Ausgewählte Aspekte der Kriminalitätsentwicklung
In der Spalte „Trend 2023“ sind Veränderungen ab +/- fünf bzw. +/- zehn Prozent (bei der Häufigkeitszahl von +/- 100) symbolisch mit roten oder grünen Pfeilen, geringere oder keine Veränderungen mit einem schwarzen Pfeil dargestellt.
Straftaten insgesamt
| Schlüssel | Fälle Trend 2023 | Anzahl | Veränderung | Anteil an allen erfassten Fällen in Prozent | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| erfasste Fälle | | 5.940.667 | 5.628.584 | 312.083 | 5,5 | 100,0 | 100,0 |
| aufgeklärte Fälle | | 3.469.752 | 3.226.935 | 242.817 | 7,5 |
Tatverdächtige (TV)
| Tatverdächtige (TV) | Trend 2023 | Anzahl | Veränderung | Anteil an TV insg. in Prozent | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tatverdächtige (TV) | | 2.246.767 | 2.093.782 | 152.985 | 7,3 | 100,0 | 100,0 |
| deutsche TV | | 1.323.498 | 1.309.906 | 13.592 | 1,0 | 58,9 | 62,6 |
| nichtdeutsche TV | | 923.269 | 783.876 | 139.393 | 17,8 | 41,1 | 37,4 |
| darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer | | 402.514 | 310.062 | 92.452 | 29,8 | 17,9 | 14,8 |
Kriminalitätsquotienten
| Trend 2023 | 2023 | 2022 | ||
|---|---|---|---|---|
| Aufklärungsquote | 58,4 | 57,3 | ||
| Häufigkeitszahl | 7.042,1 | 6.762,1 | 280,0 | 4,1 |
Mitursächlich für den Anstieg der Fallzahlen dürfte der Umstand sein, dass im aktuellen Berichtsjahr 2023 durchgehend keine Corona-bedingten Einschränkungen mehr bestanden, während das erste Halbjahr 2022 noch von den Einschränkungen betroffen war und erst im weiteren Verlauf eine vollständige Rückkehr zum öffentlichen bzw. gesellschaftlichen Leben erfolgte. Die Deliktsbereiche, die durch die dadurch bedingte Zunahme an Tatgelegenheiten in besonderem Maße beeinflusst sein dürften, wie Diebstahlsdelikte und Körperverletzung, sind auch die, die den größten Anteil an den registrierten Straftaten einnehmen (vgl. Kapitel 4). Weitere mögliche Einflussfaktoren sind Veränderungen in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie das aktuelle Migrationsgeschehen. Anders als in den Vorjahren wurde die Inflation während der Jahre 2022 und 2023 von den Menschen in Deutschland als wesentliches Problem wahrgenommen. Wirtschaftliche Belastung gilt als gut belegter Risikofaktor für Kriminalität, weshalb eine Zunahme wirtschaftlicher Sorgen in der Bevölkerung mit dem Kriminalitätsaufkommen in Zusammenhang stehen kann. Durch die starke Zuwanderung der Jahre 2022 und 2023 steigt nicht nur die Einwohnerzahl und dadurch auch tendenziell das Aufkommen an Straftaten. Viele Zugewanderte weisen zudem multiple Risikofaktoren für verschiedene Deliktsformen auf, bspw. psychische Belastung oder eine unsichere Lebenssituation.
Im Jahr 2023 wurde in 4.419 Fällen mit einer Schusswaffe gedroht (+8,0 Prozent, 2022: 4.092 Fälle) und in 4.687 Fällen mit einer Schusswaffe geschossen (+5,5 Prozent, 2022: 4.442 Fälle). Der Anteil dieser Fälle an allen erfassten Fällen betrug wie auch im Vorjahr jeweils 0,1 Prozent.