PKS 2016 1
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Polizeiliche
Kriminalstatistik 2023
Ausgewählte Zahlen im Überblick
2 PKS 2023
V1.0
PKS 2023 3
V1.0
Die Innenministerinnen und Innenminister sowie die Innensenatorin und Innensenatoren der Länder
und des Bundes haben sich im März 2024 mit der Polizeilichen Kriminalstatistik 2023 befasst und den
nachstehenden Bericht durch einstimmigen Beschluss zur Kenntnis genommen.
Die Kriminalität in der Bundesrepublik Deutschland
- Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2023 -
Inhaltsverzeichnis
1 Allgemeine Hinweise 4
2 Ziel, Inhalt, Aussagekraft und Besonderheiten 6
3 Überblick 2023 9
3.1 Straftaten 9
3.2 Tatverdächtige 11
3.3 Opfer 11
4 Ausgewählte Aspekte der Kriminalitätsentwicklung 12
4.1 Straftaten insgesamt 12
4.2 Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße 13
4.3 Ausgewählte Straftaten/-gruppen 14
5 Überblick Straftatenanteile 31
6 Langfristige Entwicklung 33
6.1 Kriminalität insgesamt 33
6.2 Langfristige Entwicklung in ausgewählten Kriminalitätsbereichen 35
6.3 Entwicklung der Aufklärungsquoten 38
6.4 Entwicklung der Tatverdächtigenzahlen 39
7 Tatverdächtige 40
7.1 Tatverdächtige bei „Straftaten insgesamt“ 40
7.2 Tatverdächtige bei „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße 42
8 Opfer 43
8.1 Überblick Opfer 43
8.2 Altersstruktur und Geschlecht der Opfer 44
8.3 Nichtdeutsche Opfer nach Staatsangehörigkeit 45
8.4 Vollstreckungsbeamtinnen und -beamte sowie Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte (PVB) als
Opfer 46
9 Erläuterungen zu den Tabellen 48
10 Glossar und Abkürzungsverzeichnis 49
10.1 Glossar 49
10.2 Abrzungsverzeichnis 54
Impressum 56
4 PKS 2023
V1.0
1 Allgemeine Hinweise
Auf der Homepage des Bundeskriminalamtes (BKA) (www.bka.de) ist über den Pfad „Aktuelle Informa-
tionen/Statistiken und Lagebilder“ die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zu finden.
Seit dem Berichtsjahr 2012 stehen dort auch eine Vielzahl von Tabellen zu Fällen, Tatverdächtigen und
Opfern sowie Zeitreihen zum Abruf bereit.
Gemäß Bundesgleichstellungsgesetz § 4 Abs. 3 soll in Rechts- und Verwaltungsschriften sowie im
dienstlichen Schriftverkehr die Gleichstellung von Frauen und Männern sprachlich zum Ausdruck ge-
bracht werden. Diese Vorgabe wird analog auch auf diese Publikation angewandt. Folgende Gegeben-
heiten müssen jedoch berücksichtigt werden:
Geschlechtsspezifische Formulierungen können nur verwendet werden, wenn die Texte in der For-
mulierungshoheit der Autorin/des Autors liegen.
Katalogwerte sind definierte Begriffe und können in dieser Publikation nicht abweichend von der
getroffenen Festlegung in geschlechtsspezifischen Schreibweisen verwendet werden (Katalog-
werte werden in Anführungszeichen dargestellt).
Zitate aus anderen Vorschriften/Publikationen/Texten, die nicht geschlechtsspezifisch formuliert
sind, können ebenfalls nicht geändert werden.
Begriffe und Abkürzungen
Bei der tabellarischen Darstellung von Informationen zu Straftaten/-gruppen werden immer der Straf-
tatenschlüssel und dessen Bedeutung (diese ggf. gekürzt) angegeben. Die Übersicht über alle für das
aktuelle Berichtsjahr gültigen Straftatenschlüssel inklusive der vollständigen Bezeichnung ist im PKS-
Straftatenkatalog enthalten, der auf der Homepage abrufbar ist.
r „Diebstahl ohne erschwerende Umstände (Schlüssel 3***00)“ sowie „Diebstahl unter erschweren-
den Umständen (Schlüssel: 4***00)“ werden die Begriffe „einfacher Diebstahl“ und „schwerer Dieb-
stahl“ verwendet.
Der PKS-Straftatenkatalog enthält zudem eine Auflistung aller Summenschlüssel, mit denen in einigen
Deliktsbereichen nach fachlich definierten Anforderungen mehrere Straftatenschlüssel zu einer Strafta-
tengruppe zusammengefasst werden, z.B. „892000 Gewaltkriminalität“. Welche einzelnen Straftaten-
schlüssel den Summenschlüsseln jeweils zugeordnet sind, ist dem DokumentÜbersicht Summen-
schlüsselzu entnehmen, das ebenfalls auf der Homepage des BKA abrufbar ist.
Fachbegriffe und Abkürzungen werden im Kapitel „Glossar und Abkürzungsverzeichnis“ erläutert.
PKS 2023 5
V1.0
Datenvergleiche
Die Tabellen der PKS werden auf Basis der Einzeldatensätze in den Landeskriminalämtern und dem BKA
nach festgelegten Regeln erstellt. Systembedingtnnen die auf Bundesebene ermittelten Werte ge-
ringe Abweichungen zu den in den Ländern veröffentlichten Daten aufweisen.
Aufgrund von Auf- bzw. Abrundungen bei Prozentzahlen ergibt sich unter Umständen bei der Addition
der jeweiligen Prozentzahlen ein Wert ungleich 100 Prozent.
Änderungen in Rechtsvorschriften, aber auch bei den Erfassungsmodalitäten führen oftmals zu Ein-
schränkungen in der Vergleichbarkeit der Daten mit den Vorjahren. In Tabellen, in denen Entwicklun-
gen dargestellt sind, werden die betroffenen PKS-Schlüssel entsprechend gekennzeichnet. Eine korres-
pondierende Kennzeichnung der übergeordneten Schlüssel bzw. der Summenschlüssel erfolgt in der
Regel nicht.
Betrachtungszeitraum der Kriminalitätsentwicklung
Der Zeitraum für die Betrachtung der Kriminalitätsentwicklung ist auf 15 Jahre festgelegt. Im Bericht
zur PKS 2023 beginnen die Zeitreihen folglich mit dem Basisjahr 2009.
6 PKS 2023
V1.0
2 Ziel, Inhalt, Aussagekraft und Besonderheiten
Ziel
Die PKS dient
der Beobachtung der Kriminalität insgesamt und einzelner Deliktsarten, des Umfangs und
der Zusammensetzung des Tatverdächtigenkreises sowie der Veränderung von Kriminali-
tätsquotienten,
der Erlangung von Erkenntnissen zur vorbeugenden und verfolgenden Kriminalitätsbe-
mpfung, für organisatorische Planungen und Entscheidungen sowie für kriminologisch-
soziologische Forschungen und kriminalpolitische Maßnahmen.
Inhalt
Die PKS ist eine sogenannte Ausgangsstatistik. Das bedeutet, dass in ihr die der Polizei bekannt gewor-
denen und durch sie endbearbeiteten Straftaten, einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche und
der vom Zoll bearbeiteten Rauschgiftdelikte
1
, abgebildet werden und eine statistische Erfassung erst bei
Abgabe an die Staatsanwaltschaft erfolgt.
Nicht enthalten sind Staatsschutzdelikte, Verkehrsdelikte (mit Ausnahme der Versße gegen §§ 315,
315b StGB und § 22a StVG), Straftaten, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland begangen wur-
den, Ordnungswidrigkeiten und Verstöße gegen strafrechtliche Landesgesetze, mit Ausnahme der ein-
schlägigen Vorschriften in den Landesdatenschutzgesetzen.
Delikte, die nicht zum Aufgabenbereich der Polizei gehören (z.B. Finanz- und Steuerdelikte) bzw. unmit-
telbar bei der Staatsanwaltschaft angezeigt und ausschließlich von ihr bearbeitet werden (z.B. Aussage-
delikte), sind ebenfalls nicht in der PKS enthalten.
Die PKS enthält insbesondere Angaben über
Art und Anzahl der erfassten Straftaten,
Tatort und Tatzeit,
Opfer und Schäden,
Aufklärungsergebnisse,
Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und andere Merkmale der Tatverdächtigen.
Die nachstehenden Aussagen beziehen sich, soweit nicht anders vermerkt, auf das Bundesgebiet insge-
samt.
1
Im Jahr 2017 wurde der Wirkbetrieb zur Erfassung der Rauschgiftdelikte durch den Zoll aufgenommen.
PKS 2023 7
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Aussagekraft
Die Aussagekraft der PKS ist insbesondere durch folgende Punkte begrenzt:
Dunkelfeld
In der PKS wird nur das sogenannte Hellfeld also die der Polizei bekannt gewordene Kriminalität
erfasst. Aufgrund fehlender statistischer Daten kann das sogenannte Dunkelfeld die der Polizei nicht
bekannt gewordene Kriminalität in der PKS nicht abgebildet werden. Änderungen im Anzeigeverhal-
ten der Bevölkerung oder in der Verfolgungsintensität der Polizei nnen die Grenze zwischen dem
Hell- und Dunkelfeld verschieben, ohne dass sich der Umfang der tatsächlichen Kriminalität verändert
hat. Sogenannte Viktimisierungssurveys bei denen zufällig ausgewählte Personen aus der Bevölkerung
u. a. dazu befragt werden, ob sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums Opfer von Straftaten geworden
sind erlauben es, den Umfang des kriminalstatistischen Dunkelfeldes abzuschätzen. Durch wieder-
holte Befragungen dieser Art kann festgestellt werden, ob sich die Relation von Hell- und Dunkelfeld
verändert hat. Bislang wurden unter Beteiligung des BKA drei bundesweite Viktimisierungssurveys in
den Jahren 2012, 2017 und 2020 durchgeführt. Dabei stellt der Viktimisierungssurvey des Jahres 2020
den Auftakt zu der periodisch angelegten Studie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland (SKiD)
dar, die das BKA in Zusammenarbeit mit den Polizeien der Länder durchführt. Die zentralen bundeswei-
ten Ergebnisse des ersten Zyklus wurden im November 2022 im Rahmen einer Bundespressekonferenz
vorgestellt und in einem ausführlichen Bericht veröffentlicht
2
. Über die Erkenntnisse dieser ersten Be-
fragungswelle hinaus werden durch zukünftige Wiederholungen der Studie Veränderungen und lang-
fristige Entwicklungen des Kriminalitätsaufkommens und Sicherheitsgefühls in der Gesellschaft identifi-
ziert werden können. Im Rahmen der zweiten Erhebungswelle von SKiD wurde am 19. Februar 2024
mit der Kontaktierung der Befragten in der Bevölkerung begonnen.
Erste Ergebnisse werden voraussichtlich Ende 2025 veröffentlicht.
Einflussfaktoren
Folgende Aspekte können die Entwicklung der Zahlen in der PKS beeinflussen:
Anzeigeverhalten (zum Beispiel unter Versicherungsaspekten),
polizeiliche Kontrollintensität,
Änderung der statistischen Erfassung,
Änderung des Strafrechts,
echte Kriminalitätsänderung.
Die PKS bietet kein exaktes Spiegelbild der Kriminalitätswirklichkeit, sondern eine je nach Deliktsart
mehr oder weniger genaue Annäherung an die Realität.
Erfassungs-/Bewertungskriterien
Die Erfassung in der PKS erfolgt vorrangig anhand gesetzlicher Tatbestände und nur eng begrenzt auch
unter kriminologischen Gesichtspunkten.
Die Registrierung erfolgt bei Abgabe des Vorgangs an die Staatsanwaltschaft. Die Aktualität der PKS
wird daher durch Straftaten mit langer Ermittlungsdauer gemindert.
2
Birkel, Christoph et al. (2022): Sicherheit und Kriminalität in Deutschland SKiD 2020. Bundesweite Kernbefunde des Viktimisierungssurvey
des Bundeskriminalamts und der Polizeien der Länder. Hg. v. Bundeskriminalamt. Wiesbaden. Online abrufbar unter URL:
https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/Publikationsreihen/Forschungsergebnisse/SKiD2020_Ergeb-
nisse_V1.4.html?nn=135374.
8 PKS 2023
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Die PKS beruht auf dem Erkenntnisstand bei Abschluss der polizeilichen Ermittlungen. Straftaten wer-
den zum Teil von der Polizei, insbesondere wegen des unterschiedlichen Ermittlungsstandes, anders
bewertet als von der Staatsanwaltschaft oder den Gerichten. Deswegen und auch aufgrund unter-
schiedlicher Erfassungszeiträume und -grundsätze lässt sich die PKS mit den Rechtspflegestatistiken
der Justiz (z.B. Verurteiltenstatistik) nicht vergleichen.
Die PKS differenziert zwischen deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen. Kriterium ist die Staats-
angehörigkeit. Ein eventueller Migrationshintergrund wird nicht berücksichtigt, da aufgrund der Freiwil-
ligkeit einer entsprechenden Angabe eine durchgängige Erfassung nicht gewährleistet ist.
Besonderheiten
In Kapitel 4 Ausgewählte Aspekte der Kriminalitätsentwicklung“ wurden folgende neue optische Her-
vorhebungen bei der Darstellung der Trends eingeführt, um die Entwicklungen auf den ersten Blick bes-
ser erfassen zu nnen.
