellen ist. Der leichte Anstieg bei den
Methamphetaminzahlen dürfte im Rahmen der üblichen Schwankungen liegen.
Der deutliche Anstieg bei NPS resultiert hauptsächlich aus Ermittlungsverfahren im
Zusammenhang mit Justizvollzugsanstalten. Hierbei handelt es sich bspw. um Funde von
Papierscken (sog. „JVA-Papiere“), auf denen NPS aufgebracht waren, sowie um Feststellungen
durch die Vornahme von Drogentests bei Insassen. Darüber hinaus dürften sich hier auch deutliche
Anstiege der Fallzahlen in Bezug auf die synthetische Droge Ketamin niederschlagen.
Die absoluten Fallzahlen bei LSD sind auf einem vergleichbar geringen Niveau, daher hebt sich eine
Steigerung um lediglich 200 Fälle in Prozenten gleich deutlich hervor. LSD spielt aber faktisch
weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.
36 PKS 2024
V5.0
Grundsätzlich steht die Entwicklung der Fallzahlen bei Rauschgiftdelikten auch in Beziehung zu
etwaigen Veränderungen im Bereich der polizeilichen Kontrolltätigkeit.
4.4 T18
Schlüssel
Straftaten nach dem
Arzneimittelgesetz
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
716400
Straftaten nach dem Arzneimittelgesetz
4.840
4.814
26
0,5
78,2
73,9
Aufgeklärte Fälle
3.786
3.556
230
6,5
Tatverdächtige
3.554
3.642
-88
-2,4
deutsche TV
2.117
2.520
-403
-16,0
nichtdeutsche TV
1.437
1.122
315
28,1
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
682
444
238
53,6
Die Straftaten nach dem Arzneimittelgesetz sind im Vergleich zum Vorjahr um 26 Fälle auf 4.840
Fälle leicht angestiegen (+0,5 Prozent).
4.4 T19
Schlüssel
ausländerrechtliche Verstöße
Trend
2024
Anzahl
Veränderung
AQ
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
725000
ausländerrechtliche Verstöße
287.339
298.909
-11.570
-3,9
98,2
98,5
Aufgeklärte Fälle
282.157
294.470
-12.313
-4,2
Tatverdächtige
256.401
272.539
-16.138
-5,9
deutsche TV
1.017
1.180
-163
-13,8
nichtdeutsche TV
255.384
271.359
-15.975
-5,9
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
246.924
263.533
-16.609
-6,3
darunter:
725100
unerlaubte Einreise § 95 Abs. 1 Nr. 3 und
Abs. 2 Nr.1a AufenthG
90.222
93.158
-2.936
-3,2
99,8
99,8
Aufgeklärte Fälle
90.019
93.008
-2.989
-3,2
Tatverdächtige
87.950
92.107
-4.157
-4,5
deutsche TV
198
203
-5
-2,5
nichtdeutsche TV
87.752
91.904
-4.152
-4,5
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
85.790
90.226
-4.436
-4,9
725700
unerlaubter Aufenthalt § 95 Abs. 1 Nr. 1,
2 und Abs. 2 Nr. 1b AufenthG
177.275
187.059
-9.784
-5,2
99,6
99,6
Aufgeklärte Fälle
176.546
186.341
-9.795
-5,3
Tatverdächtige
162.442
174.117
-11.675
-6,7
deutsche TV
283
320
-37
-11,6
nichtdeutsche TV
162.159
173.797
-11.638
-6,7
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
159.193
171.126
-11.933
-7,0
Die Anzahl der ausländerrechtlichen Verstöße ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich um -3,9
Prozent auf 287.339 Fälle gesunken.
Die Fallzahlentwicklung bei der unerlaubten Einreise steht mutmaßlich im Zusammenhang mit
der Einführung von Binnengrenzkontrollen zur Bekämpfung der irregulären Migration an den
deutschen Außengrenzen.
5 Überblick Straftatenanteile
Straftatenanteile an Straftaten insgesamt = 5.837.445 Fälle (2023: 5.940.667 Fälle)
Die jeweiligen Straftatenanteile des Berichtsjahres 2023 stehen in Klammern.
5 G01
Straftatenanteile an Straftaten insgesamt ohne ausl. Verstöße = 5.550.106 Fälle (2023: 5.641.758
Fälle)
Die jeweiligen Straftatenanteile des Berichtsjahres 2023 stehen in Klammern.
5 G02
sonstige Straftaten
22,7%
(21,4%)
einfacher Diebstahl
19,7%
(19,7%)
schwerer Diebstahl
13,6%
(12,7%)
Betrug
12,7%
(13,5%)
Körperverletzung
10,7%
(10,3%)
Sachbeschädigung
9,5%
(9,4%)
Rauschgiftdelikte
3,9%
(5,8%)
ausländerrechtliche
Verstöße
4,9%
(5,0%)
Straftaten gegen die
sexuelle
Selbstbestimmung
2,2%
(2,1%)
Straftaten gegen das
Leben
0,1%
(0,1%)
sonstige Straftaten
23,9%
(22,5%)
einfacher Diebstahl
20,7%
(20,8%)
schwerer Diebstahl
14,3%
(14,2%)
Betrug
13,4%
(13,4%)
Körperverletzung
11,3%
(10,9%)
Sachbeschädigung
10,0%
(9,9%)
Rauschgiftdelikte
4,1%
(6,1%)
Sexualdelikte
2,3%
(2,2%)
Straftaten gegen das
Leben
0,1%
(0,1%)
38 PKS 2024
V5.0
Straftatenanteile an Gewaltkriminalität = 217.277 Fälle (2023: 214.099 Fälle)
Die jeweiligen Straftatenanteile des Berichtsjahres 2023 stehen in Klammern.
5 G03
*)
Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge §§
177, 178 StGB
**)
Sonstige Gewaltkriminalität: Körperverletzung mit Todesfolge, erpresserischer Menschenraub, Geiselnahme, Angriff
auf den Luft- und Seeverkehr
Straftatenanteile an Diebstahl insgesamt = 1.940.033 Fälle (2023: 1.971.435 Fälle)
Die jeweiligen Straftatenanteile des Berichtsjahres 2023 stehen in Klammern.
5 G04
Mord
0,3%
(0,3%)
Totschlag und
Tötung auf
Verlangen
0,7%
(0,7%)
Vergewaltigung,
sexuelle Nötigung
und sexueller
Übergriff *)
6,1%
(5,7%)
Raubdelikte
19,9%
(21,0%)
gefährliche und
schwere
Körperverletzung
72,8%
(72,2%)
sonstige Gewalt-
kriminalität **)
0,1%
(0,1%)
sonstiger Diebstahl
40,0%
(39,0%)
Ladendiebstahl
insgesamt
20,9%
(21,6%)
Diebstahl insgesamt
von Fahrrädern
12,7%
(13,4%)
Diebstahl von und
an/aus Kfz
14,8%
(14,4%)
Diebstahl insgesamt
in/aus Wohnungen
6,1%
(6,1%)
Taschendiebstahl
insgesamt
5,6%
(5,5%)
6 Langfristige Entwicklung
6.1 Kriminalität insgesamt
Bei „Straftaten insgesamt“ verringerte sich die Zahl der erfassten Fälle im Vergleich zum Jahr 2010
um 95.833 Fälle (-1,6 Prozent). Die Aufklärungsquote liegt mit 58,0 Prozent um 2,0 Prozentpunkte
über dem Wert von 2010 und erreicht damit fast den Höchststand im Jahr 2021 (58,7 Prozent).
Zu beachten ist, dass aufgrund der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und
dessen Zubereitungen ab dem 01.04.2024 eine direkte Vergleichbarkeit der Daten 2024 mit den
Vorjahresdaten nicht gegeben ist.
6.1.1 Entwicklung bei Straftaten insgesamt
6.1 T01
Jahr
Bevölkerung
*)
SR
Bevölkerung
Fälle
insgesamt
SR
Fälle
HZ
SR
HZ
AQ
2010
81.802.300
-0,2
5.933.278
-2,0
7.253
-1,8
56,0
2011
81.751.602
-0,1
5.990.679
1,0
7.328
1,0
54,7
2012
81.843.743
0,1
5.997.040
0,1
7.327
0,0
54,4
**)
2013
80.523.746
x
5.961.662
-0,6
7.404
x
54,5
2014
80.767.463
0,3
6.082.064
2,0
7.530
1,7
54,9
2015
81.197.537
0,5
6.330.649
4,1
7.797
3,5
56,3
2016
82.175.684
1,2
6.372.526
0,7
7.755
-0,5
56,2
***)
2017
82.521.653
0,4
5.761.984
-9,6
6.982
-10,0
57,1
2018
82.792.351
0,3
5.555.520
-3,6
6.710
-3,9
57,7
2019
83.019.213
0,3
5.436.401
-2,1
6.548
-1,9
57,5
2020
83.166.711
0,2
5.310.621
-2,3
6.386
-2,5
58,4
2021
83.155.031
0,0
5.047.860
-4,9
6.070
-4,9
58,7
2022
83.237.124
0,1
5.628.584
11,5
6.762
11,4
57,3
2023 Zensus 2011
84.358.845
1,3
5.940.667
5,5
7.042
4,1
58,4
****)
2023 Zensus 2022
83.118.501
x
5.940.667
5,5
7.147
x
58,4
2024 Zensus 2011
84.669.326
0,4
5.837.445
-1,7
6.894
-2,1
58,0
2024 Zensus 2022
83.456.045
x
5.837.445
-1,7
6.995
-2,2
58,0
*)
Quelle: Statistisches Bundesamt, Bevölkerungsstand jeweils zum 31.12. des Vorjahres zum jeweiligen
Berichtsjahr.
**)
Aufgrund der geänderten Datenbasis bei den Bevölkerungszahlen nach Zensus 2011 ist ein Vergleich mit den
Vorjahren nicht möglich.
***)
Die Bevölkerungsdaten sind aufgrund methodischer Änderungen und technischer Weiterentwicklungen nur
bedingt mit den Vorjahreswerten vergleichbar.
****)
Aufgrund der geänderten Datenbasis bei den Bevölkerungszahlen nach Zensus 2022 ist ein Vergleich mit den
Vorjahren nicht möglich.
x
Berechnung nicht möglich aufgrund geänderter Datenbasis.
