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PKS 2024 · S. 17 / 68

Gewaltkriminalität 2024

Die Gewaltkriminalität stieg im aktuellen Berichtsjahr um 1,5 Prozent auf 217.277 Fälle an (2023: 214.099 Fälle).

Die darin enthaltenen Delikte:

Delikt Fälle 2024 Fälle 2023 Änderung (%)
Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen 2.303 2.282 +0,9
Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge 13.320 12.186 +9,3
Gefährliche und schwere Körperverletzung 158.177 154.541 +2,4
Raubdelikte 43.194 44.857 -3,7

Im Vergleich zum Berichtsjahr 2019 nahm die Gewaltkriminalität um 20,0 Prozent zu (2019: 181.054 Fälle).

Die darin enthaltenen Delikte im Vergleich zu 2019:

Delikt Fälle 2024 Fälle 2019 Änderung (%)
Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen 2.303 2.315 -0,5
Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge 13.320 9.426 +41,3
Raubdelikte 43.194 36.052 +19,8
Gefährliche und schwere Körperverletzung 158.177 133.084 +18,9

Steigerungen sind im Bereich der Gewaltkriminalität insbesondere bei nichtdeutschen Tatverdächtigen (+7,5 Prozent, 2024: 85.012) sowie bei Kindern (+11,3 Prozent, 2024: 13.775 tatverdächtige Kinder) und Jugendlichen (+3,8 Prozent, 2024: 31.383 tatverdächtige Jugendliche) zu beobachten.

Hier ist erstens zu bedenken, dass die nichtdeutsche Bevölkerung insgesamt auch im Verlauf des Jahres 2024 angewachsen ist und eine Zunahme der Zahl nichtdeutscher Tatverdächtiger somit zu erwarten war. Das gilt auch, da viele Zuwandernde, insbesondere Geflüchtete, mutmaßlich besonders von Risikofaktoren betroffen sind, die herkunftsunabhängig die Wahrscheinlichkeit der Begehung von Straftaten anwachsen lassen.

Zweitens gibt es Hinweise auf eine bei Kindern und Jugendlichen steigende Verbreitung psychischer Belastungen, die zwar keine direkte Ursache für delinquentes Verhalten darstellen, aber im Zusammenwirken mit anderen ungünstigen Faktoren die Wahrscheinlichkeit der Begehung von (Gewalt-)Straftaten erhöhen können.

Eine Erklärung für den Anstieg bei den Sexualdelikten könnte eine gestiegene Sensibilisierung und eine höhere Anzeigenbereitschaft der Betroffenen sein, so dass möglicherweise eine Verschiebung vom Dunkelfeld ins Hellfeld stattfindet. Bezüglich der langfristigen Entwicklung können hier u.a. auch Einflüsse aus der Me Too-Bewegung, die Gesetzesänderung zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung im Jahr 2016 sowie aktuelle Berichterstattungen eine Rolle spielen.

Quelle: PKS Bundeskriminalamt, 2024, V1.0Zu dieser Seite fragenOriginal beim BKA