Veränderung in %:
<= - 10,0 >-10 bis <=-5,0 >-5,0 bis <5,0 >=5,0 bis <10,0 >= 10,0
PKS 2023 9
V1.0
3 Überblick 2023
3.1 Straftaten
Straftaten insgesamt
Im Berichtsjahr 2023 wurden bundesweit insgesamt 5.940.667 Fälle registriert. Im Vergleich zum Jahr
2022 bedeutet das einen Anstieg von 5,5 Prozent (2022: 5.628.584).
Im Vergleich zum letzten Jahr ohne Corona-bedingte Einschränkungen (2019: 5.436.401 Fälle) ist die
Fallzahl 2023 um 9,3 Prozent höher.
Im Jahr 2023 wurden insgesamt 3.469.752
Fälle aufgeklärt. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von
58,4 Prozent (2022: 57,3 Prozent). Gegenüber dem bisherigen Höchststand im Jahr 2021 (58,7 Prozent)
ist die Aufklärungsquote im Berichtsjahr 2023 um 0,3 Prozentpunkte auf 58,4 Prozent gesunken.
Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße
Betrachtet man die „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Versße“, so liegt der Anstieg bei
4,4 Prozent. Für das Jahr 2023 wurden bundesweit insgesamt 5.641.758 Fälle registriert, im Vorjahr lag
die Zahl bei 5.402.755. Im Vergleich zu 2019 (5.270.782 Fälle) kam es zu einem Anstieg dieser Straftaten
von 7,0 Prozent.
Wesentliche Straftaten/-gruppen
Nachdem die mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen der Jahre 2020 und 2021 mit
ihren vielfältigen Einflüssen auf die Kriminalitätsentwicklung im Laufe des Jahres 2022 aufgehoben oder
zumindest reduziert wurden, waren bereits im Berichtsjahr 2022 deutliche Anstiege in vielen Deliktsbe-
reichen zu verzeichnen. Dies setzt sich im aktuellen Berichtsjahr 2023 fort, das von keinen wesentlichen
pandemiebedingten Einschränkungen mehr betroffen war. Es umfasst zudem, verglichen mit dem Be-
richtsjahr 2022, weniger Fälle, deren Tatzeit noch in die von der Pandemie besonders gekennzeichneten
Jahre 2020 und 2021 fiel. Gleichwohl ist zu beachten, dass nicht alle Entwicklungen auf veränderte Tat-
gelegenheiten im Kontext der Corona-Pandemie (auch noch im Vergleichsjahr 2022) bzw. den Wegfall
der Beschränkungen zurückgeführt werden können.
Nachfolgend werden ausgewählte Straftaten/-gruppen dargestellt, bei denen der Anstieg mehr als 20
Prozent oder der Rückgang mehr als 5,0 Prozent beträgt.
Anstiege 2023 im Vergleich zu 2022 (mindestens +20,0 Prozent) waren u.a. zu verzeichnen bei:
Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter Daten von Zahlungskarten
(+60,3 Prozent, +8.130 Fälle)
Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das Freizügigkeitsgesetz/EU
(ausländerrechtliche Verstöße) (+ 32,4 Prozent, +73.080 Fälle)
darunter:
Unerlaubte Einreise (+40,4 Prozent, +26.822 Fälle)
Unerlaubter Aufenthalt (+28,6 Prozent, +41.564 lle)
Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung jugendpornographischer Schriften
(+31,2 Prozent, +2.105lle)
Kokain einschl. Crack
3
(+29,1 Prozent, +8.322 Fälle)
3
Umfasst folgende PKS-Schlüssel: 731200 Allgemeiner Verstoß mit Kokain einschl. Crack, 732210 Unerlaubter Handel mit Kokain einschl.
Crack, 732220 Schmuggel von Kokain einschl. Crack, 733200 Unerlaubte Einfuhr in nicht geringer Menge von Kokain einschl. Crack ,734812
Unerlaubte(r) Abgabe und Besitz in nicht geringer Menge von Kokain einschl. Crack, 734822 Unerlaubter Handel in nicht geringer Menge von
Kokain einschl. Crack, 734842Unerlaubte Herstellung in nicht geringer Menge von Kokain einschl. Crack.
10 PKS 2023
V1.0
Ladendiebstahl insgesamt (+23,6 Prozent, +81.427 Fälle)
Rückgänge 2023 im Vergleich zu 2022 (mindestens -5,0 Prozent) waren u.a. zu verzeichnen bei:
Wirtschaftskriminalität (-46,8 Prozent, -34.189 Fälle)
Datenveränderung, Computersabotage (-33,6 Prozent, -1.158 Fälle)
Fälschung beweiserheblicher Daten, Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung (-21,1
Prozent, -2.757 Fälle)
Ausspähen, Abfangen von Daten einschl. Vorbereitungshandlungen und Datenhehlerei (-17,6
Prozent, -2.330 Fälle)
Betrug (-5,9 Prozent, -46.923 Fälle)
darunter:
Leistungskreditbetrug (-16,3 Prozent, -804 Fälle)
Waren- und Warenkreditbetrug (-7,5 Prozent, -21.268 Fälle).
Straftatengruppen mit besonderen Entwicklungen
2.1 – T01
Straftat Anzahl
Veränderung
2023/2022
Anzahl
Veränderung
2023/2019
2023 2022 absolut in % 2019 absolut in %
Straftatengruppen mit steigender Entwicklung 2023 ggü. 2022 / ab +20 %
Computerbetrug mittels rechtswidrig er-
langter Daten von Zahlungskarten
21.617 13.487 8.130 +60,3 9.489 12.128 127,8
Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asyl-
und das Freizügigkeitsgesetz/EU (ausländer-
rechtliche Versße)
298.909 225.829 73.080 +32,4 165.619 133.290 80,5
darunter
Unerlaubte Einreise
93.158 66.336
26.822
+40,4
38.210 54.948 143,8
Unerlaubter Aufenthalt
187.059 145.495
41.564
+28,6
108.067 78.992 73,1
Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung
jugendpornographischer Schriften
8.851 6.746 2.105 +31,2 1.991 6.860 344,6
Kokain einschl. Crack 36.890 28.568 8.322 +29,1 24.055 12.835 53,4
Ladendiebstahl insgesamt 426.096 344.669 81.427 +23,6 325.786 100.310 30,8
Straftatengruppen mit rückläufiger Entwicklung 2023 ggü. 2022 /ab -5 %
Betrug 754.489 801.412 -46.923 -5,9 832.966 -78.477 -9,4
darunter
Leistungskreditbetrug 4.114 4.918 -804 -16,3 9.470 -5.356 -56,6
Waren- und Warenkreditbetrug 262.052 283.320 -21.268 -7,5 290.707 5.812 -9,6
Ausshen, Abfangen von Daten einschl.
Vorbereitungshandlungen und Datenhehle-
rei
10.876 13.206 -2.330 -17,6 9.926 +950 +9,6
Fälschung beweiserheblicher Daten, Täu-
schung im Rechtsverkehr bei Datenverarbei-
tung
10.286 13.043 -2.757 -21,1 8.877 +1.409 +15,9
Datenveränderung, Computersabotage 2.293 3.451 -1.158 -33,6 3.183 -890 -28,0
Wirtschaftskriminalität 38.925 73.114 -34.189 -46,8 40.484 -1.559 -3,9
PKS 2023 11
V1.0
3.2 Tatverdächtige
Im Jahr 2009 wurde auf Bundesebene die „echte“ Tatverdächtigenzählung eingeführt. Dies bedeutet,
dass eine Person, die in mehreren Bundesländern registriert wurde, in den Tatverdächtigenzahlen der
PKS nicht mehrfach, sondern nur als eine Tatverdächtige/ein Tatverdächtiger ausgewiesen wird.
Bei Straftaten insgesamt“ wurden im Jahr 2023 insgesamt 2.246.767 Tatverdächtige in der PKS erfasst.
Damit ist die Anzahl gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Prozent angestiegen. 1.323.498 Tatverdächtige wa-
ren deutsche Staatsangehörige (+1,0 Prozent), 923.269 der Tatverchtigen besaßen nicht die deutsche
Staatsangehörigkeit (+17.8 Prozent). Unter den nichtdeutschen Tatverdächtigen waren 402.514 Zuwan-
derinnen und Zuwanderer
4
(+29,8 Prozent).
Legt man als Datenbasis „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße zugrunde, so ergibt
sich bezüglich der Tatverdächtigen Folgendes: 2.017.552 Tatverchtige wurden insgesamt registriert
(+5,0 Prozent), davon 1.322.571 deutsche (+1,0 Prozent) und 694.981 nichtdeutsche Tatverdächtige
(+13,5 Prozent). Unter den nichtdeutschen Tatverdächtigen waren 178.581 Zuwanderinnen und Zuwan-
derer (+25,1 Prozent). Der Anteil der tatverchtigen Zuwanderinnen und Zuwanderer, die wegen
Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Versße“ erfasst wurden, an allen tatverdächtigen Zu-
wanderinnen und Zuwanderern lag im Berichtsjahr bei 44,4 Prozent (2022: 46,0 Prozent).
3.3 Opfer
Angaben zum Opfer werden grundsätzlich bei strafbaren Handlungen gegen höchstpersönliche Rechts-
güter (Leben, körperliche Unversehrtheit, Freiheit, Ehre, sexuelle Selbstbestimmung) erfasst, sofern
diese im auf der Homepage des BKA abrufbaren PKS-Straftatenkatalog mit einem „O“ gekennzeichnet
sind. Als Opfer werden nur die Personen erfasst, gegen die sich diese versuchte bzw. vollendete Tat-
handlung gerichtet hat.
Im Gegensatz zu Tatverdächtigen, bei denen eine „echte“ Tatverdächtigenzählung im Berichtsjahr er-
folgt (s.o.) wird bei Opfern die Häufigkeit des „Opferwerdensgezählt (wird eine Person mehrfach Op-
fer, so wird sie auch mehrfach als Opfer gezählt).
Im Berichtsjahr 2023 wurden 1.249.329 Opfer in der PKS gehlt (+8,5 Prozent), davon 741.402 männli-
che (59,3 Prozent) und 507.927 weibliche Opfer (40,7 Prozent). 939.234 Opfer waren deutsche Staatsan-
gehörige (75,2 Prozent), 310.095 besaßen keine deutsche Staatsangehörigkeit (24,8 Prozent). Unter den
Opfern mit ausländischer Staatsangehörigkeit waren 66.586 Zuwanderinnen und Zuwanderer
5
(21,5
Prozent der nichtdeutschen Opfer).
4
Tatverdächtige Zuwanderinnen und Zuwanderer werden in der PKS mit Aufenthaltsanlass „Asylbewerber“, „Schutz- und Asylberechtigte,
Kontingentflüchtlinge“ „Duldung“ oder „unerlaubter Aufenthalt“ registriert.
5
Die Ausführungen in Fn. 4 gelten analog für Opfer.
12 PKS 2023
V1.0
4 Ausgewählte Aspekte der Kriminalitätsentwicklung
In der SpalteTrend 2023“ sind Veränderungen ab +/- nf bzw. +/- zehn Prozent (bei der Häufigkeits-
zahl von +/- 100) symbolisch mit roten oder grünen Pfeilen, geringere oder keine Veränderungen mit
einem schwarzen Pfeil dargestellt.
6
4.1 Straftaten insgesamt
4.1 – T01
Schlüs-
sel
Fälle
Trend
2023
Anzahl Veränderung
Anteil an allen erfassten
Fällen in Prozent
2023 2022 absolut in % 2023 2022
---
erfasste Fälle
5.940.667 5.628.584 312.083 5,5 100,0 100,0
aufgeklärte Fälle
3.469.752 3.226.935 242.817 7,5
Tatverdächtige (TV)
Trend
2023
Anzahl Veränderung
Anteil an TV insg. in
Prozent
2023 2022 absolut in % 2023 2022
Tatverdächtige (TV)
2.246.767 2.093.782 152.985 7,3 100,0 100,0
deutsche TV
1.323.498 1.309.906 13.592 1,0 58,9 62,6
nichtdeutsche TV
923.269 783.876 139.393 17,8 41,1 37,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
402.514 310.062 92.452 29,8 17,9 14,8
Kriminalitätsquotienten
Trend
2023
2023 2022
Aufkrungsquote
58,4 57,3
Häufigkeitszahl
7.042,1 6.762,1 280,0 4,1
Mitursächlich für den Anstieg der Fallzahlen dürfte der Umstand sein, dass im aktuellen Berichtsjahr
2023 durchgehend keine Corona-bedingten Einschränkungen mehr bestanden, hrend das erste Halb-
jahr 2022 noch von den Einschränkungen betroffen war und erst im weiteren Verlauf eine vollständige
ckkehr zum öffentlichen bzw. gesellschaftlichen Leben erfolgte. Die Deliktsbereiche, die durch die
dadurch bedingte Zunahme an Tatgelegenheiten in besonderem Maße beeinflusst sein dürften, wie
Diebstahlsdelikte und Körperverletzung, sind auch die, die den größten Anteil an den registrierten Straf-
taten einnehmen (vgl. Kapitel 4). Weitere mögliche Einflussfaktoren sind Veränderungen in den wirt-
schaftlichen Rahmenbedingungen sowie das aktuelle Migrationsgeschehen. Anders als in den Vorjahren
wurde die Inflation hrend der Jahre 2022 und 2023 von den Menschen in Deutschland als wesentli-
ches Problem wahrgenommen. Wirtschaftliche Belastung gilt als gut belegter Risikofaktor für Krimina-
lität, weshalb eine Zunahme wirtschaftlicher Sorgen in der Bevölkerung mit dem Kriminalitätsaufkom-
men in Zusammenhang stehen kann. Durch die starke Zuwanderung der Jahre 2022 und 2023 steigt
nicht nur die Einwohnerzahl und dadurch auch tendenziell das Aufkommen an Straftaten. Viele Zuge-
wanderte weisen zudem multiple Risikofaktoren für verschiedene Deliktsformen auf, bspw. psychische
Belastung oder eine unsichere Lebenssituation.