40 PKS 2024
V5.0
6.1.2 Entwicklung bei Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße
6.1 T02
Jahr
Bevölkerung
*)
SR
Bevölkerung
Fälle insg.
ohne ausl.
Verstöße
SR
Fälle
HZ
SR
HZ
AQ
2010
81.802.300
-0,2
5.859.125
-2,0
7.163
-1,8
55,5
2011
81.751.602
-0,1
5.912.355
0,9
7.232
1,0
54,1
2012
81.843.743
0,1
5.908.011
-0,1
7.219
-0,2
53,7
**)
2013
80.523.746
x
5.851.107
-1,0
7.266
x
53,7
2014
80.767.463
0,3
5.925.668
1,3
7.337
1,0
53,7
2015
81.197.537
0,5
5.927.908
0,0
7.301
-0,5
53,4
2016
82.175.684
1,2
5.884.815
-0,7
7.161
-1,9
54,0
***)
2017
82.521.653
0,4
5.582.136
-5,1
6.764
-5,5
55,7
2018
82.792.351
0,3
5.392.457
-3,4
6.513
-3,7
56,5
2019
83.019.213
0,3
5.270.782
-2,3
6.349
-2,5
56,2
2020
83.166.711
0,2
5.163.536
-2,0
6.209
-2,2
57,2
2021
83.155.031
0,0
4.901.007
-5,1
5.894
-5,1
57,5
2022
83.237.124
0,1
5.402.755
10,2
6.491
10,1
55,6
2023 Zensus 2011
84.358.845
1,3
5.641.758
4,4
6.688
3,0
56,3
****)
2023 Zensus 2022
83.118.501
x
5.641.758
4,4
6.788
x
56,3
2024 Zensus 2011
84.669.326
0,4
5.550.106
-1,6
6.555
-2,0
55,9
2024 Zensus 2022
83.456.045
x
5.550.106
-1,6
6.650
-2,0
55,9
*)
Quelle: Statistisches Bundesamt Bevölkerungsstand jeweils zum 31.12. des Vorjahres zum jeweiligen
Berichtsjahr.
**)
Aufgrund der geänderten Datenbasis bei den Bevölkerungszahlen nach Zensus 2011 ist ein Vergleich mit den
Vorjahren nicht möglich.
***)
Die Bevölkerungsdaten sind aufgrund methodischer Änderungen und technischer Weiterentwicklungen nur
bedingt mit den Vorjahreswerten vergleichbar.
****)
Aufgrund der geänderten Datenbasis bei den Bevölkerungszahlen nach Zensus 2022 ist ein Vergleich mit den
Vorjahren nicht möglich.
x
Berechnung nicht möglich aufgrund geänderter Datenbasis.
Bei „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße“ verringerte sich die Fallzahl im
Vergleich zum Jahr 2010 um 309.019 Fälle (-5,3 Prozent).Die Aufklärungsquote liegt mit 55,9
Prozent um 0,4 Prozentpunkte über dem Wert von 2010 und ebenfalls 1,6 Prozentpunkte unter
dem bisherigen Höchststand im Jahr 2021 (57,5 Prozent).
Zu beachten ist auch hier, dass aufgrund der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von
Cannabis und dessen Zubereitungen ab dem 01.04.2024 eine direkte Vergleichbarkeit der Daten
2024 mit den Vorjahresdaten nicht gegeben ist.
6.2 Langfristige Entwicklung in ausgewählten Kriminalitätsbereichen
Gewaltkriminalität und Körperverletzung
6.2 G01
Die „Gewaltkriminalität“ ist 2024 im Vergleich zu 2010 um 8,0 Prozent (+16.034 Fälle) auf 217.277
Fälle gestiegen. Damit erreicht sie im aktuellen Berichtsjahr im Betrachtungszeitraum einen neuen
Höchststand.
Die in der Gewaltkriminalität enthaltene gefährliche und schwere Körperverletzung“
24
ist 2024 im
Vergleich zu 2010 um 10,7 Prozent (+15.274 lle) auf 158.177 Fälle gestiegen und bedeutet auch
hier die höchste Fallzahl im Betrachtungszeitraum.
Bei „vorsätzlicher einfacher Körperverletzung, die nicht unter die Gewaltkriminalität im Sinne der
PKS fällt, ist die Fallzahl im Vergleich zu 2010 um 17,3 Prozent (+64.511 Fälle) auf 437.461 Fälle
angestiegen und liegt damit um 1,9 Prozent über dem bisherigen Höchststand im
Betrachtungszeitraum (2023: 429.157 Fälle).
24
Schlüssel 222000: Gefährliche und schwere Körperverletzung, Verstümmelung weiblicher Genitalien §§ 224, 226, 226a, 231 StGB
0
50.000
100.000
150.000
200.000
250.000
300.000
350.000
400.000
450.000
500.000
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
erfasste Fälle
Gewaltkriminalität vorsätzliche einfache Körperverletzung gefährliche und schwere Körperverletzung
42 PKS 2024
V5.0
Straßenkriminalität
6.2 G02
Die „Straßenkriminalität“ ging 2024 im Vergleich zum Jahr 2010 um -18,7 Prozent (-253.248 Fälle)
auf 1.099.649 Fälle zurück.
Diebstahl
6.2 G03
Bei „schwerem Diebstahl“ ist im Vergleich zum Jahr 2010 ein Rückgang um 276.854 Fälle (-
25,0 Prozent) auf 791.120 Fälle zu verzeichnen. Der Rückgang bei „einfachem Diebstahl fiel etwas
geringer aus und lag im Vergleich zum Jahr 2010 bei -6.9 Prozent (-84.899 Fälle auf 1.148.913 Fälle).
0
250.000
500.000
750.000
1.000.000
1.250.000
1.500.000
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
erfasste Fälle
0
250.000
500.000
750.000
1.000.000
1.250.000
1.500.000
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
erfasste Fälle
einfacher Diebstahl schwerer Diebstahl
Betrug
6.2 G04
Bei „Betrug“ ist im Vergleich zum Jahr 2010 ein Rückgang um 224.690 Fälle (-23,2 Prozent) auf
743.472 Fälle zu registrieren. Nach einem deutlichen Rückgang im Jahr 2016 um 7,0 Prozent und
einem Anstieg von 1,3 Prozent im Jahr 2017 gehen die Fallzahlen seit 2018 zunächst deutlich (-7,6
Prozent) und dann moderater zurück. Nach einem geringen Anstieg im Jahr 2022 um 1,0 Prozent,
sank der Anteil nun wieder im zweiten Jahr in Folge (-1,5 Prozent, 2023: - 5,9 Prozent).
Bei den Rückgängen ist die Entwicklung der Straftaten mit Tatort im Ausland und Erfolgsort in
Deutschland
25
zu berücksichtigen.
25
Siehe Kapitel 4.3 (Seite 14)
0
200.000
400.000
600.000
800.000
1.000.000
1.200.000
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
erfasste Fälle
44 PKS 2024
V5.0
6.3 Entwicklung der Aufklärungsquoten
Entwicklung der Aufklärungsquoten bei Straftaten insgesamt
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 3.385.919 Fälle aufgeklärt. Dies entspricht einer Aufklärungsquote
von 58,0 Prozent (2023: 58,4 Prozent).
Gegenüber dem bisherigen Höchststand im Jahr 2021 (58,7 Prozent) ist die Aufklärungsquote im
Berichtsjahr 2024 um 0,7 Prozentpunkte auf 58,0 Prozent gesunken.
6.3 T01
6.3 G01
Jahr
aufgeklärte
Fälle
AQ
Straftaten (erfasst und aufgeklärt) und Tatverdächtige insgesamt
2010
3.322.320
56,0
2011
3.276.153
54,7
2012
3.259.822
54,4
2013
3.249.396
54,5
2014
3.336.398
54,9
2015
3.564.811
56,3
2016
3.584.167
56,2
2017
3.290.725
57,1
2018
3.206.507
57,7
2019
3.124.161
57,5
2020
3.100.401
58,4
2021
2.963.643
58,7
2022
3.226.935
57,3
2023
3.469.752
58,4
2024
3.385.919
58,0
Entwicklung der Aufklärungsquoten bei „Straftaten insgesamt ohne ausnderrechtliche
Verstöße“
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 3.103.762 Fälle aufgeklärt. Dies entspricht einer Aufklärungsquote
von 55,9 Prozent (2023: 56,3 Prozent).
Gegenüber dem bisherigen Höchststand im Jahr 2021 (57,5 Prozent) ist die Aufklärungsquote im
Berichtsjahr 2024 um 1,6 Prozentpunkte auf 55,9 Prozent gesunken.
6.3 T02 6.3 G02
Jahr
aufgeklärte
Fälle
AQ
Straftaten (erfasst und aufgeklärt) und Tatverdächtige insgesamt ohne
ausländerrechtliche
Verstöße
2010
3.249.323
55,5
2011
3.199.084
54,1
2012
3.172.113
53,7
2013
3.140.212
53,7
2014
3.181.194
53,7
2015
3.163.331
53,4
2016
3.175.324
54,0
2017
3.111.751
55,7
2018
3.045.321
56,5
2019
2.960.340
56,2
2020
2.955.323
57,2
2021
2.819.409
57,5
2022
3.003.914
55,6
2023
3.175.282
56,3
2024
3.103.762
55,9
0
1.000.000
2.000.000
3.000.000
4.000.000
5.000.000
6.000.000
7.000.000
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
Anzahl
erfasste Fälle aufgeklärte Fälle TV insgesamt
0
1.000.000
2.000.000
3.000.000
4.000.000
5.000.000
6.000.000
7.000.000
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
Anzahl
erfasste Fälle aufgekrte lle TV insgesamt
6.4 Entwicklung der Tatverdächtigenzahlen
Zu beachten ist auch hier, dass aufgrund der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von
Cannabis und dessen Zubereitungen ab dem 01.04.2024 eine direkte Vergleichbarkeit der Daten
2024 mit den Vorjahresdaten nicht gegeben ist.
Tatverdächtige insgesamt bei Straftaten insgesamt
6.4 T01
Jahr
Tatverdächtige
insgesamt
deutsche TV
nichtdeutsche TV
Anzahl
SR
Anzahl
SR
Anzahl
SR
Anteil
an TV
insgesamt
2010
2.152.803
-1,6
1.680.991
-2,5
471.812
2,0
21,9
2011
2.112.843
-1,9
1.628.314
-3,1
484.529
2,7
22,9
2012
2.094.118
-0,9
1.591.728
-2,2
502.390
3,7
24,0
2013
2.094.160
0,0
1.555.711
-2,3
538.449
7,2
25,7
2014
2.149.504
2,6
1.532.112
-1,5
617.392
14,7
28,7
2015
2.369.036
10,2
1.457.172
-4,9
911.864
47,7
38,5
2016
2.360.806
-0,3
1.407.062
-3,4
953.744
4,6
40,4
2017
2.112.715
-10,5
1.376.450
-2,2
736.265
-22,8
34,8
2018
2.051.266
-2,9
1.342.886
-2,4
708.380
-3,8
34,5
2019
2.019.211
-1,6
1.319.950
-1,7
699.261
-1,3
34,6
2020
1.969.617
-2,5
1.306.418
-1,0
663.199
-5,2
33,7
2021
1.892.003
-3,9
1.252.876
-4,1
639.127
-3,6
33,8
2022
2.093.782
10,7
1.309.906
4,6
783.876
22,6
37,4
2023
2.246.767
7,3
1.323.498
1,0
923.269
17,8
41,1
2024
2.184.834
-2,8
1.271.638
-3,9
913.196
-1,1
41,8
Tatverdächtige insgesamt bei „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße“
6.4 T02
Jahr
Tatverdächtige
insgesamt
deutsche TV
nichtdeutsche TV
Anzahl
SR
Anzahl
SR
Anzahl
SR
Anteil
an TV
insgesamt
2010
2.098.601
-1,6
1.679.369
-2,5
419.232
2,1
20,0
2011
2.054.232
-2,1
1.626.973
-3,1
427.259
1,9
20,8
2012
2.025.957
-1,4
1.590.398
-2,2
435.559
1,9
21,5
2013
2.007.328
-0,9
1.554.313
-2,3
453.015
4,0
22,6
2014
2.023.623
0,8
1.531.013
-1,5
492.610
8,7
24,3
2015
2.011.898
-0,6
1.456.078
-4,9
555.820
12,8
27,6
2016
2.022.414
0,5
1.406.184
-3,4
616.230
10,9
30,5
2017
1.974.805
-2,4
1.375.448
-2,2
599.357
-2,7
30,4
2018
1.931.079
-2,2
1.341.879
-2,4
589.200
-1,7
30,5
2019
1.896.221
-1,8
1.318.980
-1,7
577.241
-2,0
30,4
2020
1.863.118
-1,7
1.305.430
-1,0
557.688
-3,4
29,9
2021
1.785.398
-4,2
1.251.915
-4,1
533.483
-4,3
29,9
2022
1.921.553
7,6
1.309.115
4,6
612.438
14,8
31,9
2023
2.017.552
5,0
1.322.571
1,0
694.981
13,5
34,4
2024
1.967.731
-2,5
1.270.858
-3,9
696.873
0,3
35,4
46 PKS 2024
V5.0
7 Tatverdächtige
Grundsätzlich ist auch bei der Entwicklung der Tatverdächtigenzahlen zu berücksichtigen, dass
aufgrund der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen Zubereitungen ab
dem 01.04.2024 eine direkte Vergleichbarkeit der Daten 2024 mit den Vorjahresdaten nicht gegeben
ist.
7.1 Tatverdächtige bei „Straftaten insgesamt“
Im Berichtsjahr 2024 wurden insgesamt 3.385.919 Fälle aufgeklärt (2023: 3.469.752) und insgesamt
2.184.834 Tatverdächtige (2023: 2.246.767) ermittelt. Von den im Jahr 2024 insgesamt registrierten
Tatverdächtigen bei „Straftaten insgesamt waren 1.624.473 männlich (-3,0 Prozent, 2023: 1.675.541)
und 560.361 weiblich (-1,9 Prozent, 2023: 571.226).
Bei den deutschen Tatverdächtigen wurde ein Rückgang von -3,9 Prozent (-51.860) auf 1.271.638
festgestellt. Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen ist der Rückgang mit -1,1 Prozent (-10.073) auf
913.196 deutlich geringer ausgefallen. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an allen
Tatverdächtigen nahm im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte zu (2024: 41,8 Prozent;
2023: 41,1 Prozent).
Diese Tendenz kann aufgrund des aktuellen Wanderungsgeschehens in Deutschland als durchaus
erwartbar eingestuft werden. Während die deutsche Wohnbevölkerung sich in ihrer Größe kaum
verändert hat, ist die nichtdeutsche Bevölkerung merklich angewachsen. Neben diesen rein
zahlenmäßigen Effekten ist davon auszugehen, dass viele Schutzsuchende multiple Risikofaktoren
(bspw. unsichere Zukunftsperspektive, Armut, Gewalterfahrungen) für verschiedene
Deliktsbereiche (insb. Gewaltkriminalität und Eigentumsdelikte) aufweisen. Erwachsene (ab 21
Jahre) stellen mit 79,3 Prozent den größten Anteil an den Tatverdächtigen insgesamt, ihre Anzahl
nahm im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozentpunkte zu.
7.1- T01
Tatverdächtige
Anzahl
Veränderung
Anteil an TV
insgesamt
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
Tatverdächtige insgesamt
2.184.834
2.246.767
-61.933
-2,8
100,0
100,0
Männlich
1.624.473
1.675.541
-51.068
-3,0
74,4
74,6
Weiblich
560.361
571.226
-10.865
-1,9
25,6
25,4
Tatverdächtige insgesamt nach Alter
Kinder (0 bis unter 14 Jahre)
101.886
104.233
-2.347
-2,3
4,7
4,6
davon:
deutsche Kinder
62.100
64.481
-2.381
-3,7
2,8
2,9
nichtdeutsche Kinder
39.786
39.752
34
0,1
1,8
1,8
Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre)
192.863
207.149
-14.286
-6,9
8,8
9,2
davon:
deutsche Jugendliche
124.695
137.416
-12.721
-9,3
5,7
6,1
nichtdeutsche Jugendliche
68.168
69.733
-1.565
-2,2
3,1
3,1
Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre)
156.889
171.402
-14.513
-8,5
7,2
7,6
davon:
deutsche Heranwachsende
88.873
102.291
-13.418
-13,1
4,1
4,6
nichtdeutsche Heranwachsende
68.016
69.111
-1.095
-1,6
3,1
3,1
Erwachsene (ab 21 Jahre)
1.733.196
1.763.983
-30.787
-1,7
79,3
78,5
davon:
deutsche Erwachsene
995.970
1.019.310
-23.340
-2,3
45,6
45,4
nichtdeutsche Erwachsene
737.226
744.673
-7.447
-1,0
33,7
33,1
Im aktuellen Berichtsjahr sinkt die Anzahl der tatverdächtigen Kinder auf 101.896 (-2,3 Prozent),
dennoch wird das Niveau von 2019 deutlich überschritten (2019: 72.890 tatverdächtige Kinder;
2019/2024: +39,8 Prozent). Gleiches gilt für die Anzahl der tatverdächtigen Jugendlichen, die im
Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent gesunken ist, aber mit +8,9 Prozent deutlich über der Anzahl
des Berichtsjahres 2019 (177.082 Tatverdächtige) liegt. Die Anzahl der tatverdächtigen Erwachsenen
(ab 21 Jahre) sinkt im Vergleich zum Vorjahr leicht (-1,7 Prozent), liegt aber ebenfalls deutlich über
dem Niveau von 2019 (+10,8 Prozent; 2019: 1.591.465 Tatverdächtige).
Hingegen ist die Anzahl der tatverdächtigen Heranwachsenden sowohl im Vorjahresvergleich (-8,5
Prozent) als auch im Vergleichszeitraum 2024/2019 gesunken (-11,7 Prozent; 2019: 177.774
Tatverdächtige).
Jugendliche haben eine entwicklungsbedingt größere Neigung, gegen Normen zu verstoßen und
Straftaten zu begehen. Faktoren, die das Kriminalitätsaufkommen insgesamt ansteigen lassen (im
Vergleich zu 2019), entfalten daher bei Jugendlichen eine möglicherweise besonders deutliche
Wirkung.
Zudem gibt es Hinweise auf eine bei Kindern und Jugendlichen steigende Verbreitung psychischer
Belastungen, die zwar keine direkte Ursache für delinquentes Verhalten darstellen, aber im
Zusammen-wirken mit anderen ungünstigen Faktoren die Wahrscheinlichkeit der Begehung von
(Gewalt-)Straftaten erhöhen können.
48 PKS 2024
V5.0
7.2 Tatverdächtige bei „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche
Verstöße“
Im Berichtsjahr 2024 wurden insgesamt 3.103.762 Fälle aufgeklärt (2023: 3.175.282) und insgesamt
1.967.731 Tatverdächtige (2023: 2.017.552) ermittelt.
Von diesen bei „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße registrierten
Tatverdächtigen waren 1.464.515 männlich (74,4 Prozent) und 503.216 weiblich (25,6 Prozent).
Bei den deutschen Tatverdächtigen wurde ein Rückgang von -3,9 Prozent (2023: 1.322.571) auf
1.270.858 festgestellt. Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen wurde hingegen ein Anstieg von 0,3
Prozent (2023: 694.981) auf 696.873 registriert.
Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an allen Tatverdächtigen bei den Straftaten insgesamt
ohne ausländerrechtliche Verstöße nahm im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 Prozentpunkte zu
(2024: 35,4 Prozent; 2023: 34,4 Prozent).
Erwachsene ab 21 Jahre stellen mit 79,5 Prozent den größten Anteil an den Tatverdächtigen
insgesamt, ihr Anteil an allen Tatverdächtigen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,7
Prozentpunkte.