Im Jahr 2023 wurde in 4.419 Fällen mit einer Schusswaffe gedroht (+8,0 Prozent, 2022: 4.092 Fälle) und
in 4.687 Fällen mit einer Schusswaffe geschossen (+5,5 Prozent, 2022: 4.442 Fälle). Der Anteil dieser
Fälle an allen erfassten Fällen betrug wie auch im Vorjahr jeweils 0,1 Prozent.
6
Vgl. S. 8.
PKS 2023 13
V1.0
4.2 Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße
4.2 – T01
Schlüssel
Fälle
Trend
2023
Anzahl Veränderung
Anteil an erf. Fälle in
Prozent
2023 2022 absolut in % 2023 2022
890000 erfasste Fälle
5.641.758 5.402.755 239.003 4,4 100,0 100,0
aufgeklärte Fälle
3.175.282 3.003.914 171.368 5,7
Tatverdächtige (TV)
Trend
2023
Anzahl Veränderung
Anteil an TV insg. in
Prozent
2023 2022 absolut in % 2023 2022
Tatverdächtige (TV)
2.017.552 1.921.553 95.999 5,0 100,0 100,0
deutsche TV
1.322.571 1.309.115 13.456 1,0 65,6 68,1
nichtdeutsche TV
694.981 612.438 82.543 13,5 34,4 31,9
davon Zuwanderinnen/Zuwanderer
178.581 142.721 35.860 25,1 8,9 7,4
Kriminalitätsquotienten
Trend
2023
2023 2022
Aufklärungsquote 56,3 55,6
Häufigkeitszahl
6.687,8 6.490,8 197,0 3,0
14 PKS 2023
V1.0
4.3 Ausgewählte Straftaten/-gruppen
Die nachfolgenden Informationen stellen lediglich einen Ausschnitt aus der PKS dar. Eine vollständige
Übersicht über die Fallentwicklung in allen Straftaten/-gruppen ist auf der BKA Homepage abrufbar.
4.3 – T01
Schlüssel
Gewaltkriminalität
7
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
892000 Gewaltkriminalität
214.099 197.202 16.897 8,6 76,5 77,2
Aufgeklärte Fälle
163.845 152.159 11.686 7,7
Tatverdächtige
190.605 178.224 12.381 6,9
deutsche TV
111.517 109.138 2.379 2,2
nichtdeutsche TV
79.088 69.086 10.002 14,5
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
25.732 21.388 4.344 20,3
darunter:
892500
Mord, Totschlag und Tötung auf
Verlangen
2.282 2.236 46 2,1 93,9 93,8
Aufgekrte Fälle
2.143 2.098 45 2,1
Tatverdächtige
2.789 2.699 90 3,3
deutsche TV
1.568 1.591 -23 -1,4
nichtdeutsche TV
1.221 1.108 113 10,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
395 344 51 14,8
111000
Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexuel-
ler Übergriff im besonders schweren Fall ein-
schl. mit Todesfolge
12.186 11.896 290 2,4 83,4 83,7
Aufgekrte Fälle
10.160 9.960 200 2,0
Tatverdächtige
10.295 10.045 250 2,5
deutsche TV
6.461 6.366 95 1,5
nichtdeutsche TV
3.834 3.679 155 4,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.193 1.155 38 3,3
210000 Raubdelikte
44.857 38.195 6.662 17,4 60,1 59,9
Aufgekrte Fälle
26.974 22.897 4.077 17,8
Tatverdächtige
32.337 28.057 4.280 15,3
deutsche TV
17.324 15.787 1.537 9,7
nichtdeutsche TV
15.013 12.270 2.743 22,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
5.544 4.314 1.230 28,5
222000
gefährliche und schwere
rperverletzung
154.541 144.663 9.878 6,8 80,5 80,9
Aufgekrte Fälle
124.375 117.022 7.353 6,3
Tatverdächtige
153.475 144.430 9.045 6,3
deutsche TV
90.250 89.180 1.070 1,2
nichtdeutsche TV
63.225 55.250 7.975 14,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
20.375 16.886 3.489 20,7
7
Der PKS-Summenschlüssel "892000 Gewaltkriminalität" umfasst die folgenden Straftatenschlüssel:
010000 Mord
020000 Totschlag und Tötung auf Verlangen
111000 Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge
210000 Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
221000 Körperverletzung mit Todesfolge
222000 Gefährliche und schwere Körperverletzung, Verstümmelung weiblicher Genitalien
233000 Erpresserischer Menschenraub
234000 Geiselnahme
235000 Angriff auf den Luft- und Seeverkehr
PKS 2023 15
V1.0
Die Gewaltkriminalität stieg im aktuellen Berichtsjahr um 8,6 Prozent auf 214.099 Fälle an (2022:
197.202 Fälle). Die darin enthaltenen Delikte Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen stiegen im Ver-
gleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent auf 2.282 Fälle an (2022: 2.236 Fälle), Vergewaltigung, sexuelle Nöti-
gung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge um 2,4 Prozent auf
12.186 lle (2022: 11.896 Fälle), Raubdelikte um 17,4 Prozent auf 44.857 Fälle (2022: 38.195 Fälle) und
die gefährliche und schwere Körperverletzung um 6,8 Prozent auf 154.541 Fälle (2022: 144.663 lle).
Im Vergleich zum Berichtsjahr 2019 nahm die Gewaltkriminalität im aktuellen Berichtsjahr um 18,3 Pro-
zent (2019: 181.054 Fälle) zu, die darin enthaltenen Delikte Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen nah-
men um -1,4 Prozent (2019: 2.315 Fälle) ab, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff
im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge stieg um 29,3 Prozent (2019: 9.426 Fälle) an, Raub-
delikte um 24,4 Prozent (2019: 36.052 Fälle) und die gefährliche und schwere Körperverletzung um 16,1
Prozent (2019: 133.084 Fälle).
Ein Grund für die aktuell steigenden Fallzahlen im Bereich der Körperverletzung und Raubdelikte
könnte der - im Vergleich zu 2022vollständige Wegfall der Corona-Beschränkungen im kompletten
Berichtsjahr 2023 und damit einhergehend die uneingeschränkte Rückkehr ins öffentliche Leben sein,
was wieder mehr Tatgelegenheiten schafft. Zusätzlich sind als weitere Einflussfaktoren wie auch bei
der Entwicklung der Straftaten insgesamt die Veränderungen in den wirtschaftlichen Rahmenbedin-
gungen sowie das aktuelle Migrationsgeschehen zu nennen. Wie bereits unter 4.1 aufgeführt, ist denk-
bar, dass sich eine inflationsbedingt angespanntere wirtschaftliche Lage in steigenden Fallzahlen nie-
derschlägt. Hinzukommt die umfangreiche Zuwanderung Geflüchteter, die wiederum teils multiplen
Belastungsfaktoren (darunter eine oftmals, auch wirtschaftlich, unsichere Lebenssituation) ausgesetzt
sind.
Der Anteil der alsMesserangriff“
8
erfassten Taten der gefährlichen und schweren Körperverletzung lag
im Berichtsjahr 2023 bei 5,8 Prozent (8.951 Fälle; 2022: 5,6 Prozent, 8.160 Fälle), bei Raubdelikten bei
10,9 Prozent (4.893 Fälle; 2022: 11,0 Prozent, 4.195 Fälle).
„Messerangriffe“ im Sinne der Erfassung von Straftaten in der PKS sind solche Tathandlungen, bei de-
nen der Angriff mit einem Messer unmittelbar gegen eine Person angedroht oder ausgeführt wird. Das
bloße Mitführen eines Messers reicht hingegen für eine Erfassung als Messerangriff nicht aus.
4.3 – T02
Schlüssel
Vorsätzliche einfache
Körperverletzung
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
224000 vorsätzliche einfache Körperverletzung
429.157 399.699 29.458 7,4 90,2 90,1
Aufgeklärte Fälle
387.108 360.249 26.859 7,5
Tatverdächtige
342.233 319.880 22.353 7,0
deutsche TV
223.829 215.179 8.650 4,0
nichtdeutsche TV
118.404 104.701 13.703 13,1
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
31.830 26.507 5.323 20,1
8
Vor dem Hintergrund des Anstiegs von Straftaten unter Verwendung des Tatmittels „Messer“ hat sich die IMK auf ihrer 208. Sitzung vom
6. bis 8. Juni 2018 dafür ausgesprochen, als Grundlage für eine valide und verbesserte Darstellung der Kriminalitätslage und der daraus resul-
tierenden Handlungserfordernisse, Messerangriffe zukünftig bundeseinheitlich statistisch zu erfassen. Seit 1. Januar 2020 werden „Messeran-
griffe“ bundesweit in der PKS als „Pnomen“, d. h. als Information zum Fall erfasst. Aussagen zu Tatverdächtigen sind auf der Basis nicht
glich, da bei einem Fall der Körperverletzung mit „Pnomen Messerangriff“ bspw. auch neben dem bzw. der mit einem Messer drohen-
den oder handelnden Tatverdächtigen auch unbewaffnete Tatverdächtige erfasst sein können.
16 PKS 2023
V1.0
4.3 – T03
Schlüssel
Sexueller Missbrauch von Kindern
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
131000 sexueller Missbrauch von Kindern
16.375 15.520 855 5,5 83,9 84,5
Aufgeklärte Fälle
13.742 13.114 628 4,8
Tatverdächtige
11.900 11.556 344 3,0
deutsche TV
9.657 9.455 202 2,1
nichtdeutsche TV
2.243 2.101 142 6,8
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
669 630 39 6,2
Die Fallzahl beim sexuellen Missbrauch von Kindern ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent (+855
Fälle) gestiegen. Die Entwicklung ist hier maßgeblich auf Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern
durch sexuelle Handlungen an einem Kind oder durch ein Kind gem. § 176 Abs. 1 Nr. 1, 2 StGB zurück-
zuführen (+ 584 Fälle, +9,3 Prozent). Missbrauchskomplexe wie beispielsweise Lügde haben einen Bei-
trag geliefert, derartige Straftaten, wie u. a. auch Fälle des Missbrauchs durch Einwirken auf Kinder ohne
Körperkontakt, bei Verdachtsmomenten früher anzuzeigen und in der Folge die Hemmschwelle in der
Bevölkerung abzubauen. In der Gesellschaft ist zunehmend starkes Unrechtsbewusstsein sowie zuneh-
mendes Wissen über die Strafbarkeit von Sexualstraftaten und über Opferrechte festzustellen. Das hat
die Anzeigebereitschaft erhöht. Die Anpassung des Strafrechts in Bezug auf Sexualdelikte 2016 und
2021 haben die Hürden der Strafbarkeit von sexuellen Übergriffen herabgesetzt, was sich auch im Hell-
feld niederschlägt.
4.3 – T04
Schlüssel
Verbreitung pornografischer Inhalte
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
143000
Verbreitung pornografischer Inhalte geß
§§ 184, 184a, 184b, 184c, 184e StGB
59.205 54.188 5.017 9,3 87,4 88,5
Aufgeklärte Fälle
51.726 47.977 3.749 7,8
Tatverdächtige
48.274 45.628 2.646 5,8
deutsche TV
37.174 36.198 976 2,7
nichtdeutsche TV
11.100 9.430 1.670 17,7
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.950 2.450 500 20,4
darunter:
143200
Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kin-
derpornografischer Inhalte
45.191 42.075 3.116 7,4 87,2 89,1
Aufgeklärte Fälle
39.420 37.505 1.915 5,1
Tatverdächtige
37.464 36.402 1.062 2,9
deutsche TV
28.052 28.367 -315 -1,1
nichtdeutsche TV
9.412 8.035 1.377 17,1
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.577 2.159 418 19,4
143500
Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung ju-
gendpornografischer Inhalte
8.851 6.746 2.105 31,2 91,0 91,4
Aufgekrte Fälle
8.054 6.165 1.889 30,6
Tatverdächtige
8.030 6.115 1.915 31,3
deutsche TV
6.762 5.179 1.583 30,6
nichtdeutsche TV
1.268 936 332 35,5
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
337 219 118 53,9
Die Gründe für die Zunahme um 9,3 Prozent gegenüber 2022 im Deliktsbereich „Verbreitung pornogra-
fischer Inhalteliegen wie bereits in den Vorjahrenu. a. an den in den USA durch NCMEC ermittel-
ten Fällen mit Tatort Deutschland. Auch der Trend, dass vor allem Kinder und Jugendliche ohne Kennt-
nis eines strafrechtlichen Hintergrundes kinder- und jugendpornografische Darstellungen in Grup-
penchats und auf Social Media Plattformen (WhatsApp, Instagram, Snapchat, Facebook usw.) teilen und
PKS 2023 17
V1.0
somit verbreiten, spielt hier weiterhin eine Rolle. Dementsprechend liegt der Anteil der Tatverdächtigen
unter 18 Jahren bei 40,6 Prozent (19.597 TV von insgesamt 48.274 TV), ist jedoch im Vergleich zum Vor-
jahr niedriger (2022: 41,1 Prozent). Zudem sind immer mehr internetfähige Endgeräte verfügbar, sodass
sich die Verbreitung derartig strafbarer Inhalte leicht potenzieren kann.
Daneben ist zu berücksichtigen, dass in den letzten Jahren die personellen Ressourcen der Ermittlungs-
behörden erheblich ausgebaut worden sind. Auch daraus resultiert eine Steigerung der Anzahl bearbei-
teter Ermittlungsverfahren, die sich in den Statistiken bemerkbar macht.
4.3 – T05
Schlüssel
Straftaten gegen die persönliche
Freiheit
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
230000 Straftaten gegen die persönliche Freiheit
283.971 257.285 26.686 10,4 87,9 87,9
Aufgeklärte Fälle
249.528 226.094 23.434 10,4
Tatverdächtige
222.055 202.784 19.271 9,5
deutsche TV
155.246 144.543 10.703 7,4
nichtdeutsche TV
66.809 58.241 8.568 14,7
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
16.017 13.555 2.462 18,2
darunter:
232200 Nötigung
68.185 62.566 5.619 9,0 80,7 81,1
Aufgekrte Fälle
54.994 50.741 4.253 8,4
Tatverdächtige
54.278 51.452 2.826 5,5
deutsche TV
41.902 40.156 1.746 4,3
nichtdeutsche TV
12.376 11.296 1.080 9,6
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.285 2.021 264 13,1
232300 Bedrohung
185.029 166.065 18.964 11,4 90,0 90,0
Aufgekrte Fälle
166.526 149.443 17.083 11,4
Tatverdächtige
150.327 134.938 15.389 11,4
deutsche TV
100.850 92.553 8.297 9,0
nichtdeutsche TV
49.477 42.385 7.092 16,7
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
12.854 10.744 2.110 19,6
232400 Nachstellung (Stalking)
23.156 21.436 1.720 8,0 91,8 91,2
Aufgekrte Fälle
21.267 19.560 1.707 8,7
Tatverdächtige
18.724 17.557 1.167 6,6
deutsche TV
14.327 13.596 731 5,4
nichtdeutsche TV
4.397 3.961 436 11,0
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
896 769 127 16,5
Die Fallzahl bei Straftaten gegen die persönliche Freiheit ist im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Prozent
(+26.686 Fälle) gestiegen. Die für diese Entwicklung zentralen Deliktsbereiche sind Nötigung (+9,0 Pro-
zent) und hier insbesondere die Nötigung im Straßenverkehr mit einer Zunahme um 4.068 Fälle (+12,6
Prozent) sowie Bedrohung (+11,4 Prozent). Mitursächlich dürfte hier auch weiterhin die Neufassung des
§ 241 StGB aus dem Jahr 2021 sind, durch die die Strafbarkeitsschwelle herabgesetzt und der Tatbe-
stand erweitert wurde.
9
Der Anteil der mit dem Tatmittel Internet begangenen Fälle der Bedrohung lag bei 7,2 Prozent, bei Stal-
king bei 16,3 Prozent.
9
Vgl. Polizeiliche Kriminalstatistik 2022 Ausgewählte Zahlen im Überblick, S. 5, 17.
18 PKS 2023
V1.0
4.3 – T06
Schlüssel
Straßenkriminalität
10
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
899000 Straßenkriminalität
1.114.817 1.084.688 30.129 2,8 19,1 18,7
Aufgeklärte Fälle
212.639 202.857 9.782 4,8
Tatverdächtige
187.183 179.744 7.439 4,1
deutsche TV
117.108 118.493 -1.385 -1,2
nichtdeutsche TV
70.075 61.251 8.824 14,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
21.467 17.746 3.721 21,0
Die Anzahl der Fälle des PKS-Summenschlüssels „Straßenkriminalität“ ist im aktuellen Berichtsjahr im
Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent auf 1.114.817 Fälle angestiegen. Anstiege sind hier insbesondere
bei den Delikten „sexuelle Belästigung § 184i StGB“ (+10,5 Prozent auf 19.307 Fälle), „sonstige Raub-
überfälle auf Straßen, Wegen oder Plätzen“ (+18,0 Prozent auf 19.074 Fälle) sowie „gefährliche und
schwere Körperverletzung auf Straßen, Wegen oder Plätzen“ (+12,9 Prozent auf 68.899 Fälle) zu sehen.
Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 stieg die Fallzahl um 3,7 Prozent (2019: 1.075.143 Fälle).
10
Der PKS-Summenschlüssel "899000 Straßenkriminalität" umfasst folgende Straftatenschssel:
114000 Sexuelle Belästigung
115000 Straftaten aus Gruppen
132000 Exhibitionistische Handlungen und Erregung öffentlichen Ärgernisses
213000 Raub, räuberische Erpressung auf/gegen Geld- und Werttransporte
214000 Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
216000 Handtaschenraub
217000 Sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen oder Plätzen
222100 Gefährliche und schwere Körperverletzung auf Straßen, Wegen oder Plätzen
233300 Erpresserischer Menschenraub i. V. m. Raubüberfall auf Geld- und Werttransporte
234300 Geiselnahme i. V. m. Raubüberfall auf Geld- und Werttransporte
*50*00 Diebstahl insgesamt an/aus Kraftfahrzeugen
*90*00 Taschendiebstahl insgesamt
300100 Einfacher Diebstahl von Kraftwagen einschl. unbefugter Ingebrauchnahme
300200 Einfacher Diebstahl von Mopeds und Krafträdern einschl. unbefugter Ingebrauchnahme
300300 Einfacher Diebstahl von Fahrrädern einschl. unbefugter Ingebrauchnahme
300700 Einfacher Diebstahl von/aus Automaten
400100 Schwerer Diebstahl insgesamt von Kraftwagen
400200 Schwerer Diebstahl insgesamt von Mopeds und Krafträdern
400300 Schwerer Diebstahl insgesamt von Fahrrädern
400700 Schwerer Diebstahl insgesamt von/aus Automaten
623000 Landfriedensbruch
674100 Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen
674300 Sonstige Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen oder Plätzen
PKS 2023 19
V1.0
4.3 – T07a
Schlüssel
Diebstahlskriminalität
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
****00 Diebstahlskriminalität insgesamt
1.971.435 1.780.783 190.652 10,7 31,8 29,8
Aufgeklärte Fälle
626.908 531.149 95.759 18,0
Tatverdächtige
424.048 373.051 50.997 13,7
deutsche TV
237.230 220.872 16.358 7,4
nichtdeutsche TV
186.818 152.179 34.639 22,8
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
52.069 39.508 12.561 31,8
darunter:
***100 Diebstahl von Kraftwagen
29.985 25.511 4.474 17,5 27,3 31,1
Aufgekrte Fälle
8.194 7.936 258 3,3
Tatverdächtige
8.165 7.796 369 4,7
deutsche TV
4.528 4.523 5 0,1
nichtdeutsche TV
3.637 3.273 364 11,1
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
515 447 68 15,2
***300 Diebstahl von Fahrrädern
264.062 265.562 -1.500 -0,6 9,3 9,3
Aufgekrte Fälle
24.667 24.698 -31 -0,1
Tatverdächtige
19.385 19.354 31 0,2
deutsche TV
11.193 12.068 -875 -7,3
nichtdeutsche TV
8.192 7.286 906 12,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.613 2.286 327 14,3
***500 Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln
106.849 97.789 9.060 9,3 8,2 7,9
Aufgekrte Fälle
8.809 7.715 1.094 14,2
Tatverdächtige (TV)
7.927 7.005 922 13,2
deutsche TV
4.039 3.854 185 4,8
nichtdeutsche TV
3.888 3.151 737 23,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.513 1.150 363 31,6
*10*00 Diebstahl in/aus Dienst-,ro-, Lagerräumen
77.193 71.632 5.561 7,8 21,9 21,8
Aufgekrte Fälle
16.872 15.630 1.242 7,9
Tatverdächtige
15.030 14.536 494 3,4
deutsche TV
9.683 9.785 -102 -1,0
nichtdeutsche TV
5.347 4.751 596 12,5
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
905 720 185 25,7
*26*00 Ladendiebstahl
426.096 344.669 81.427 23,6 90,0 89,8
Aufgekrte Fälle
383.383 309.625 73.758 23,8
Tatverdächtige
278.994 232.930 46.064 19,8
deutsche TV
147.293 130.003 17.290 13,3
nichtdeutsche TV
131.701 102.927 28.774 28,0
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
39.863 29.482 10.381 35,2
435*00 Wohnungseinbruchdiebstahl
77.819 65.908 11.911 18,1 14,9 16,1
Aufgekrte Fälle
11.582 10.621 961 9,0
Tatverdächtige
9.892 9.239 653 7,1
deutsche TV
5.645 5.587 58 1,0
nichtdeutsche TV
4.247 3.652 595 16,3
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.117 875 242 27,7
20 PKS 2023
V1.0
4.3 – T07b
Schlüssel
Diebstahlskriminalität
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
*50*00 Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen
253.695 235.732 17.963 7,6 9,4 9,3
Aufgekrte Fälle
23.865 21.903 1.962 9,0
Tatverdächtige
14.544 13.796 748 5,4
deutsche TV
7.627 7.752 -125 -1,6
nichtdeutsche TV
6.917 6.044 873 14,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.250 1.727 523 30,3
*90*00 Taschendiebstahl
109.314 98.512 10.802 11,0 7,2 6,0
Aufgekrte Fälle
7.874 5.922 1.952 33,0
Tatverdächtige
5.943 4.843 1.100 22,7
deutsche TV
1.265 1.146 119 10,4
nichtdeutsche TV
4.678 3.697 981 26,5
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.264 1.740 524 30,1
In fast allen Bereichen der Diebstahlsdelikte sind im Vergleich zum Vorjahr deutliche Zunahmen zu ver-
zeichnen. Diese fallen jedoch überwiegend geringer aus als 2021 zu 2022 als sich im Zusammenhang mit
der Aufhebung der Corona-Maßnahmen die Tatgelegenheitsstrukturen wieder veränderten, wie bspw.
weniger Einschränkungen des öffentlichen Lebens und wieder geringere Zeitanteile „zu Hause“.
Ein Grund für die weiteren Zunahmen dürfte trotzdem die auch 2023 noch weiter gestiegene Mobilität
der Bevölkerung sein also der Umstand, dass die Menschen sich auch im Vergleich zu 2022 mehr in
der Öffentlichkeit aufhielten. Hierdurch ergeben sich mehr Tatgelegenheiten für verschiedene Formen
des Diebstahls (u.a. Taschendiebstahl). Auch die schon unter 4.1 aufgeführten Faktoren können eine
Rolle spielenalso eine erhöhte wirtschaftliche Belastung in Teilen der Bevölkerung (bspw. aufgrund
der hohen Inflation) und die umfangreiche Zuwanderung.
Das Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019 wurde nun übertroffen: Die lle des Diebstahls liegen im ak-
tuellen Berichtsjahr insgesamt um 8,2 Prozent über der Anzahl 2019 (2019: 1.822.212 Fälle).
Beim Wohnungseinbruchsdiebstahl (-10,7 Prozent; 2019: 87.145 Fälle) und auch beim Diebstahl in/aus
Dienst-, Büro- und Lagerräumen (-17,2 Prozent; 2019: 93.254 Fälle) liegen sie deutlich unter dem Ni-
veau von 2019. Beim Ladendiebstahl (+30,8 Prozent; 2019: 325.786 Fälle), Diebstahl an/aus Kraftfahr-
zeugen (+14,2 Prozent; 2019: 222.129 Fälle) sowie beim Taschendiebstahl (+16,2 Prozent; 2019: 94.106
lle) wurde hingegen das Niveau des Berichtsjahres 2019 deutlich überschritten.