7.1 T02
Tatverdächtige
Anzahl
Veränderung
Anteil an TV
insgesamt
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
Tatverdächtige insgesamt
1.967.731
2.017.552
-49.821
-2,5
100,0
100,0
männlich
1.464.515
1.500.244
-35.729
-2,4
74,4
74,4
weiblich
503.216
517.308
-14.092
-2,7
25,6
25,6
Tatverdächtige insgesamt nach Alter
Kinder (0 bis unter 14 Jahre)
90.062
91.398
-1.336
-1,5
4,6
4,5
davon:
deutsche Kinder
62.102
64.481
-2.379
-3,7
3,2
3,2
nichtdeutsche Kinder
27.960
26.917
1.043
3,9
1,4
1,3
Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre)
177.265
188.257
-10.992
-5,8
9,0
9,3
davon:
deutsche Jugendliche
124.693
137.412
-12.719
-9,3
6,3
6,8
nichtdeutsche Jugendliche
52.572
50.845
1.727
3,4
2,7
2,5
Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre)
135.996
148.638
-12.642
-8,5
6,9
7,4
davon:
deutsche Heranwachsende
88.852
102.275
-13.423
-13,1
4,5
5,1
nichtdeutsche Heranwachsende
47.144
46.363
781
1,7
2,4
2,3
Erwachsene (ab 21 Jahre)
1.564.408
1.589.259
-24.851
-1,6
79,5
78,8
davon:
deutsche Erwachsene
995.211
1.018.403
-23.192
-2,3
50,6
50,5
nichtdeutsche Erwachsene
569.197
570.856
-1.659
-0,3
28,9
28,3
7.3 Tatverdächtigenbelastungszahl bei „Straftaten insgesamt
Die folgenden Tatverdächtigenbelastungszahlen (TVBZ)
26
drücken das Verhältnis der
Tatverdächtigen ab 8 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland zur Gesamtbevölkerung ab 8 Jahren aus.
7.3 T01
*)
Inhaltliche Schlüsseländerung wegen der Teillegalisierung des Besitzes und
Anbaus von Cannabis und dessen Zubereitungen ab dem 01.04.2024. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist nicht
gegeben.
Der Rückgang der Tatverdächtigenbelastungszahl begründet sich mit dem Rückgang der
Tatverdächtigenzahlen der entsprechenden Altersgruppen. Hierbei stehen diese auch im
Zusammenhang mit der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen
Zubereitungen ab dem 01.04.2024. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist damit nicht gegeben.
Siehe Details im Glossar.
Tatverdächtige
Trend
2024
TVBZ
Veränderung
2024
2023
absolut
in %
*)
Tatverdächtige insg. (ohne Kinder unter 8 Jahren)
2.421
2.499
-78
-3,1
männlich
3.627
3.752
-125
-3,3
weiblich
1.254
1.292
-38
-2,9
tatverdächtige Kinder (8 bis unter 14 J.)
1.849
1.915
67
-3,5
männlich
2.470
2.467
-4
0,1
weiblich
1.194
1.335
141
-10,6
tatverdächtige Jugendliche
5.711
6.129
-418
-6,8
männlich
7.976
8.351
-375
-4,5
weiblich
3.281
3.768
-487
-12,9
tatverdächtige Heranwachsende
5.447
6.056
-609
-10,1
männlich
8.073
9.054
-982
-10,8
weiblich
2.602
2.871
-269
-9,4
tatverdächtige Erwachsene
2.199
2.245
-47
-2,1
männlich
3.327
3.421
-94
-2,8
weiblich
1.124
1.129
-5
-0,4
50 PKS 2024
V5.0
7.4 Tatverdächtigenbelastungszahl bei „Straftaten insgesamt ohne
ausländerrechtliche Verstöße
Die folgenden Tatverdächtigenbelastungszahlen (TVBZ)
27
stellen das Verhältnis der ermittelten
Tatverdächtigen insgesamt ab 8 Jahren, errechnet auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner des
entsprechenden Bevölkerungsanteils, dar. Es wird differenziert nach deutschen bzw.
nichtdeutschen Tatverdächtigen ab 8 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland zur deutschen bzw.
nichtdeutschen Bevölkerung ab 8 Jahren bei Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche
Verstöße.
7.4 T01
*)
Inhaltliche Schlüsseländerung wegen der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen
Zubereitungen ab dem 01.04.2024. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist nicht gegeben.
Siehe Details im Glossar.
Tatverdächtige
Trend
2024
TVBZ
Veränderung
2024
2023
absolut
in %
TVBZ insgesamt
*)
Tatverdächtige insg. (ohne Kinder unter 8 Jahren)
2.342
2.419
-77
-3,2
männlich
3.507
3.627
-120
-3,3
weiblich
1.215
1.256
-40
-3,2
tatverdächtige Kinder (8 bis unter 14 J.)
1.823
1.890
-67
-3,5
männlich
2.442
2.439
4
0,2
weiblich
1.171
1.312
-142
-10,8
tatverdächtige Jugendliche
5.579
5.964
-385
-6,5
männlich
7.781
8.086
-305
-3,8
weiblich
3.216
3.708
-492
-13,3
tatverdächtige Heranwachsende
5.190
5.796
-605
-10,4
männlich
7.665
8.628
-963
-11,2
weiblich
2.510
2.787
-277
-9,9
tatverdächtige Erwachsene
2.126
2.172
-47
-2,2
männlich
3.215
3.308
-93
-2,8
weiblich
1.087
1.094
-7
-0,6
7.4 T02
*)
Inhaltliche Schlüsseländerung wegen der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen
Zubereitungen ab dem 01.04.2024. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist nicht gegeben.
Tatverdächtige
Trend
2024
TVBZ
Veränderung
2024
2023
absolut
in %
TVBZ deutsche Tatverdächtige
*)
Tatverdächtige insg. (ohne Kinder unter 8 Jahren)
1.878
1.953
-75
-3,8
männlich
2.781
2.894
-113
-3,9
weiblich
1.024
1.063
-39
-3,7
tatverdächtige Kinder (8 bis unter 14 J.)
1.500
1.582
-82
-5,2
männlich
2.002
2.023
-21
-1,0
weiblich
973
1.119
-146
-13,1
tatverdächtige Jugendliche
4.692
5.146
-454
-8,8
männlich
6.481
6.875
-394
-5,7
weiblich
2.812
3.329
-517
-15,5
tatverdächtige Heranwachsende
4.318
4.958
-640
-12,9
männlich
6.342
7.346
-1004
-13,7
weiblich
2.203
2.462
-259
-10,5
tatverdächtige Erwachsene
1.688
1.724
-36
-2,1
männlich
2.523
2.594
-71
-2,7
weiblich
910
915
-5
-0,5
TVBZ nichtdeutsche Tatverdächtige
*)
Tatverdächtige insg. (ohne Kinder unter 8 Jahren)
5.091
5.344
-253
-4,7
männlich
7.495
7.922
-427
-5,4
weiblich
2.441
2.547
-106
-4,2
tatverdächtige Kinder (8 bis unter 14 J.)
3.650
3.714
-64
-1,7
männlich
4.899
4.875
24
0,5
weiblich
2.304
2.469
-165
-6,7
tatverdächtige Jugendliche
10.811
11.310
-499
-4,4
männlich
14.958
15.657
-699
-4,5
weiblich
5.789
6.306
-517
-8,2
tatverdächtige Heranwachsende
9.721
10.887
-1166
-10,7
männlich
13.851
15.987
-2136
-13,4
weiblich
4.308
4.887
-579
-11,8
tatverdächtige Erwachsene
4.741
4.993
-252
-5,0
männlich
7.036
7.478
-443
-5,9
weiblich
2.234
2.309
-75
-3,2
52 PKS 2024
V5.0
7.4 T03
*)
Inhaltliche Schlüsseländerung wegen der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen
Zubereitungen ab dem 01.04.2024. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist nicht gegeben.
Der Vergleich der Belastungszahlen für deutsche und nichtdeutsche Tatverchtige zeigt:
Der Anteil der Personen, die im Berichtsjahr 2024 als Tatverdächtige polizeilich erfasst wurden, ist
bei männlichen Nichtdeutschen deutlich höher. Bei der Interpretation dieser unterschiedlichen
Tatverdächtigenbelastung bei Deutschen und Nichtdeutschen müssen jedoch mindestens drei
Punkte beachtet werden
28
:
1. Die PKS erfasst nur Straftaten, von denen die Polizei Kenntnis erlangt hat. Unterschiede in der
Belastungszahl deutscher und nichtdeutscher Tatverdächtiger sind daher nicht unmittelbar mit
einer tatsächlich unterschiedlichen Kriminalitätsbelastung dieser Bevölkerungsgruppen
gleichzusetzen. Insbesondere die Anzeigequote kann hier eine Rolle spielen: Wenn etwa
Straftaten unter Beteiligung nichtdeutscher Tatverdächtiger mit einer höheren
Wahrscheinlichkeit zur Anzeige gebracht werden als Straftaten mit deutschen Tatverdächtigen,
kann dies ebenfalls zu höheren Belastungszahlen in der PKS führen. Tatsächlich gibt es
Forschungsbefunde, die zeigen, dass Straftaten, an denen Personen beteiligt sind, die als
„migrantisch“ oder fremd wahrgenommenen werden (u.a. Nichtdeutsche), merklich häufiger
zur angezeigt werden.
2. Eine erhöhte Kriminalitätsbelastung von Nichtdeutschen bzw. von Menschen mit
Migrationsgeschichte findet sich zum Teil auch in Dunkelfeldstudien. Dabei handelt es sich um
Befragungen in denen die Teilnehmenden Auskunft über Straftaten geben, an denen sie
beteiligt waren unabhängig davon, ob diese zur Anzeige gebracht wurden. Die höhere
Kriminalitätsbelastung ist durchaus plausibel, da bekannt ist, dass Personen mit
Migrationshintergrund tendenziell stärker von Risikofaktoren betroffen sind, die eine
Begehung bestimmter Straftaten (bspw. Gewalt- und Eigentumsdelikte) herkunftsunabhängig
wahrscheinlicher machen. Dazu zählen neben einer nachteiligen räumlichen und
ökonomischen Lebenssituation auch psychische Belastungen, eigene Gewalterfahrungen in der
28
Befunde und weitergehende Erläuterungen zu den nachstehenden Punkten finden sich bspw. bei: Dreißigacker, L., Schröder, C. P.,
Krieg, Y., Becher, L., Hahnemann, A., & Gröneweg, M. (2023). Jugendliche in Niedersachsen. Ergebnisse des Niedersachsensurveys 2022.