PKS 2023 21
V1.0
4.3T08
Schlüssel
Betrug
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
510000
Betrug
754.489 801.412 -46.923 -5,9 59,4 58,0
Aufgeklärte Fälle
448.359 464.971 -16.612 -3,6
Tatverdächtige
314.891 295.639 19.252 6,5
deutsche TV
188.953 186.102 2.851 1,5
nichtdeutsche TV
125.938 109.537 16.401 15,0
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
38.852 27.406 11.446 41,8
darunter:
511000 Waren- und Warenkreditbetrug
262.052 283.320 -21.268 -7,5 51,7 50,5
Aufgekrte Fälle
135.360 142.957 -7.597 -5,3
Tatverdächtige
97.149 96.144 1.005 1,0
deutsche TV
71.389 71.285 104 0,1
nichtdeutsche TV
25.760 24.859 901 3,6
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
3.489 3.094 395 12,8
darunter:
511201 Tankbetrug
96.435 85.260 11.175 13,1 35,3 34,4
Aufgeklärte Fälle
34.081 29.329 4.752 16,2
Tatverdächtige
28.917 24.642 4.275 17,3
deutsche TV
18.000 15.603 2.397 15,4
nichtdeutsche TV
10.917 9.039 1.878 20,8
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.621 1.290 331 25,7
515000 Erschleichen von Leistungen
148.218 133.915 14.303 10,7 98,4 98,6
Aufgekrte Fälle
145.808 132.039 13.769 10,4
Tatverdächtige
100.085 89.297 10.788 12,1
deutsche TV
41.254 43.013 -1.759 -4,1
nichtdeutsche TV
58.831 46.284 12.547 27,1
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
26.831 17.747 9.084 51,2
516000
Betrug bzw. Computerbetrug mittels rechtsw.
erlangter unbarer
Zahlungsmittel
90.224 79.192 11.032 13,9 22,3 21,7
Aufgekrte Fälle
20.126 17.170 2.956 17,2
Tatverdächtige
12.506 10.347 2.159 20,9
deutsche TV
7.807 6.562 1.245 19,0
nichtdeutsche TV
4.699 3.785 914 24,1
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.165 896 269 30,0
Die Entwicklung der Betrugsfälle ist bundesweit nicht einheitlich, es sind sowohl Zunahmen als auch
ckgänge
11
auf Länderebene zu verzeichnen.
Insgesamt dürfte die Verlagerung des Handlungsortes bei Betrugsfällen ins Ausland einen Einfluss auf
die Fallzahlenentwicklung haben. Die vorliegenden Zahlen umfassen ausschließlich Taten, bei denen
zumindest eine tatverdächtige Person im Inland gehandelt hat.
Die Zunahme bei Erschleichen von Leistungen resultiert aus der Zunahme bei der Beförderungserschlei-
chung um 9,6 Prozent (12.638 Fälle) auf 144.357 Fälle.
Die Gründe für die Zunahme von 13,1 Prozent (+11.175 lle) auf 96.435 Fälle beim Tankbetrug könn-
ten wie bereits im Vorjahr in dem relativ hohen Preisniveau beim Treibstoff und auch in der Infla-
tion liegen.
11
Bspw. nach einem Umfangverfahren in Schleswig-Holstein im Jahr 2022.
22 PKS 2023
V1.0
Der Anstieg bei Betrug bzw. Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel
dürfte einen Zusammenhang zum einfachen Diebstahl aufweisen. Zusätzlich können auch die geänder-
ten Modalitäten im bargeldlosen Zahlungsverkehr, dass rechtswidrig erlangte EC-Karten für Einkäufe
unter der Wertgrenze eingesetzt werden können, ohne dass eine PIN-Eingabe erforderlich ist, und auch
sonstige Tatmöglichkeiten bzw. -gelegenheiten (auch im Internet, Phishing, Smishing) diese Entwick-
lung fördern.
Der Anteil der Betrugslle, die unter Nutzung des Internets begangen wurden, lag 2023 bei 58,0 Pro-
zent (2022: 30,4 Prozent).
4.3 – T09
Schlüssel
Wirtschaftskriminalität
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2021 absolut in % 2023 2022
893000 Wirtschaftskriminalität
38.925 73.114 -34.189 -46,8 85,2 91,8
Aufgeklärte Fälle
33.162 67.129 -33.967 -50,6
Tatverdächtige
26.125 26.770 -645 -2,4
deutsche TV
18.163 19.083 -920 -4,8
nichtdeutsche TV
7.962 7.687 275 3,6
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
585 594 -9 -1,5
Die Fallzahlen im Deliktsbereich Wirtschaftskriminalität unterliegen regelmäßig starken Schwankungen.
Diese resultieren aus dem Abschluss z.T. mehrhriger Ermittlungen in Sammelverfahren mit einer Viel-
zahl von Geschädigten und Fällen. Dies betrifft insbesondere Fälle von „Kapitalanlagebetrug“ und von
„Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen“.
Der Rückgang der Fallzahlen bei der Wirtschaftskriminalität im Vergleich zum Berichtsjahr 2022 ist ins-
besondere auf die damalige Erfassung von 33.738 Fällen aus einem Umfangsverfahren zurückzufüh-
ren
12
.
4.3 – T10
Schlüssel
Wettbewerbs-, Korruptions- und
Amtsdelikte
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
650000 Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte
5.312 4.928 384 7,8 74,4 73,2
Aufgeklärte Fälle
3.954 3.606 348 9,7
Tatverdächtige
5.005 5.046 -41 -0,8
deutsche TV
4.588 4.738 -150 -3,2
nichtdeutsche TV
417 308 109 35,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
x
64 33 31 -
x
Keine Trendaussage möglich (geringe Anzahl).
-
Bei einer Basiszahl unter 100 (erfasste Fälle/Tatverdächtige des Vorjahres) wird keine Steigerungsrate in Prozent berechnet.
Das Dunkelfeld in diesem Deliktsbereich wird auf ein Vielfaches geschätzt. Auch weil die Fallzahlen
wie bei der Wirtschaftskriminalität durch größere Ermittlungskomplexe mit vielen Einzelfällen und
ngeren Tatzeiträumen beeinflusst werden, kann aus dieser Zunahme um +7,8 Prozent auf 5.312 Fälle
nicht auf eine aussagekräftige Tendenz und veränderte Entwicklung geschlossen werden.
12
Im Jahr 2022 konnte in Schleswig-Holstein ein Umfangverfahren mit insgesamt 33.738 Fällen (Geschädigten) und einem
Gesamtschaden von über 17,7 Millionen Euro polizeilich abgeschlossen werden. Hierbei nutzten die Geschädigten eine On-
line Dating Plattform gegen Bezahlung. Während die Internetseite sie in dem Glauben ließ, Kontakt mit Menschen zu haben,
die sie auch außerhalb der Plattform kennenlernen konnten, tauschten sie in Wahrheit Chatnachrichten mit bezahlten Ange-
stellten der Firma aus.
PKS 2023 23
V1.0
4.3 – T11
Schlüssel
Straftaten i. Z. m.
Urheberrechtsbestimmungen
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
715000 Straftaten i. Z. m. Urheberrechtsbestimmungen
10.835 9.320 1.515 16,3 81,0 77,4
Aufgeklärte Fälle
8.778 7.215 1.563 21,7
Tatverdächtige
8.532 7.254 1.278 17,6
deutsche TV
6.192 4.919 1.273 25,9
nichtdeutsche TV
2.340 2.335 5 0,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
380 421 -41 -9,7
4.3 – T12
Schlüssel
Beleidigung
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
673000 Beleidigung
237.784 234.799 2.985 1,3 88,7 88,3
Aufgeklärte Fälle
210.852 207.411 3.441 1,7
Tatverdächtige
192.772 189.026 3.746 2,0
deutsche TV
149.072 148.847 225 0,2
nichtdeutsche TV
43.700 40.179 3.521 8,8
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
9.786 8.498 1.288 15,2
darunter:
673100 Beleidigung auf sexueller Grundlage
27.192 24.503 2.689 11,0 86,7 86,3
Aufgekrte Fälle
23.577 21.136 2.441 11,5
Tatverdächtige
23.352 20.809 2.543 12,2
deutsche TV
17.184 15.523 1.661 10,7
nichtdeutsche TV
6.168 5.286 882 16,7
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.628 1.332 296 22,2
Beleidigungen, die mit Tatmittel Internet begangen wurden, nahmen um 3.232 Fälle auf 20.808 lle zu
(+18,4 Prozent). Damit liegt der Anteil der mit Tatmittel Internet begangenen Beleidigungen an allen
Beleidigungen bei 8,8 Prozent. Aus der bundesweiten Befragung SKiD 2020 ist bekannt, dass das Dun-
kelfeld in diesem Bereich sehr groß ist nur etwa 1 Prozent der persönlichen Beleidigungen im Internet
wurden angezeigt.
13
13
Auf S. 70 des Ergebnisberichts: Birkel, C.; Church, D.; Erdmann, A.; Hager, A.; Leitgöb-Guzy, N. (2022): Sicherheit und Kriminalität in
Deutschland SKiD 2020. Bundesweite Kernbefunde des Viktimisierungssurvey des Bundeskriminalamts und der Polizeien der Länder. Hg. v.
Bundeskriminalamt. Wiesbaden.
24 PKS 2023
V1.0
4.3 – T13
Schlüssel
Widerstand gegen und tätlicher An-
griff auf die Staatsgewalt
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
621000
Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf die
Staatsgewalt
44.092 42.013 2.079 4,9 97,7 97,8
Aufgeklärte Fälle
43.092 41.095 1.997 4,9
Tatverdächtige
37.574 36.389 1.185 3,3
deutsche TV
24.798 25.135 -337 -1,3
nichtdeutsche TV
12.776 11.254 1.522 13,5
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
4.178 3.463 715 20,6
darunter:
621110
Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und
gleichstehende Personen
23.042 22.193 849 3,8 99,3 99,1
Aufgekrte Fälle
22.872 21.997 875 4,0
Tatverdächtige
21.343 20.652 691 3,3
deutsche TV
13.881 14.121 -240 -1,7
nichtdeutsche TV
7.462 6.531 931 14,3
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.465 2.045 420 20,5
621120
Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und
gleichstehende Personen
19.940 18.507 1.433 7,7 97,2 97,9
Aufgekrte Fälle
19.391 18.120 1.271 7,0
Tatverdächtige
17.654 16.860 794 4,7
deutsche TV
11.650 11.619 31 0,3
nichtdeutsche TV
6.004 5.241 763 14,6
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
2.002 1.631 371 22,7
Die insgesamt steigenden Fallzahlen könnten auf ein Ende der Mobilitätseinschränkungen nach Rück-
nahme der Mnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sowie auf politische und gesamtgesell-
schaftliche Multiproblemlagen (Inflationsanstieg, emotionalisierende Spaltung u. a. bei den Themen
Klimaschutz und Migration) zurückzuführen sein.
PKS 2023 25
V1.0
3.3 – T14
Schlüssel
Straftaten auf dem Umwelt- und
Verbraucherschutzsektor
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
898000
Straftaten auf dem Umwelt- und Verbraucher-
schutzsektor
32.727 31.796 931 2,9 63,8 64,7
Aufgeklärte Fälle
20.882 20.571 311 1,5
Tatverdächtige
23.400 23.047 353 1,5
deutsche TV
16.989 17.067 -78 -0,5
nichtdeutsche TV
6.411 5.980 431 7,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
946 789 157 19,9
Im Berichtsjahr 2023 wurde bei Straftaten aus dem Umwelt- und Verbraucherschutzsektor ein Anstieg
um 2,9 Prozent auf 32.727 Fälle registriert.
4.3 – T15
Schlüssel
Straftaten gegen das Waffengesetz
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
726200 Straftaten gegen das Waffengesetz
35.799 33.685 2.114 6,3 92,1 92,5
Aufgeklärte Fälle
32.985 31.164 1.821 5,8
Tatverdächtige
33.160 31.366 1.794 5,7
deutsche TV
23.114 22.668 446 2,0
nichtdeutsche TV
10.046 8.698 1.348 15,5
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.522 1.180 342 29,0
Für das aktuelle Berichtsjahr ist ein Anstieg der Straftaten gegen das Waffengesetz um 6,3 Prozent zu
verzeichnen. Nachdem in den letzten Berichtsjahren (2018 bis 2021) die Anzahl der Verstöße gegen das
Waffengesetz zurückging, istr das Berichtsjahr 2023 erneut ein Anstieg zu verzeichnen. Die Gesamt-
zahl aus dem Berichtsjahr 2023 bewegt sich in Höhe des Durchschnittwertes, der sich aus den vorheri-
gen Berichtsjahren 2019 bis 2022 ergibt.
26 PKS 2023
V1.0
4.3 – T16a
Schlüssel
Cybercrime
Trend
2023
Anzahl Venderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
897000 Cybercrime
134.407 136.865 -2.458 -1,8 32,2 29,2
Aufgeklärte Fälle
43.242 39.937 3.305 8,3
Tatverdächtige
30.860 28.875 1.985 6,9
deutsche TV
22.059 20.792 1.267 6,1
nichtdeutsche TV
8.801 8.083 718 8,9
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.560 1.270 290 22,8
darunter:
543000
Fälschung beweiserheblicher Daten, Täuschung im
Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung
10.286 13.043 -2.757 -21,1 44,1 33,9
Aufgekrte Fälle
4.539 4.428 111 2,5
Tatverdächtige
4.254 4.294 -40 -0,9
deutsche TV
2.911 2.954 -43 -1,5
nichtdeutsche TV
1.343 1.340 3 0,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
160 148 12 8,1
674200 Datenveränderung, Computersabotage
2.293 3.451 -1.158 -33,6 31,9 25,5
Aufgekrte Fälle
731 879 -148 -16,8
Tatverdächtige
738 803 -65 -8,1
deutsche TV
580 625 -45 -7,2
nichtdeutsche TV
158 178 -20 -11,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
x
36 26 10 -
678000
Ausshen, Abfangen von Daten einschl. Vorbereitungs-
handlungen und Datenhehlerei
10.876 13.206 -2.330 -17,6 26,4 20,5
Aufgekrte Fälle
2.876 2.707 169 6,2
Tatverdächtige
2.525 2.804 -279 -10,0
deutsche TV
1.896 2.156 -260 -12,1
nichtdeutsche TV
629 648 -19 -2,9
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
x
100 89 11 -
897100 Computerbetrug
110.952 107.165 3.787 3,5 31,6 29,8
Aufgekrte Fälle
35.096 31.923 3.173 9,9
Tatverdächtige
24.158 21.884 2.274 10,4
deutsche TV
17.230 15.713 1.517 9,7
nichtdeutsche TV
6.928 6.171 757 12,3
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.311 1.033 278 26,9
darunter:
511212
Weitere Arten des Warenkreditbetruges
§ 263a StGB
30.658 37.005 -6.347 -17,2 39,3 33,4
Aufgeklärte Fälle
12.042 12.360 -318 -2,6
Tatverdächtige
8.650 8.282 368 4,4
deutsche TV
6.656 6.455 201 3,1
nichtdeutsche TV
1.994 1.827 167 9,1
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
337 258 79 30,6
517220 Leistungskreditbetrug § 263a StGB
4.114 4.918 -804 -16,3 46,5 41,2
Aufgeklärte Fälle
1.912 2.025 -113 -5,6
Tatverdächtige
1.597 1.781 -184 -10,3
deutsche TV
1.253 1.262 -9 -0,7
nichtdeutsche TV
344 519 -175 -33,7
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
x
37 45 -8 -
x Keine Trendaussage möglich (geringe Anzahl).