Hannover: KfN; Walburg, C. (2023). Expertise Jugenddelinquenz in der Einwanderungsgesellschaft: Ursachen und neuere
Entwicklungen. Mediendienst Integration. https://mediendienst-
integration.de/fileadmin/Dateien/Expertise_MEDIENDIENST_Jugenddelinquenz.pdf
Tatverdächtige
2024
TVBZ deutsche TV
TVBZ nichtdeutsche TV
*)
Tatverdächtige insg. (ohne Kinder unter 8 Jahren)
1.878
5.091
männlich
2.781
7.495
weiblich
1.024
2.441
tatverdächtige Kinder (8 bis unter 14 J.)
1.500
3.650
männlich
2.002
4.899
weiblich
973
2.304
tatverdächtige Jugendliche
4.692
10.811
männlich
6.481
14.958
weiblich
2.812
5.789
tatverdächtige Heranwachsende
4.318
9.721
männlich
6.342
13.851
weiblich
2.203
4.308
tatverdächtige Erwachsene
1.688
4.741
männlich
2.523
7.036
weiblich
910
2.234
Kindheit sowie positive Einstellungen gegenüber Gewalt (Ellis et al. 2019; Kilchmann 2015;
Naplava 2023; Wallburg 2014).
3. Herkunftsunabhängig ist die Kriminalitätsbelastung bei jungen Menschen und bei Männern
deutlich überdurchschnittlich. Das zeigt sich auch bei den Nichtdeutschen und bedeutet: Je
höher der Anteil der Männer und je höher der Anteil jüngerer Menschen in einer
Bevölkerungsgruppe ist, desto höher fällt alleine dadurch die Kriminalitätsbelastung dieser
Gruppe aus.
Auch die beiden erstgenannten Faktoren wirken grundsätzlich herkunftsunabngig, wobei sich
jedoch festhalten lässt: Unterschiede in den Sozialisationsbedingungen zwischen Menschen
unterschiedlicher Herkunft sind möglich. Das gilt besonders für Menschen, die als Kinder- und
Jugendliche Gewalt, kriegerische Konflikte und Fluchterfahrungen durchlebt haben, was den
Aufbau psychischer Ressourcen (bspw. Resilienz) erheblich erschweren kann.
7.5 Nichtdeutsche Tatverdächtige nach Staatsangehörigkeit
Die 913.196 nichtdeutschen Tatverdächtigen (41,8 Prozent an allen Tatverdächtigen) hatten
folgende Staatsangehörigkeiten:
7.5 T01
Staatsangehörigkeit
Tatverdächtigen
Anzahl
Anteil an den
nichtdeutschen
Tatverdächtigen
in Prozent
Nichtdeutsche Tatverdächtige
insgesamt
913.196
darunter:
Syrien
114.889
12,6
Türkei
93.253
10,2
Rumänien
65.041
7,1
Ukraine
55.669
6,1
Afghanistan
49.427
5,4
Polen
47.771
5,2
Bulgarien
27.940
3,1
Irak
23.185
2,5
Serbien
22.072
2,4
Italien
19.353
2,1
Kosovo
16.187
1,8
Georgien
15.751
1,7
Russische Föderation
14.901
1,6
Iran
14.699
1,6
Albanien
13.806
1,5
Marokko
13.100
1,4
Algerien
11.143
1,2
Kroatien
10.753
1,2
Nordmazedonien
10.171
1,1
Moldau
9.941
1,1
Tunesien
9.666
1,1
Bosnien und Herzegowina
9.557
1,0
Indien
9.552
1,0
Somalia
9.333
1,0
Nigeria
9.266
1,0
*)
Sonstige
216.770
23,7
*)
einschließlich ungeklärter Staatsangehörigkeiten sowie Staatenlose.
54 PKS 2024
V5.0
8 Opfer
8.1 Überblick Opfer
8.1 T01
Straftaten
insgesamt mit
Opfererfassung
Anzahl Opfer
insgesamt
Veränderung
Anzahl Opfer
männlich
weiblich
2024
2023
absolut
in %
2024
2023
2024
2023
vollendet
1.246.967
1.165.979
80.988
6,9
724.120
687.194
522.847
478.785
versucht
80.450
83.350
-2.900
-3,5
52.761
54.208
27.689
29.142
insgesamt
1.327.417
1.249.329
78.088
6,3
776.881
741.402
550.536
507.927
8.1 T02
Straftaten
insgesamt mit
Opfererfassung
Kinder
Jugendliche
Heranwachsende
Erwachsene
< 14
14 < 18
18 < 21
ab 21
2024
2023
2024
2023
2024
2023
2024
2023
vollendet
100.660
92.979
107.755
99.303
83.609
79.787
954.943
893.910
versucht
5.792
6.113
6.869
7.051
5.115
5.348
62.674
64.838
insgesamt
106.452
99.092
114.624
106.354
88.724
85.135
1.017.617
958.748
8.1 T03
Straftaten
insgesamt mit
Opfererfassung
Deutsche Opfer
Nichtdeutsche Opfer
Nichtdeutsche Opfer
mit Aufenthaltsanlass
„Zuwanderer“
2024
2023
in %
2024
2023
in %
2024
2023
in %
vollendet
927.637
878.040
5,6
319.330
287.939
10,9
65.747
62.167
5,8
versucht
57.569
61.194
-5,9
22.881
22.156
3,3
4.304
4.419
-2,6
insgesamt
985.206
939.234
4,9
342.211
310.095
10,4
70.051
66.586
5,2
Im Berichtsjahr 2024 wurden im Zusammenhang mit Straftaten, bei denen eine Opfererfassung
vorgesehen ist, insgesamt 1.327.417 Opfer erfasst, davon 985.206 deutsche und 342.211
nichtdeutsche Opfer. Unter den Opfern mit ausländischer Staatsangehörigkeit waren 70.051
Zuwanderinnen und Zuwanderer.
Ab Berichtsjahr 2024 werden auch zu den Delikten Verletzung des chstpersönlichen
Lebensbereiches und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen sowie Beleidigung, üble
Nachrede und Verleumdung jeweils auf sexueller Grundlage Daten zu Opfern erfasst. Der Anteil
der zu diesen Delikten erfassten Opfer nimmt einen Anteil von 3,4 Prozent an allen in der PKS
erfassten Opfer ein (45.227 Opfer insgesamt, davon 17.026 männlich und 28.201 weiblich). Somit
sind die Daten zu den Opfern insgesamt nicht mit denen der Vorjahre vergleichbar.
VÄ=Veränderungen
8.2 Altersstruktur und Geschlecht der Opfer
8.2 T01a
Schlüssel
ausgewählte Straftaten/-gruppen
Opfer
insgesamt
Anteil an allen Opfern in Prozent
Geschlecht
Altersgruppe
Anzahl
männ-
lich
weib-
lich
Kinder
Jugend-
liche
Heran--
wachsende
Erwachsene
ab 21
------
Straftaten insgesamt
mit Opfererfassung
vollendet
1.246.967
58,1
41,9
8,1
8,6
6,7
76,6
versucht
80.450
65,6
34,4
7,2
8,5
6,4
77,9
insgesamt
1.327.417
58,5
41,5
8,0
8,6
6,7
76,7
892500
Mord, Totschlag und
Tötung auf Verlangen
vollendet
668
55,2
44,8
7,9
2,1
3,7
86,2
versucht
2.154
75,0
25,0
4,0
5,3
7,0
83,7
insgesamt
2.822
70,3
29,7
4,9
4,6
6,2
84,3
110000
Straftaten gg. die sexuelle
Selbstbestimmung
§§174, 174a, 174b, 174c,
177, 178, 184i 184j StGB
vollendet
40.845
8,8
91,2
6,2
25,6
15,3
52,9
versucht
1.969
7,6
92,4
4,1
17,1
12,0
66,9
insgesamt
42.814
8,7
91,3
6,1
25,2
15,2
53,6
210000
Raubdelikte
vollendet
39.678
77,4
22,6
5,7
13,0
9,0
72,3
versucht
9.902
75,9
24,1
10,7
15,0
8,7
65,6
insgesamt
49.580
77,1
22,9
6,7
13,4
9,0
70,9
220000
Körperverletzung
vollendet
638.890
61,4
38,6
8,7
9,6
7,5
74,1
versucht
59.211
67,3
32,7
5,6
7,1
5,9
81,3
insgesamt
698.101
61,9
38,1
8,5
9,4
7,3
74,8
230000
Straftaten gegen die
persönliche Freiheit
vollendet
344.736
55,6
44,4
5,6
6,9
5,7
81,8
versucht
6.137
53,8
46,2
8,0
6,8
5,7
79,6
insgesamt
350.873
55,5
44,5
5,7
6,9
5,7
81,7
8.2 T01b
Schlüssel
ausgewählte Straftaten/-gruppen
Anteil an allen Opfern in Prozent
Erwachsene ab 21
21
< 25
25
< 30
30
< 40
40
< 50
50
< 60
60
< 70
70
< 80
80 und
älter
------
Straftaten insgesamt
mit Opfererfassung
vollendet
10,4
12,7
21,8
14,5
9,7
4,9
1,7
0,9
versucht
8,9
10,8
21,8
15,3
11,5
6,1
2,1
1,3
insgesamt
10,3
12,6
21,8
14,6
9,8
5,0
1,7
0,9
892500
Mord, Totschlag und Tötung auf
Verlangen
vollendet
6,1
5,1
17,5
14,7
12,6
10,0
7,2
13,0
versucht
11,7
12,0
22,2
15,6
11,2
6,0
2,3
2,6
insgesamt
10,3
10,4
21,1
15,3
11,6
7,0
3,5
5,1
110000
Straftaten gg. die sexuelle
Selbstbestimmung
§§174, 174a, 174b, 174c, 177,
178, 184i 184j StGB
vollendet
13,5
11,1
14,3
7,5
3,7
1,5
0,6
0,8
versucht
13,6
12,8
20,3
11,4
4,4
2,3
0,7
1,4
insgesamt
13,5
11,1
14,6
7,7
3,7
1,5
0,6
0,8
210000
Raubdelikte
vollendet
10,2
10,6
19,1
13,6
10,1
4,9
1,9
2,0
versucht
8,4
9,3
16,4
11,7
9,8
5,7
2,4
1,8
insgesamt
9,8
10,3
18,6
13,2
10,0
5,1
2,0
1,9
220000
Körperverletzung
vollendet
9,7
11,3
21,6
14,8
9,2
4,7
1,7
1,0
versucht
8,9
11,3
22,9
16,5
12,1
6,3
2,1
1,2
insgesamt
9,7
11,3
21,7
15,0
9,5
4,8
1,8
1,0
230000
Straftaten gegen die
persönliche Freiheit
vollendet
8,5
10,5
22,4
17,2
12,9
7,1
2,3
0,8
versucht
8,0
9,3
24,6
13,8
13,2
7,2
2,5
1,0
insgesamt
8,4
10,5
22,5
17,1
12,9
7,1
2,3
0,9
56 PKS 2024
V5.0
8.3 Nichtdeutsche Opfer nach Staatsangehörigkeit
Die 342.211 nichtdeutschen Opfer (25,8 Prozent an allen Opfern) hatten folgende
Staatsangehörigkeiten:
8.3 T01
Staatsangehörigkeit
Opfer
Anzahl
Anteil an den
nichtdeutschen
Opfern
in Prozent
Nichtdeutsche Opfer insgesamt
342.211
darunter:
Syrien
40.552
11,8
Türkei
34.245
10,0
Ukraine
23.108
6,8
Polen
20.906
6,1
Afghanistan
19.674
5,7
Rumänien
18.367
5,4
Bulgarien
12.049
3,5
Irak
11.690
3,4
Italien
9.420
2,8
Serbien
8.272
2,4
Iran
7.052
2,1
Kosovo
5.878
1,7
Russische Föderation
5.807
1,7
Marokko
5.275
1,5
Kroatien
4.899
1,4
Griechenland
4.815
1,4
Bosnien und Herzegowina
4.051
1,2
Tunesien
3.905
1,1
Somalia
3.793
1,1
Nordmazedonien
3.580
1,0
Nigeria
3.239
0,9
Algerien
3.160
0,9
Ungarn
2.836
0,8
Spanien
2.834
0,8
Libanon
2.451
0,7
*)
Sonstige
80.353
23,5
*)
einschließlich ungeklärter Staatsangehörigkeiten sowie Staatenlose.