- Bei einer Basiszahl unter 100 (erfasste Fälle/Tatverdächtige des Vorjahres) wird keine Steigerungsrate in Prozent berechnet.
PKS 2023 27
V1.0
4.3 – T16b
Schlüssel
Cybercrime
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
*)
517500 Computerbetrug (sonstiger) § 263a StGB
15.792 16.282 -490 -3,0 39,4 36,5
Aufgeklärte Fälle
6.218 5.946 272 4,6
Tatverdächtige
5.801 5.252 549 10,5
deutsche TV
4.256 3.853 403 10,5
nichtdeutsche TV
1.545 1.399 146 10,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
241 188 53 28,2
*) Soweit nicht unter den Schlüsseln 511120, 511212, 516300, 516520, 516920, 517220, 517900, 518112 bzw. 518302 zu erfassen.
Die Fallzahlen des Deliktsbereichs Cybercrime belaufen sich im Jahr 2023 auf 134.407 lle und nehmen
damit nach einem kontinuierlichen Anstieg seit 2016
14
nun im zweiten Jahr in Folge ab.
Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass diese Fallzahlen bislang ausschließlich Taten umfassen, bei
denen mindestens eine tatverdächtige Person im Inland gehandelt hat. Fälle, bei denen zwar Schäden in
Deutschland verursacht werden, aber der Handlungsort der oder des Tatverdächtigen im Ausland liegt
oder unbekannt ist (sogenannte Auslandstaten - welche insbesondere im Bereich Cybercrime eine über-
durchschnittliche Relevanz aufweisen), sind hier nicht enthalten. Die Auslandstaten im Bereich Cyber-
crime weisen in den letzten Jahren einen fortlaufenden Anstieg auf.
15
Darüber hinaus ist zu beachten, dass insbesondere der Bereich Cybercrime oftmals ein großes Dunkel-
feld aufweist. In SKiD 2020 zeigte sich, dass im Bereich Cyberkriminalität etwa vier von fünf Straftaten
nicht angezeigt wurden.
16
Die in SKiD 2020 erhobenen Cybercrimedelikte sind zwar nicht direkt mit
dem Straftatenschssel vergleichbar, jedoch weisen auch die Ergebnisse anderer Studien im Bereich
Cybercrime regelmäßig auf ein Dunkelfeld dieser Gßenordnung hin.
17
Da bislang keine aktuellen bun-
desweiten Ergebnisse zur Veränderung des Dunkelfelds im Bereich Cyberkriminalität vorliegen, bleibt
zunächst unklar, ob die Veränderung in den Fallzahlen auf eine tatsächliche Veränderung der Häufigkeit
oder auf eine Veränderung im Anzeigeverhalten zurückzuführen sind.
14
Die zunehmende Automatisierung im Bereich des Zahlungsverkehrs und des Warenhandels bedingte zum Berichtsjahr 2016 eine grundsätz-
liche Überarbeitung des zur Fallerfassung genutzten Straftatenkataloges insbesondere im (Computer-)Betrugsbereich. Daher ist der Vorjah-
resvergleich nur eingeschränkt möglich. Insofern werden als Basis die Daten aus 2016 genommen.
15
Siehe hierzu auch „Cybercrime Bundeslagebild 2022“, S. 6.
16
Auf S. 66 des Ergebnisberichts: Birkel, C.; Church, D.; Erdmann, A.; Hager, A.; Leitgöb-Guzy, N. (2022): Sicherheit und Kriminalität in
Deutschland SKiD 2020. Bundesweite Kernbefunde des Viktimisierungssurvey des Bundeskriminalamts und der Polizeien der nder. Hg. v.
Bundeskriminalamt. Wiesbaden.
17
Rund 80% Dunkelfeld: LKA SH, Kriminologische Forschungsstelle, Sicherheit und Kriminalität in Schleswig-Holstein, Kernbefunde des Vikti-
misierungssurvey 2019, S. 24. https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/POLIZEI/DasSindWir/LKA/KFS/_downloads/Kern-
befunde_Dunkelfeldstudie_2019.pdf. Rund 90% Dunkelfeld bei Angriffen gegen Unternehmen: Kriminologisches Forschungsinstitut Nieder-
sachsen, Cyberangriffe gegen Unternehmen in Deutschland, Ergebnisse einer Folgebefragung 2020, S. 86. https://kfn.de/wp-content/uplo-
ads/Forschungsberichte/FB_162.pdf
28 PKS 2023
V1.0
4.3 – T17a
Schlüssel
Rauschgiftdelikte
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
730000 Rauschgiftdelikte insgesamt
346.877 340.677 6.200 1,8 90,8 91,6
Aufgeklärte Fälle
314.880 312.176 2.704 0,9
Tatverdächtige
266.280 267.808 -1.528 -0,6
deutsche TV
180.655 190.702 -10.047 -5,3
nichtdeutsche TV
85.625 77.106 8.519 11,0
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
23.254 19.615 3.639 18,6
darunter:
973010 Heroin
10.130 10.494 -364 -3,5 93,7 93,5
Aufgekrte Fälle
9.489 9.814 -325 -3,3
Tatverdächtige
7.877 8.171 -294 -3,6
deutsche TV
4.342 4.793 -451 -9,4
nichtdeutsche TV
3.535 3.378 157 4,6
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.298 1.140 158 13,9
973020 Kokain einschl. Crack
36.890 28.568 8.322 29,1 91,2 92,2
Aufgekrte Fälle
33.659 26.350 7.309 27,7
Tatverdächtige
30.463 24.728 5.735 23,2
deutsche TV
16.649 13.900 2.749 19,8
nichtdeutsche TV
13.814 10.828 2.986 27,6
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
3.816 2.812 1.004 35,7
973030 LSD
809 906 -97 -10,7 84,8 89,6
Aufgekrte Fälle
686 812 -126 -15,5
Tatverdächtige
729 843 -114 -13,5
deutsche TV
620 718 -98 -13,6
nichtdeutsche TV
109 125 -16 -12,8
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
x
10 17 -7 -
973040 Neue psychoaktive Stoffe (NPS)
3.005 3.658 -653 -17,9 78,4 82,2
Aufgekrte Fälle
2.356 3.007 -651 -21,6
Tatverdächtige
2.264 2.787 -523 -18,8
deutsche TV
1.619 2.053 -434 -21,1
nichtdeutsche TV
645 734 -89 -12,1
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
149 160 -11 -6,9
x Keine Trendaussage möglich (geringe Anzahl)
- Bei einer Basiszahl unter 100 (erfasste Fälle/Tatverdächtige des Vorjahres) wird keine Steigerungsrate in Prozent berechnet.
PKS 2023 29
V1.0
4.3 – T17b
Schlüssel
Rauschgiftdelikte
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
973060 Amphetamin und Derivate (inkl. Ecstasy)
40.380 42.213 -1.833 -4,3 90,2 92,1
Aufgekrte Fälle
36.409 38.861 -2.452 -6,3
Tatverdächtige
34.203 36.450 -2.247 -6,2
deutsche TV
27.239 29.366 -2.127 -7,2
nichtdeutsche TV
6.964 7.084 -120 -1,7
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
1.350 1.202 148 12,3
973070 Methamphetamin
10.446 11.482 -1.036 -9,0 92,9 92,5
Aufgekrte Fälle
9.701 10.625 -924 -8,7
Tatverdächtige
8.849 9.787 -938 -9,6
deutsche TV
6.968 7.855 -887 -11,3
nichtdeutsche TV
1.881 1.932 -51 -2,6
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
378 463 -85 -18,4
973080 Cannabis und Zubereitungen
215.865 214.242 1.623 0,8 91,3 92,0
Aufgekrte Fälle
197.173 197.163 10 0,0
Tatverdächtige
176.634 178.826 -2.192 -1,2
deutsche TV
117.836 126.290 -8.454 -6,7
nichtdeutsche TV
58.798 52.536 6.262 11,9
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
17.229 14.290 2.939 20,6
Grundsätzlich steht die Entwicklung der Fallzahlen bei Rauschgiftdelikten auch im Zusammenhang mit
der polizeilichen Kontrolltätigkeit.
Ein Grund für die Zunahme der Deliktszahlen für Kokain und insbesondere Crack dürfte in der hohen
Verfügbarkeit von Kokain in Deutschland und Europa zu sehen sein, die durch steigende Kokaanbauflä-
chen und Produktionsmengen in Südamerika begünstigt wird. Trotz der hohen Sicherstellungsmenge
mit einer Rekordsicherstellungsmenge von mindestens 35 Tonnen Kokain scheint 2023 so viel Kokain
auf dem deutschen Markt gewesen zu sein, dass dies zu einem solch hohen Anstieg bei den Handels-
und konsumnahen Delikten geführt hat.
Auch wenn zur Motivation eines zunehmenden Kokainkonsums dem BKA keine Informationen vorlie-
gen, lässt sich sicherlich feststellen, dass Kokain keine „Elitedroge“ mehr ist, sondern offensichtlich -
trotz des vergleichsweise hohen Preisniveaus für viele Menschen in Deutschland und den westlichen
Industriestaaten bezahlbar und deshalb mittlerweile gesellschaftlich weit verbreitet ist.
4.3 – T18
Schlüssel
Straftaten nach dem
Arzneimittelgesetz
Trend
2023
Anzahl Venderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
716400 Straftaten nach dem Arzneimittelgesetz
4.814 4.106 708 17,2 73,9 79,6
Aufgeklärte Fälle
3.556 3.269 287 8,8
Tatverdächtige
3.642 3.326 316 9,5
deutsche TV
2.520 2.398 122 5,1
nichtdeutsche TV
1.122 928 194 20,9
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
444 329 115 35,0
30 PKS 2023
V1.0
Die Straftaten nach dem Arzneimittelgesetz sind im Vergleich zum Vorjahr um 708 Fälle auf 4.814 lle
angestiegen (+17,2 Prozent). Die Entwicklung könnte im Zusammenhang mit zunehmendem Online-
handel und polyvalenten Konsummustern (Verfügbarkeit von „Ausweichmitteln“) stehen und dürfte
auch in Abhängigkeit zu polizeilichen Kontrollmaßnahmen zu sehen sein.
4.3 – T19
Schlüssel
ausländerrechtliche Verstöße
Trend
2023
Anzahl Veränderung AQ
2023 2022 absolut in % 2023 2022
725000 ausländerrechtliche Verstöße
298.909 225.829 73.080 32,4 98,5 98,8
Aufgeklärte Fälle
294.470 223.021 71.449 32,0
Tatverdächtige
272.539 204.775 67.764 33,1
deutsche TV
1.180 1.059 121 11,4
nichtdeutsche TV
271.359 203.716 67.643 33,2
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
263.533 196.860 66.673 33,9
darunter:
725100
unerlaubte Einreise § 95 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 2
Nr.1a AufenthG
93.158 66.336 26.822 40,4 99,8 99,8
Aufgekrte Fälle
93.008 66.180 26.828 40,5
Tatverdächtige
92.107 65.908 26.199 39,8
deutsche TV
203 165 38 23,0
nichtdeutsche TV
91.904 65.743 26.161 39,8
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
90.226 64.233 25.993 40,5
725700
unerlaubter Aufenthalt § 95 Abs. 1 Nr. 1, 2 und
Abs. 2 Nr. 1b AufenthG
187.059 145.495 41.564 28,6 99,6 99,5
Aufgekrte Fälle
186.341 144.705 41.636 28,8
Tatverdächtige
174.117 133.593 40.524 30,3
deutsche TV
320 300 20 6,7
nichtdeutsche TV
173.797 133.293 40.504 30,4
darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer
171.126 130.658 40.468 31,0
Die Anzahl der ausländerrechtlichen Verstöße ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 32,4 Prozent
auf 298.909 Fälle angestiegen. Die Entwicklung steht in Zusammenhang mit dem Anstieg der Zuwande-
rungszahlen.