8.4 Vollstreckungsbeamtinnen und -beamte sowie
Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte (PVB) als Opfer
8.4 T01
Schlüssel
ausgewählte Straftaten/-
gruppen
Opfer
insgesamt
Anzahl
Vollstreckungsbeamte *)/Rettungsdienst-/Feuerwehrkräfte
insgesamt
männlich
weiblich
darunter:
Vollstreckungs-
beamte*
darunter:
PVB
------
Straftaten
insgesamt mit
Opfererfassung
vollendet
1.246.967
121.464
92.490
28.974
117.548
109.545
versucht
80.450
2.544
1.971
573
2.255
1.951
insgesamt
1.327.417
124.008
94.461
29.547
119.803
111.496
010000
Mord
vollendet
285
1
1
0
1
1
versucht
692
18
17
1
16
13
insgesamt
977
19
18
1
17
14
020010
Totschlag
vollendet
371
0
0
0
0
0
versucht
1.459
43
33
10
39
39
insgesamt
1.830
43
33
10
39
39
210000
Raub,
räuberische
Erpressung
und räuberischer
Angriff auf
Kraftfahrer
vollendet
39.678
83
60
23
81
67
versucht
9.902
45
36
9
45
36
insgesamt
49.580
128
96
32
126
103
222000
gefährliche und
schwere
Körperverletzung
vollendet
165.827
1.555
1.204
351
1.429
1.279
versucht
28.263
1.483
1.162
321
1.348
1.241
insgesamt
194.090
3.038
2.366
672
2.777
2.520
224000
vorsätzliche
einfache
Körperverletzung
vollendet
439.610
2.137
1.564
573
1.732
1.439
versucht
30.883
560
424
136
441
382
insgesamt
470.493
2.697
1.988
709
2.173
1.821
**)
232300
Bedrohung
vollendet
236.546
10.000
7.582
2.418
9.249
8.123
***)
621110
Widerstand
vollendet
59.685
58.437
45.388
13.049
58.089
54.752
***)
621120
tlicher Angriff
vollendet
42.902
42.276
32.124
10.152
40.497
38.210
*)
Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen im Sinne der §§ 113, 114 StGB sowie Vollstreckungsbeamten
gleichstehende Personen gemäß § 115 StGB mit Ausnahme der Rettungsdienste
**)
Keine Versuchsstrafbarkeit bei Bedrohung, Widerstand und tätlichem Angriff.
***)
621110 Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen §§ 113, 115 StGB
621120 tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen §§ 114, 115 StGB
Im Vergleich zum Vorjahr wurden bei der Gruppe der PVB insgesamt 111.496 Opfer registriert. Dies
bedeutet einen Anstieg um 5.200 Opfer oder 4,9 Prozent gegenüber 2023 (106.296).
109.545 PVB wurden Opfer vollendeter Taten. Dies ist ein Anstieg um 5.365 Opfer oder 5,1 Prozent
gegenüber 2023 (104.180).
r das Berichtjahr 2024 wurden 111.496 PVB als Opfer registriert. Gut drei Viertel (85.080;
76,3 Prozent) der Opfer sind männlich, knapp ein Viertel (26.416; 23,7 Prozent) ist weiblich. Bei rund
einem Prozent der registrierten Opfer PVB (1.119) war der Verletzungsgrad unbekannt, 81,4 Prozent
(90.733) wurden nicht verletzt, 17,5 Prozent (19.542) wurden leicht verletzt.
58 PKS 2024
V5.0
Schwere bzw. tödliche Verletzungen erlitten 0,1 Prozent (102) der PVB.
30
Hinsichtlich der Anteile
der registrierten Verletzungsgrade lassen sich keine Unterschiede zwischen männlichen und
weiblichen PVB feststellen.
Mit 54.752 Opfern (49,1 Prozent) werden PVB anteilig an allen Straftaten am häufigsten Opfer von
Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen §§ 113, 115 StGB, 47.538
(86,8 Prozent) dieser registrierten PVB bleiben dabei unverletzt und 6.792 (12,4 Prozent) erleiden
leichte Verletzungen.
55,4 Prozent (10.835) aller leicht verletzten PVB und 56,6 Prozent (56) aller schwer verletzten PVB
wurden Opfer eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen §§
114, 115 StGB.
Schwerste Gewaltdelikte wie „Mord“, „Totschlag“ oder „Raub“ machen weiterhin nur einen sehr
geringen Anteil bei der Opfergruppe PVB aus. Bei den übrigen Straftatengruppen waren hier
folgende Veränderungen zu verzeichnen:
gefährliche und schwere Körperverletzung
+4,8
Prozent
(2023:
2.404)
Bedrohung
+2,4
Prozent
(2023:
7.929)
Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte
+1,3
Prozent
(2023:
54.028)
tätlicher Angriff
+0,8
Prozent
(2023:
37.888)
vorsätzliche einfache Körperverletzung
-0,8
Prozent
(2023:
1.835)
Eine Veranstaltung (Ereignis) wurde bei 8,8 Prozent der Fälle, bei denen PVB als Opfer betroffen waren,
erfasst. Bei 3,4 Prozent (1.685 Fälle) handelte es sich um eine Demonstration/Versammlung, gefolgt von
Fußballspielen mit 1,9 Prozent (920 Fälle).
Bei einer differenzierteren Betrachtung zeigt sich, dass Fälle der gefährlichen und schweren
Körperverletzung gegen PVB in 12,6 Prozent (159) bei Fußballspielen begangen wurden und 9,8 Prozent
(123) bei Demonstrationen/Versammlungen. Bei Widerstand und tätlichem Angriff wurden in 3,2
Prozent (693) bzw. 2,7 Prozent (477) Demonstrationen erfasst, Fußballspiele bei 1,0 Prozent (225) bzw.
2,5 Prozent (447) und Volksfeste/Jahrmärkte bei 1,0 Prozent (223) bzw. 2,5 Prozent (198).
30
Bei einem der tödlich verletzten PVB handelt es sich um den Polizisten, der am 31.05.2024 im Rahmen eines islamistisch motivierten
Mordes in Mannheim Opfer eines Messerangriffs wurde. Ein weiterer PVB wurde bei einem Einsatz am 27.04.2024 in Thüringen tödlich
verletzt.
Des Weiteren ist unter den o.g. 102 Verletzungsgraden eine Fehlerfassung mit dem Verletzungsgrad tödlich verletzt zu verzeichnen.
9 Erläuterungen zu den Tabellen
Auf der BKA-Homepage sind die veröffentlichten Tabellen (zur PKS-Inland) über folgende
Möglichkeiten erschließbar:
Räumliche Gliederung
Die Tabellen werden nach den räumlichen Ordnungskriterien Bund, Länder, Kreise und
Städte strukturiert und innerhalb eines Ordnungskriteriums nach Fall, Tatverdächtige und
Opfer sortiert. Innerhalb eines Ordnungskriteriums sind Erweiterungen/Kürzungen
möglich.
Dateiformat: Excel
Thematische Gliederung
Die Tabellen werden nach den thematischen Ordnungskriterien Fall, Tatverdächtige, Opfer
und Belastungszahlen strukturiert und innerhalb eines Ordnungskriteriums nach Bund,
nder, Kreise und Städte sortiert. Innerhalb eines Ordnungskriteriums sind
Erweiterungen/Kürzungen möglich.
Dateiformat: Excel
Zeitreihen
Über einen längeren Zeitraum werden die jeweiligen Werte zu den einzelnen Straftaten/-
gruppen für die Bereiche Fälle, Tatverdächtige, Opfer und Belastungszahlen aufgelistet.
Dateiformat: Excel
Bevölkerungszahlen
In diesem Abschnitt werden die vom Statistischen Bundesamt zur Verfügung gestellten
Bevölkerungsdaten veröffentlicht, wie sie r die Berechnung der Belastungszahlen genutzt
werden (z.B. Wohnbelkerung insgesamt nach Alter, Deutsche Wohnbelkerung nach
Alter).
Dateiformate: Excel, PDF
Weiterhin stehen ab Berichtsjahr 2024 auch Tabellen zur PKS-Ausland zu Verfügung:
PKS-Ausland
Hier sind die Tabellen der PSK-Ausland zu Fällen und Tatverdächtigen veröffentlicht.
Dateiformat: Excel
Alle Tabellen im Excel-Format tragen einen Tabellennamen, ein Erstellungsdatum sowie eine
Versionsnummer. Sofern ein Austausch erforderlich ist, wird dieser in einem Änderungsnachweis
dokumentiert. Die Ersatz-Tabelle erhält eine neue Versionsnummer.
60 PKS 2024
V5.0
10 Glossar und Abkürzungsverzeichnis
10.1 Glossar
Die nachfolgenden Erläuterungen basieren auf den für die PKS-Erfassung geltenden Vorschriften,
stellen jedoch nur einen Auszug aus den im Zusammenhang mit der PKS benutzten
Begrifflichkeiten dar. Eine vollständige Information hierzu ist in den „Richtlinien zur Führung der
Polizeilichen Kriminalstatistik“ (PKS Richtlinien) bzw. im dazugehörigen Definitionskatalog
enthalten. Siehe BKA-Homepage (Aktuelle Informationen/Statistiken und Lagebilder/PKS 2022).
Altersgruppen
sind wie folgt definiert:
Kinder (unter 14 Jahre), Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre), Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre)
und Erwachsene (ab 21 Jahre). Die Altersgruppe der Erwachsenen wird zusätzlich unterteilt in
Jungerwachsene (21 bis unter 25 Jahre), Erwachsene ab 25 bis unter 30 Jahre, Erwachsene zwischen
30 und 80 Jahren in Altersstufen von 10 Jahren sowie Erwachsene ab 80 Jahren.
Aufgeklärter Fall
Siehe Fall
Aufklärungsquote (AQ)
Siehe Kriminalitätsquotienten
Ausländerrechtliche Verstöße
Bezeichnung wird als Kurzform für Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das
Freizügigkeitsgesetz/EU“ verwendet.
Bekannt gewordener Fall
Siehe Fall
Bevölkerung/Bevölkerungszahlen
Bezeichnung für alle in Deutschland gemeldeten (in amtlichen Melderegistern erfassten) Personen.
Dazu zählen sowohl deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger als auch Personen, die nicht die
deutsche Staatsbürgerschaft haben, sofern sie nach Bundesmeldegesetz meldepflichtig sind und
dieser Pflicht auch nachgekommen sind (siehe auch Bundesmeldegesetz).
Nicht erfasst sind Stationierungsstreitkräfte und deren Angehörige, Pendlerinnen und Pendler,
Durchreisende, Touristinnen und Touristen, Personen, die sich rzer als drei Monate in
Deutschland aufhalten, sowie Personen, die sich unerlaubt in Deutschland aufhalten.
Die im Zusammenhang mit der PKS verwendeten Belkerungszahlen werden vom Statistischen
Bundesamt zur Verfügung gestellt.
Informationen zu Bevölkerungszahlen sind auf der Homepage des Statistischen Bundesamtes
(www.destatis.de) veröffentlicht.
darunter
Siehe Statistikbegriffe
davon
Siehe Statistikbegriffe
Fall
In der PKS werden nur Fälle erfasst, die hinreichend konkretisiert sind:
Dazu müssen überprüfte Anhaltspunkte zu
dem Tatbestand (Erfüllung aller Tatbestandsmerkmale einer Strafrechtsnorm),
dem Tatort und
der Tatzeit / dem Tatzeitraum (mindestens das Jahr)
vorliegen.
Vage, nicht überprüfbare Angaben allein insbesondere über die Zahl begangener (Straf-) Taten
reichen nicht aus, um als Fall in die PKS aufgenommen zu werden.
Bei Großverfahren (z. B. Betrug) sind entsprechend den Erfassungsregeln nur durchermittelte
Vorgänge gemäß der Anzahl der unmittelbar Betroffenen (nicht nur anhand von Kundenkarteien)
für die PKS zu erfassen.
Bekannt gewordener Fall
ist jede im Katalog aufgeführte rechtswidrige (Straf-) Tat einschließlich der mit Strafe
bedrohten Versuche, denen eine (kriminal-) polizeilich bearbeitete Anzeige zugrunde liegt.
Aufgeklärter Fall
ist die Straftat, die nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis mindestens eine
Tatverdächtige oder ein Tatverdächtiger begangen hat, von dem grundsätzlich die
rechtmäßigen Personalien (z.B. mittels Ausweisdokument, erkennungsdienstliche
Behandlung etc.) bekannt sind.
Häufigkeitszahl (HZ)
Siehe Kriminalitätsquotienten
Handlungsort
siehe Tatort
Kriminalitätsquotienten
sind die aus absoluten Zahlen zur vergleichenden Beurteilung der Kriminalität errechneten Werte.
Aufklärungsquote (AQ)
bezeichnet in Hundertteilen das Verhältnis von aufgeklärten zu bekannt gewordenen Fällen
im Berichtszeitraum.
AQ
=
aufgeklärtelle x 100
────────────────────
bekannt gewordene Fälle
Häufigkeitszahl (HZ)
ist die Zahl der bekannt gewordenen Fälle insgesamt oder innerhalb einzelner Deliktsarten,
errechnet auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner (Stichtag ist jeweils der 31.12. des
Vorjahres zum Berichtsjahr, ersatzweise der zuletzt verfügbare, der dann besonders benannt
ist). Sie drückt die durch die Kriminalität verursachte Gefährdung aus.
HZ
=
Straftaten x 100.000
────────────────────
Einwohnerzahl
Hinweis:
Die Aussagekraft der Häufigkeitszahl wird dadurch beeinträchtigt, dass nur ein Teil der
begangenen Straftaten der Polizei bekannt wird, und dass u.a. Stationierungsstreitkräfte,
ausländische Durchreisende, Touristinnen und Touristen, Besucherinnen und Besucher
und grenzüberschreitende Berufspendlerinnen und Berufspendler sowie Nichtdeutsche, die
sich unerlaubt im Bundesgebiet aufhalten, in der Einwohnerzahl der Bundesrepublik
Deutschland nicht enthalten sind. Straftaten, die von diesem Personenkreis begangen
wurden, werden aber in der Polizeilichen Kriminalstatistik gezählt.
62 PKS 2024
V5.0
Steigerungsrate (SR)
gibt die prozentuale Veränderung von z.B. Fällen oder Häufigkeitszahlen für die
Gesamtkriminalität oder einzelner Deliktsarten zwischen verschiedenen
Berichtszeiträumen an. Eine positive Steigerungsrate bedeutet einen Zuwachs, eine negative
Steigerungsrate eine Abnahme bei z.B. Fällen bzw. Häufigkeitszahlen.
SR
=
(Berichtsjahr - Vorjahr) x 100
────────────────────
Vorjahr
Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ)
ist die Zahl der ermittelten ansässigen Tatverdächtigen, errechnet auf 100.000
Einwohnerinnen und Einwohner des entsprechenden Bevölkerungsanteils, jeweils ohne
Kinder unter 8 Jahren. (Stichtag ist grundsätzlich der 31.12. des Vorjahres zum Berichtsjahr.)
TVBZ
=
Ansässige Tatverdächtige ab 8 Jahre x 100.000
────────────────────
Einwohnerzahl ab 8 Jahre
TV mit Wohnsitz in der Tatortgemeinde
TV mit Wohnsitz im Landkreis der Tatortgemeinde
TV mit Wohnsitz im Bundesland der Tatortgemeinde
TV mit Wohnsitz im übrigen Bundesgebiet
Stationierungskräfte sind in der PKS enthalten, in der Bevölkerungsstatistik aber nicht.
Es wird die echte“ Tatverdächtigenzählung angewendet.
Oberschlüssel
Siehe Schlüssel
Opfer
sind narliche Personen, gegen die sich die mit Strafe bedrohte Handlung unmittelbar richtete.
Opfer sind Geschädigte/unmittelbar Betroffene speziell definierter Delikte gegen
höchstpersönliche Rechtsgüter (Leben,rperliche Unversehrtheit, Freiheit, Ehre, sexuelle
Selbstbestimmung) und Widerstandsdelikte, soweit diese im Straftatenkatalog zur Opfererfassung
(„O“) gekennzeichnet sind.
Phänomene
Abofalle: Im Rahmen einer zusammenhangsfremden Handlung (z.B. Teilnahme an einem
Gewinnspiel oder Download einer Datei) wird dem Geschädigten ein Abonnement
untergeschoben, ohne dass diesem der Vertragsabschluss bewusst sein konnte.
Enkeltrick: Unter Vorspiegelung vorhandener Verwandtschaftsverhältnisse wird der
Geschädigte dazu veranlasst, einen bestimmten Geldbetrag an den Tatverdächtigen zu zahlen.
Falscher Amtsträger: Wenn die Täterin / der Täter sich als falsche Amtsträgerin / falscher
Amtsträger ausgibt - ohne als falsche Polizistin / falscher Polizist aufzutreten.
Falscher PVB: Wenn die Täterin / der Täter sich als falsche Polizeivollzugsbeamtin / falscher
Polizeivollzugsbeamter ausgibt; falsche Polizistin / falscher Polizist; falsche Schutzpolizistin /
falscher Schutzpolizist; falsche Kriminalbeamtin / falscher Kriminalbeamter (Vorrang
gegenüber "falscher Amtsträger (ohne PVB)").
Gewinnbenachrichtigung: Dem Geschädigten wird ein Gewinn in Aussicht gestellt. Um diesen
zu erhalten, wird er aufgefordert, im Vorfeld eine Zahlung zu leisten. Der Gewinn wird nie
ausgezahlt.
Ladungsdiebstahl umfasst auch den Transportgutdiebstahl im Güterkraftverkehr gem. § 1
GüKG, im Werkverkehr und im Güterverkehr auf der Schiene gem. § 18 EBO sowie im Schiffs-
und Luftverkehr.
Sammlungs-/Spendenbetrug: Unter Vortäuschung eines bestimmten Sammel-
/Spendenzwecks oder einer Bedürftigkeit werden Geldsummen eingesammelt/erbettelt und im
Anschluss für private Zwecke genutzt.
Schockanrufe: Unter Vorspiegelung eines Unfalls / einer Notsituation einer nahestehenden
Person wird der Geschädigte dazu veranlasst, einen bestimmten Geldbetrag an den
Tatverdächtigen zu zahlen.
Trickdiebstahl liegt vor, wenn der Täter durch Täuschung/Irrtumserregung ein (kurzfristiges)
Vertrauensverhältnis zum Geschädigten aufbaut (z.B. durch Vorgabe einer Dienstleister-,
Behörden- oder Amtseigenschaft) oder durch Ablenkung (z.B. durch Anrempeln, Beschmutzen
der Kleidung) die verminderte Wahrnehmungs- bzw. Reaktionsfähigkeit des Geschädigten
nutzt, um (zunächst unbemerkt) den Gewahrsam über eine fremde Sache zu erlangen.