PKS 2023 31
V1.0
5 Überblick Straftatenanteile
Straftatenanteile an Straftaten insgesamt = 5.940.667 lle (2022: 5.628.584 Fälle)
Die jeweiligen Straftatenanteile des Berichtsjahres 2022 stehen in Klammern.
5 – G01
Straftatenanteile an Straftaten insgesamt ohne ausl. Verstöße = 5.641.758 lle (2022: 5.402.755
Fälle)
Die jeweiligen Straftatenanteile des Berichtsjahres 2022 stehen in Klammern.
5 – G02
sonstige Straftaten
21,4%
(21,6%)
einfacher Diebstahl
19,7%
(18,5%)
schwerer Diebstahl
13,5%
(13,1%)
Betrug
12,7%
(14,2%)
rperverletzung
10,3%
(10,2%)
Sachbeschädigung
9,4%
(10,1%)
Rauschgiftdelikte
5,8%
(6,1%)
ausländerrechtliche Verstöße
5,0%
(4,0%)
Sexualdelikte
2,1%
(2,1%)
Straftaten gegen das
Leben
0,1%
(0,1%)
sonstige Straftaten
22,5%
(22,5%)
einfacher Diebstahl
20,8%
(19,3%)
schwerer Diebstahl
14,2%
(13,6%)
Betrug
13,4%
(14,8%)
rperverletzung
10,9%
(10,6%)
Sachbeschädigung
9,9%
(10,5%)
Rauschgiftdelikte
6,1%
(6,3%)
Sexualdelikte
2,2%
(2,2%)
Straftaten gegen das
Leben
0,1%
(0,1%)
32 PKS 2023
V1.0
Straftatenanteile an Gewaltkriminalität = 214.099 Fälle (2022: 197.202 Fälle)
5 – G03
*)
Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge §§ 177, 178 StGB
**)
Sonstige Gewaltkriminalität: Körperverletzung mit Todesfolge, erpresserischer Menschenraub, Geiselnahme, Angriff auf den Luft- und
Seeverkehr
Straftatenanteile an Diebstahl insgesamt = 1.971.435 Fälle (2022: 1.780.783 Fälle)
5 – G04
Mord
0,3%
(0,3%)
Totschlag und Tötung auf
Verlangen
0,7%
(0,8%)
Vergewaltigung,
sexuelle Nötigung und
sexueller Übergriff*)
5,7%
(6,0%)
Raubdelikte
21,0%
(19,4%)
gefährliche und
schwere
rperverletzung
72,2%
(73,4%)
sonstige Gewalt-
kriminalität **)
0,1%
(0,1%)
sonstiger Diebstahl
39,0%
(39,6%)
Ladendiebstahl
insgesamt
21,6%
(19,4%)
Diebstahl
insgesamt von
Fahrrädern
13,4%
(14,9%)
Diebstahl von
und an/aus Kfz
14,4%
(14,7%)
Diebstahl
insgesamt in/aus
Wohnungen
6,1%
(5,9%)
Taschendiebstahl
insgesamt
5,5%
(5,5%)
PKS 2023 33
V1.0
6 Langfristige Entwicklung
6.1 Kriminalität insgesamt
Bei „Straftaten insgesamt“ verringerte sich die Zahl der erfassten Fälle im Vergleich zum Jahr 2009 um
113.663 Fälle (-1,9 Prozent). Die Aufklärungsquote liegt mit 58,4 Prozent um 2,8 Prozentpunkte über
dem Wert von 2009 und erreicht damit fast den bisherigen Höchststand im Jahr 2021 (58,7 Prozent)
Entwicklung bei Straftaten insgesamt
6.1 – T01
Jahr
Bevölkerung
*)
SR
Bevölkerung
Fälle
insgesamt
SR
Fälle
HZ
SR
HZ
AQ
**)
2009 82.002.400 -0,3 6.054.330 -1,0 7.383 -0,7 55,6
2010 81.802.300 -0,2 5.933.278 -2,0 7.253 -1,8 56,0
2011 81.751.602 -0,1 5.990.679 1,0 7.328 1,0 54,7
2012 81.843.743 0,1 5.997.040 0,1 7.327 0,0 54,4
***)
2013 80.523.746 (x ) 5.961.662 -0,6 7.404 (x) 54,5
2014 80.767.463 0,3 6.082.064 2,0 7.530 1,7 54,9
2015 81.197.537 0,5 6.330.649 4,1 7.797 3,5 56,3
2016 82.175.684 1,2 6.372.526 0,7 7.755 -0,5 56,2
****)
2017 82.521.653 0,4 5.761.984 -9,6 6.982 -10,0 57,1
2018 82.792.351 0,3 5.555.520 -3,6 6.710 -3,9 57,7
2019 83.019.213 0,3 5.436.401 -2,1 6.548 -1,9
57,5
2020 83.166.711 0,2 5.310.621 -2,3 6.386 -2,5 58,4
2021 83.155.031 0,0 5.047.860 -4,9 6.070 -4,9 58,7
2022 83.237.124 0,1 5.628.584 11,5 6.762 11,4 57,3
2023 84.358.845 1,3 5.940.667 5,5 7.042 4,1 58,4
*)
Quelle: Statistisches Bundesamt, Bevölkerungsstand jeweils zum 31.12. des Vorjahres zum jeweiligen Berichtsjahr.
**)
2009: Die Fallzahlen aus Berlin weisen aufgrund einer technischen Anpassung des Zählzeitpunktes eine Überhöhung um 9.372
Fälle auf.
***)
Aufgrund der geänderten Datenbasis bei den Bevölkerungszahlen nach Zensus 2011 ist ein Vergleich mit den Vorjahren nicht mög-
lich.
****)
Die Bevölkerungsdaten sind aufgrund methodischer Änderungen und technischer Weiterentwicklungen nur bedingt mit den Vorjah-
reswerten vergleichbar.
(x)
Berechnung nicht möglich aufgrund geänderter Datenbasis.
34 PKS 2023
V1.0
Entwicklung bei Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße
6.1 – T02
Jahr
Bevölkerung
*)
SR
Bevölkerung
Fälle insg.
ohne ausl.
Verstöße
SR
Fälle
HZ
SR
HZ
AQ
**)
2009 82.002.400 -0,3 5.980.089 -0,9 7.293 -0,7 55,1
2010 81.802.300 -0,2 5.859.125 -2,0 7.163 -1,8 55,5
2011 81.751.602 -0,1 5.912.355 0,9 7.232 1,0 54,1
2012 81.843.743 0,1 5.908.011 -0,1 7.219 -0,2 53,7
***)
2013 80.523.746 (x) 5.851.107 -1,0 7.266 (x) 53,7
2014 80.767.463 0,3 5.925.668 1,3 7.337 1,0 53,7
2015 81.197.537 0,5 5.927.908 0,0 7.301 -0,5 53,4
2016 82.175.684 1,2 5.884.815 -0,7 7.161 -1,9 54,0
****)
2017 82.521.653 0,4 5.582.136 -5,1 6.764 -5,5 55,7
2018 82.792.351 0,3 5.392.457 -3,4 6.513 -3,7 56,5
2019 83.019.213 0,3 5.270.782 -2,3 6.349 -2,5 56,2
2020 83.166.711 0,2 5.163.536 -2,0 6.209 -2,2 57,2
2021 83.155.031 0,0 4.901.007 -5,1 5.894 -5,1 57,5
2022 83.237.124 0,1 5.402.755 10,2 6.491 10,1 55,6
2023 84.358.845 1,3 5.641.758 4,4 6.688 3,0 56,3
*)
Quelle: Statistisches Bundesamt Bevölkerungsstand jeweils zum 31.12. des Vorjahres zum jeweiligen Berichtsjahr.
**)
2009: Die Fallzahlen aus Berlin weisen aufgrund einer technischen Anpassung des Zählzeitpunktes eine Überhöhung um 9.372
Fälle auf.
***)
Aufgrund der geänderten Datenbasis bei den Bevölkerungszahlen nach Zensus 2011 ist ein Vergleich mit den Vorjahren nicht
glich.
****)
Die Bevölkerungsdaten sind aufgrund methodischer Änderungen und technischer Weiterentwicklungen nur bedingt mit den
Vorjahreswerten vergleichbar.
(x)
Berechnung nicht möglich aufgrund geänderter Datenbasis.
Bei „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße“ verringerte sich die Fallzahl im Vergleich
zum Jahr 2009 um 338.331 Fälle (-5,7 Prozent). Die Aufklärungsquote liegt mit 56,3 Prozent um 1,2 Pro-
zentpunkte über dem Wert von 2009 und ebenfalls 1,2 Prozentpunkte unter dem bisherigen Höchst-
stand im Jahr 2021 (57,5 Prozent).
PKS 2023 35
V1.0
6.2 Langfristige Entwicklung in ausgewählten Kriminalitätsbereichen
Gewaltkriminalität und Körperverletzung
6.2 – G01
Die „Gewaltkriminalität“ ist 2023 im Vergleich zu 2009 um 2,7 Prozent (+5.653 Fälle) auf 214.099 Fälle
gestiegen. Damit erreicht sie im aktuellen Berichtsjahr im Betrachtungszeitraum einen neuen Höchst-
stand.
Die in der Gewaltkriminalität enthaltene „gefährliche und schwere Körperverletzung“
18
ist 2023 im Ver-
gleich zu 2009 um 3,5 Prozent (+5.240 Fälle) auf 154.541 Fälle gestiegen und bedeutet auch hier die
höchste Fallzahl im Betrachtungszeitraum.
Bei „vorsätzlicher einfacher Körperverletzung“, die nicht unter die Gewaltkriminalität im Sinne der PKS
fällt, ist die Fallzahl im Vergleich zu 2009 um 16,1 Prozent (+59.448 Fälle) auf 429.157 Fälle angestiegen
und liegt damit um 5,7 Prozent über dem bisherigen Höchststand im Betrachtungszeitraum (2016:
406.038 Fälle).
18
Schlüssel 222000: Gefährliche und schwere Körperverletzung, Versmmelung weiblicher Genitalien §§ 224, 226, 226a, 231 StGB
0
50.000
100.000
150.000
200.000
250.000
300.000
350.000
400.000
450.000
500.000
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
erfasste Fälle
Gewaltkriminalität vorsätzliche einfache Körperverletzung gefährliche und schwere Körperverletzung
36 PKS 2023
V1.0
Straßenkriminalität
6.2 – G02
Die „Straßenkriminalitätging 2023 im Vergleich zum Jahr 2009 um -22,3 Prozent (-320.839 Fälle) auf
1.114.817 lle zurück.
Diebstahl
6.2 – G03
Bei „schwerem Diebstahl“ ist im Vergleich zum Jahr 2009 ein Rückgang um 309.668 Fälle (-27,9 Pro-
zent) auf 799.098 lle zu verzeichnen. Der Rückgang bei „einfachem Diebstahl“ fiel etwas geringer aus
und lag im Vergleich zum Jahr 2009 bei -5,1 Prozent (-63.544 Fälle auf 1.172.337 Fälle).
0
250.000
500.000
750.000
1.000.000
1.250.000
1.500.000
1.750.000
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
erfasste Fälle
0
250.000
500.000
750.000
1.000.000
1.250.000
1.500.000
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
erfasste Fälle
einfacher Diebstahl schwerer Diebstahl
PKS 2023 37
V1.0
Betrug
6.2 – G04
Bei „Betrug“ ist im Vergleich zum Jahr 2009 ein Rückgang um 201.315 lle (-21,1 Prozent) auf 754.489
Fälle zu registrieren. Nach einem deutlichenckgang im Jahr 2016 um 7,0 Prozent und einem Anstieg
von 1,3 Prozent im Jahr 2017 gehen die Fallzahlen seit 2018 zunächst deutlich (-7,6 Prozent) und dann
moderater zurück. Im Jahr 2022 stieg die Fallzahl gegenüber 2021 um 1,0 Prozent, um dann in diesem
Berichtsjahr erneut zu sinken (-5,9 Prozent).
0
200.000
400.000
600.000
800.000
1.000.000
1.200.000
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
erfasste Fälle
38 PKS 2023
V1.0
6.3 Entwicklung der Aufkrungsquoten
Entwicklung der Aufkrungsquoten bei Straftaten insgesamt
Im Jahr 2023 wurden insgesamt 3.469.752
Fälle aufgeklärt. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von
58,4 Prozent (2022: 57,3 Prozent).
Gegenüber dem bisherigen Höchststand im Jahr 2021 (58,7 Prozent) ist die Aufklärungsquote im Be-
richtsjahr 2023 um 0,3 Prozentpunkte auf 58,4 Prozent gesunken.