Politisch motivierte Kriminalität (PMK)
Staatsschutzdelikte gem. §§ 80a83, 8486a, 8791, 94100a, 102, 104, 105108e, 109109h, 129ab,
130, 192a, 234a und 241a StGB sowie Tatbestände des Völkerstrafgesetzbuches (VStGB) werden in
der PKS nicht erfasst. Delikte der allgemeinen Kriminalität, die dem Definitionssystem politisch
motivierte Kriminalität zuzuordnen sind, sind jedoch auch in der allgemeinen Polizeilichen
Kriminalstatistik zu erfassen.
Schlüssel
Eindeutige Kennzeichnung einer Straftat bzw. einer Straftatengruppe gemäß PKS-
Straftatenkatalog. Die in der PKS verwendeten Schlüssel sind sechsstellig. Die Bezeichnung einer
Straftat gemäß PKS orientiert sich nicht ausschließlich an der Rechtsnorm, sondern kann
zusätzliche Merkmale (z.B. Tatörtlichkeit, erstrebtes/erlangtes Gut) enthalten (z.B. 371000 einfacher
Diebstahl von Betäubungsmitteln aus Apotheken).
Oberschlüssel
Zusammenfassung mehrerer Schlüssel zu einer Straftatengruppe gemäß Hierarchie der
einzelnen Straftaten (der Schlüssel 211000 fasst beispielsweise alle Raubdelikte zusammen).
Summenschlüssel
Zusammenfassung mehrerer Schlüssel zu einer Straftatengruppe gemäß fachlich definierter
Anforderung. Eine Übersicht über alle Summenschlüssel ist auf der BKA-Homepage
abrufbar.
Schusswaffe
Als Schusswaffe im Sinne von „geschossen undmitgeführt“ gelten nur Schusswaffen gemäß § 1
Waffengesetz. Nicht zu erfassen ist das „Mithren“ von Schusswaffen bei solchen Personen, die
dazu bei rechtmäßiger Dienstausübung ermächtigt sind und gegen die Anzeige als Folge der
Dienstausübung erstattet wurde.
Mit einer Schusswaffe „gedroht ist dann zu erfassen, wenn wenigstens ein Opfer sich subjektiv
bedroht fühlt (hier z.B. auch durch eine Spielzeugpistole).
Ein Mitführen von Schusswaffen ist dann zu registrieren, wenn die bzw. der Tatverdächtige die
Schusswaffe bei der Tatausführung bei sich hatte. Der Vorsatz, die Schusswaffe zu verwenden, ist
nicht erforderlich.
Statistikbegriffe
Gemäß DIN 55 301 „Gestaltung statistischer Tabellen“ wird bei der Aufteilung einer Gesamtheit
unterschieden zwischen Aufgliederung (dargestellt durch den Begriff „davon“), Ausgliederung
(dargestellt durch den Begriff darunter“) und Zergliederung (dargestellt durch den Begriff „und
zwar“). Bezogen auf die PKS bedeutet dies:
64 PKS 2024
V5.0
davon
mtliche dem Oberschlüssel/Summenschlüssel zugeordnete Schlüssel sind aufgeführt. Die
Addition der zu den Schlüsseln gehörenden Zahlenwerte ergibt in Summe den Wert des
Oberschlüssels/Summenschlüssels.
Diese Aussage gilt analog auch bei Tatverdächtigen und Opfern.
darunter
Nur eine Auswahl (Teilmenge) der dem Oberschlüssel/Summenschlüssel zugeordneten
Schlüssel ist aufgehrt. Die Addition der zu den Schlüsseln gehörenden Zahlenwerte ergibt
nicht in Summe den Wert des Oberschlüssels/Summenschlüssels.
Diese Aussage gilt analog auch bei Tatverdächtigen und Opfern.
und zwar
Die aufgeführten Schlüssel stammen aus unterschiedlichen Gliederungsbereichen und
werden neu zusammengefügt.
Diese Aussage gilt analog auch bei Tatverdächtigen und Opfern.
Diese Aussagen gelten bei Fällen und bei Opfern. Bei Tatverdächtigen müssen zusätzlich die Regeln
der „Echttatverdächtigenzählung“ berücksichtigt werden (siehe Tatverdächtigenzählung auf
Bundesebene).
Die Begriffe „davon, „darunter“ bzw. „und zwar“ sind entbehrlich, wenn die Aussage auch ohne sie
eindeutig ist.
Steigerungsrate (SR)
Siehe Kriminalitätsquotienten bzw. Veränderung
Straftatenkatalog
Katalogisierte Auflistung der für die Erfassung und Ausgabe zulässigen Straftatenschlüssel
(hierarchisch geordnet).
Summenschlüssel
Siehe Schlüssel
Tatort
ist die politische Gemeinde in der Bundesrepublik Deutschland, in der die rechtswidrige (Straf-)
Tat begangen wurde. In der polizeilichen Kriminalstatistik ist der Tatort grundsätzlich der Ort, an
dem die bzw. der Tatverdächtige gehandelt hat (Handlungsort).
Tatverdächtige, Tatverdächtiger
ist jede Person, die nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis aufgrund zureichender
tatsächlicher Anhaltspunkte verdächtig ist, eine rechtswidrige (Straf-)Tat begangen zu haben. Dazu
zählen auch Mittäterinnen und Mittäter, Anstifterinnen und Anstifter sowie Gehilfinnen und
Gehilfen.
Zu beachten ist ferner, dass Schuldausschließungsgründe oder mangelnde Deliktsfähigkeit bei der
Tatverdächtigenerfassung für die Polizeiliche Kriminalstatistik nicht berücksichtigt werden. So sind
in der Gesamtzahl z.B. auch die strafunmündigen Kinder unter 14 Jahren enthalten. Als
tatverdächtig wird auch erfasst, wer wegen Tod, Krankheit oder Flucht nicht verurteilt werden
kann.
Tatverdächtige (nichtdeutsche)
sind Personen ausländischer Staatsangehörigkeit, Staatenlose und Personen, bei denen die
Staatsangehörigkeit ungeklärt ist oder keine Angaben zur Staatsangehörigkeit vorliegen. Personen,
die sowohl die deutsche als auch eine andere Staatsangehörigkeit besitzen, sind Deutsche.
Tatverdächtige Zuwanderinnen und Zuwanderer
sind Personen mit Aufenthaltsanlass „Asylbewerber“, Schutz- und Asylberechtigte,
Kontingentflüchtlinge“, Duldung“, oder „unerlaubter Aufenthalt“.
Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ)
Siehe Kriminalitätsquotienten
Tatverdächtigenzählung auf Bundesebene
Die im Jahr 2009 auf Bundesebene eingehrte „echte Tatverdächtigenzählung bedeutet, dass eine
Person, die in mehreren Bundesländern registriert wurde, in den Tatverdächtigenzahlen der PKS
nicht mehrfach, sondern nur als eine Tatverdächtige/ein Tatverdächtiger ausgewiesen wird. Die
Umstellung auf diese Zählweise erlaubt keinen Vergleich der Tatverdächtigenzahlen mit den
Jahren vor 2009.
Werden einer Tatverdächtigen/einem Tatverdächtigen im Berichtszeitraum mehrere Fälle
verschiedener Straftatenschlüssel zugeordnet, wird sie oder er für jede Gruppe gesondert, für die
entsprechenden übergeordneten Straftatengruppen bzw. für die Gesamtzahl der Straftaten
hingegen nur einmal gezählt. Die Tatverdächtigen bei den einzelnen Straftaten/-gruppen lassen
sich daher nicht zur Gesamtzahl der Tatverdächtigen addieren.
Wird dieselbe/derselbe Tatverdächtige innerhalb eines Berichtszeitraumes mit unterschiedlicher
Staatsangehörigkeit ermittelt, so wird sie oder er zu dem aktuellsten Merkmal gezählt. Analog wird
beim Aufenthaltsanlass nichtdeutscher Tatverdächtiger verfahren.
Tatzeit
ist der Zeitpunkt, zu dem die Straftat begangen wurde. Bei Straftaten, die sich über Zeiträume
erstrecken oder innerhalb von Zeiträumen begangen wurden, gilt das Ende des Zeitraumes als
Tatzeit. Wenn nicht mindestens das Jahr bestimmbar ist, gilt die Tatzeit als unbekannt.
und zwar
Siehe Statistikbegriffe
Veränderung
gibt die absolute und/oder die prozentuale Veränderung von z.B. Fällen oder Häufigkeitszahlen für
die Gesamtkriminalität oder einzelner Deliktsarten zwischen verschiedenen Berichtszeiträumen
an. Siehe auch Steigerungsrate.
66 PKS 2024
V5.0
10.2 Abkürzungsverzeichnis
A
Abs.
Absatz
AQ
Aufklärungsquote, siehe Glossar
AufenthG
Aufenthaltsgesetz
ausl.
ausländerrechtlich
B
BKA
Bundeskriminalamt
bspw.
beispielsweise
bzw.
beziehungsweise
D
DSA Digital Services Act
E
einschl.
einschließlich
F
G
ggf.
gegebenenfalls
H
HZ
Häufigkeitszahl, siehe Glossar
I
i. Z. m.
im Zusammenhang mit
inkl.
inklusive
insg.
insgesamt
J
K
L
M
N
NPS
Neue psychoaktive Stoffe
Nr.
Nummer
O
P
PDF
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PKS
Polizeiliche Kriminalstatistik
Q
R
rechtsw.
rechtswidrig
S
s. o.
siehe oben
SR
Steigerungsrate, siehe Glossar
StGB
Strafgesetzbuch
StVG
Straßenverkehrsgesetz
SCH
T
TV
Tatverdächtige, Tatverdächtiger, Tatverdächtige (Plural), abhängig vom
Kontext
TVBZ
Tatverdächtigenbelastungszahl
U
V
Veränderung
W
X
Y
Z
z. B.
zum Beispiel
z. T.
zum Teil
68 PKS 2024
V5.0
Impressum
Herausgeber
Bundesministerium des Innern und für Heimat, 11014 Berlin
Internet: www.bmi.bund.de
Stand
April 2025
Artikelnummer
BMI25028
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