6.3 – T01 6.3– G01
Jahr
aufgeklärte
Fälle
AQ Straftaten (erfasst und aufgeklärt) und Tatverdächtige insgesamt
2009 3.368.879 55,6
2010 3.322.320 56,0
2011 3.276.153 54,7
2012 3.259.822 54,4
2013 3.249.396 54,5
2014 3.336.398 54,9
2015 3.564.811 56,3
2016 3.584.167 56,2
2017 3.290.725 57,1
2018 3.206.507 57,7
2019 3.124.161 57,5
2020 3.100.401 58,4
2021 2.963.643 58,7
2022 3.226.935 57,3
2023 3.469.752 58,4
Entwicklung der Aufkrungsquoten bei Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße
6.3 – T02 6.3– G02
Jahr
aufgeklärte
Fälle
AQ
Straftaten (erfasst und aufgeklärt) und Tatverdächtige insgesamt ohne ausländerrechtliche
Verstöße
2009 3.296.088 55,1
2010 3.249.323 55,5
2011 3.199.084 54,1
2012 3.172.113 53,7
2013 3.140.212 53,7
2014 3.181.194 53,7
2015 3.163.331 53,4
2016 3.175.324 54,0
2017 3.111.751 55,7
2018 3.045.321 56,5
2019 2.960.340 56,2
2020 2.955.323 57,2
2021 2.819.409 57,5
2022 3.003.914 55,6
2023 3.175.282 56,3
.
0
1.000.000
2.000.000
3.000.000
4.000.000
5.000.000
6.000.000
7.000.000
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
erfasste Fälle aufgeklärte Fälle TV insgesamt
0
1.000.000
2.000.000
3.000.000
4.000.000
5.000.000
6.000.000
7.000.000
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
erfasste Fälle aufgeklärte Fälle TV insgesamt
PKS 2023 39
V1.0
6.4 Entwicklung der Tatverdächtigenzahlen
Tatverdächtige insgesamt bei Straftaten insgesamt
6.4 – T01
Jahr
Tatverdächtige
insgesamt deutsche TV nichtdeutsche TV
Anzahl SR Anzahl SR Anzahl SR
Anteil
an TV
insgesamt
2009 2.187.217 ( - ) 1.724.839 ( - ) 462.378 ( - ) 21,1
2010 2.152.803 -1,6 1.680.991 -2,5 471.812 2,0 21,9
2011 2.112.843 -1,9 1.628.314 -3,1 484.529 2,7 22,9
2012 2.094.118 -0,9 1.591.728 -2,2 502.390 3,7 24,0
2013 2.094.160 0,0 1.555.711 -2,3 538.449 7,2 25,7
2014 2.149.504 2,6 1.532.112 -1,5 617.392 14,7 28,7
2015 2.369.036 10,2 1.457.172 -4,9 911.864 47,7 38,5
2016 2.360.806 -0,3 1.407.062 -3,4 953.744 4,6 40,4
2017 2.112.715 -10,5 1.376.450 -2,2 736.265 -22,8 34,8
2018 2.051.266 -2,9 1.342.886 -2,4 708.380 -3,8 34,5
2019 2.019.211 -1,6 1.319.950 -1,7 699.261 -1,3 34,6
2020 1.969.617 -2,5 1.306.418 -1,0 663.199 -5,2 33,7
2021 1.892.003 -3,9 1.252.876 -4,1 639.127 -3,6 33,8
2022 2.093.782 10,7 1.309.906 4,6 783.876 22,6 37,4
2023 2.246.767 7,3 1.323.498 1,0 923.269 17,8 41,1
Tatverdächtige insgesamt bei Straftaten insgesamt ohne ausnderrechtliche Verstöße
6.4 – T02
Jahr
Tatverdächtige
insgesamt deutsche TV nichtdeutsche TV
Anzahl SR Anzahl SR Anzahl SR
Anteil
an TV
insgesamt
2009 2.133.703 ( - ) 1.723.185 ( - ) 410.518 ( - ) 19,2
2010 2.098.601 -1,6 1.679.369 -2,5 419.232 2,1 20,0
2011 2.054.232 -2,1 1.626.973 -3,1 427.259 1,9 20,8
2012 2.025.957 -1,4 1.590.398 -2,2 435.559 1,9 21,5
2013 2.007.328 -0,9 1.554.313 -2,3 453.015 4,0 22,6
2014 2.023.623 0,8 1.531.013 -1,5 492.610 8,7 24,3
2015 2.011.898 -0,6 1.456.078 -4,9 555.820 12,8 27,6
2016 2.022.414 0,5 1.406.184 -3,4 616.230 10,9 30,5
2017 1.974.805 -2,4 1.375.448 -2,2 599.357 -2,7 30,4
2018 1.931.079 -2,2 1.341.879 -2,4 589.200 -1,7 30,5
2019 1.896.221 -1,8 1.318.980 -1,7 577.241 -2,0 30,4
2020 1.863.118 -1,7 1.305.430 -1,0 557.688 -3,4 29,9
2021 1.785.398 -4,2 1.251.915 -4,1 533.483 -4,3 29,9
2022 1.921.553 7,6 1.309.115 4,6 612.438 14,8 31,9
2023 2.017.552 5,0 1.322.571 1,0 694.981 13,5 34,4
40 PKS 2023
V1.0
7 Tatverdächtige
7.1 Tatverdächtige bei „Straftaten insgesamt
Im Berichtsjahr 2023 wurden insgesamt 3.469.752 Fälle aufgeklärt (2022: 3.226.935) und insgesamt
2.246.767 Tatverdächtige (2022: 2.093.782) ermittelt. Von den im Jahr 2023 insgesamt registrierten Tat-
verdächtigen bei „Straftaten insgesamt“ waren 1.675.541 männlich (+7,0 Prozent, 2022: 1.565.240) und
571.226 weiblich (+8,1 Prozent, 2022: 528.542).
Bei den deutschen Tatverdächtigen wurde ein Anstieg von 1,0 Prozent (13.592) auf 1.323.498 festge-
stellt. Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen ist der Anstieg mit 17,8 Prozent (139.393) auf 923.269
deutlich stärker ausgefallen. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an allen Tatverdächtigen nahm
im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozentpunkte zu (2023: 41,1 Prozent; 2022: 37,4 Prozent).
Diese Tendenz kann aufgrund des aktuellen Wanderungsgeschehens in Deutschland als durchaus er-
wartbar eingestuft werden. Während die deutsche Wohnbevölkerung sich in ihrer Größe kaum verän-
dert hat, ist die nichtdeutsche Bevölkerung merklich angewachsen. Neben diesen rein zahlenmäßigen
Effekten ist davon auszugehen, dass viele Schutzsuchende multiple Risikofaktoren (bspw. unsichere Zu-
kunftsperspektive, Armut, Gewalterfahrungen)r verschiedene Deliktsbereiche (insb. Gewaltkriminali-
tät und Eigentumsdelikte) aufweisen.
Erwachsene (ab 21 Jahre) stellen mit 78,5 Prozent den größten Anteil an den Tatverdächtigen insge-
samt, ihre Anzahl ging im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte zurück.
7 – T01
Tatverdächtige
Anzahl Veränderung
Anteil an TV
insgesamt
2023 2022 absolut in % 2023 2022
Tatverdächtige insgesamt 2.246.767 2.093.782 152.985 7,3 100,0 100,0
nnlich 1.675.541 1.565.240 110.301 7,0 74,6 74,8
Weiblich 571.226 528.542 42.684 8,1 25,4 25,2
Tatverdächtige insgesamt nach Alter
Kinder (0 bis unter 14 Jahre) 104.233 93.095 11.138 12,0 4,6 4,4
davon:
deutsche Kinder 64.481 62.738 1.743 2,8 2,9 3,0
nichtdeutsche Kinder 39.752 30.357 9.395 30,9 1,8 1,4
Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) 207.149 189.149 18.000 9,5 9,2 9,0
davon:
deutsche Jugendliche 137.416 136.090 1.326 1,0 6,1 6,5
nichtdeutsche Jugendliche 69.733 53.059 16.674 31,4 3,1 2,5
Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre) 171.402 160.998 10.404 6,5 7,6 7,7
davon:
deutsche Heranwachsende 102.291 106.730 -4.439 -4,2 4,6 5,1
nichtdeutsche Heranwachsende 69.111 54.268 14.843 27,4 3,1 2,6
Erwachsene (ab 21 Jahre) 1.763.983 1.650.540 113.443 6,9 78,5 78,8
davon:
deutsche Erwachsene 1.019.310 1.004.348 14.962 1,5 45,4 48,0
nichtdeutsche Erwachsene 744.673 646.192 98.481 15,2 33,1 30,9
TVBZ der Deutschen
Tatverdächtige insg. (ohne Kinder unter 8 Jahren) 1.983 1.955 28 1,4
Kinder 1.583 1.548 35 2,3
Jugendliche 5.165 5.093 72 1,4
Heranwachsende 4.939 5.090 -151 -3,0
Erwachsene 1.759 1.725 34 2,0
PKS 2023 41
V1.0
r die nichtdeutschen Tatverdächtigen wird keine Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) berechnet,
da die Bevölkerungsstatistik bestimmte Ausländergruppen, die in der PKS als nichtdeutsche Tatver-
dächtige gezählt werden, wie beispielsweise Personen ohne Aufenthaltserlaubnis, Touristinnen und
Touristen, Durchreisende, Besucherinnen und Besucher, Grenzpendlerinnen und Grenzpendler sowie
Stationierungsstreitkräfte, nicht enthält.
Nach einem deutlichen Rückgang der tatverdächtigen Kinder im ersten „Corona-Jahr 2020 um -14,0
Prozent folgten bereits im Berichtsjahr 2021 und 2022 wieder Zunahmen (2021: +9,7 Prozent; 2022:
+35,5 Prozent). Mit dem erneuten Anstieg im aktuellen Berichtsjahr auf 104.233 tatverdächtige Kinder
(+12,0 Prozent) wird das Niveau von 2019 deutlich überschritten (2019: 72.890 tatverdächtige Kinder;
2019/2023: +43,0 Prozent).
Die Anzahl der als tatverdächtig registrierten Jugendlichen liegt ebenfalls im aktuellen Berichtsjahr um
17,0 Prozent über der Anzahl im Berichtsjahr 2019 (177.082 Tatverdächtige). Geringer fällt der Anstieg
2019/2023 bei den tatverdächtigen Erwachsenen (ab 21 Jahre) aus (+10,8 Prozent; 2019: 1.591.465 Tat-
verdächtige). Allein die Anzahl der tatverchtigen Heranwachsenden ist im Vergleichszeitraum gesun-
ken (-3,6 Prozent; 2019: 177.774 Tatverdächtige).
42 PKS 2023
V1.0
7.2 Tatverdächtige bei „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche
Verstöße“
Im Berichtsjahr 2023 wurden insgesamt 3.175.282 lle aufgeklärt (2022: 3.003.914) und insgesamt
2.017.552 Tatverchtige (2022: 1.921.553) ermittelt.
Von diesen bei „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstößeregistrierten Tatverdächtigen
waren 1.500.244 nnlich (74,4 Prozent) und 517.308 weiblich (25,6 Prozent).
Bei den deutschen Tatverdächtigen wurde ein Anstieg von 1,0 Prozent (2022: 1.309.115) auf 1.322.571
festgestellt. Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen ist der Anstieg mit 13,5 Prozent (2022: 612.438)
auf 694.981 stärker ausgefallen.
Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an allen Tatverdächtigen bei den Straftaten insgesamt ohne
ausländerrechtliche Verstöße nahm im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozentpunkte zu (2023: 34,4 Pro-
zent; 2022: 31,9 Prozent).
Erwachsene ab 21 Jahre stellen mit 78,8 Prozent den größten Anteil an den Tatverdächtigen insgesamt,
ihr Anteil an allen Tatverdächtigen blieb im Vergleich zum Vorjahr gleich.
7 – T02
r die nichtdeutschen Tatverdächtigen werden keine TVBZ berechnet (siehe Ausführungen zu Ziff.
7.1).
Tatverdächtige
Anzahl Veränderung
Anteil an TV
insgesamt
2023 2022 absolut in % 2023 2022
Tatverdächtige insgesamt 2.017.552 1.921.553 95.999 5,0 100,0 100,0
männlich 1.500.244 1.435.198 65.046 4,5 74,4 74,7
weiblich 517.308 486.355 30.953 6,4 25,6 25,3
Tatverdächtige insgesamt nach Alter
Kinder (0 bis unter 14 Jahre) 91.398 84.755 6.643 7,8 4,5 4,4
davon:
deutsche Kinder 64.481 62.739 1.742 2,8 3,2 3,3
nichtdeutsche Kinder 26.917 22.016 4.901 22,3 1,3 1,1
Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) 188.257 175.779 12.478 7,1 9,3 9,1
davon:
deutsche Jugendliche 137.412 136.092 1.320 1,0 6,8 7,1
nichtdeutsche Jugendliche 50.845 39.687 11.158 28,1 2,5 2,1
Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre) 148.638 145.963 2.675 1,8 7,4 7,6
davon:
deutsche Heranwachsende 102.275 106.713 -4.438 -4,2 5,1 5,6
nichtdeutsche Heranwachsende 46.363 39.250 7.113 18,1 2,3 2,0
Erwachsene (ab 21 Jahre) 1.589.259 1.515.056 74.203 4,9 78,8 78,8
davon:
deutsche Erwachsene 1.018.403 1.003.571 14.832 1,5 50,5 52,2
nichtdeutsche Erwachsene 570.856 511.485 59.371 11,6 28,3 26,6
TVBZ der Deutschen
Tatverdächtige insg. (ohne Kinder unter 8 Jahren) 1.982 1.954 28 1,4
Kinder 1.583 1.548 35 2,3
Jugendliche 5.164 5.093 71 1,4
Heranwachsende 4.939 5.089 -150 -2,9
Erwachsene 1.757 1.724 33 1,9
PKS 2023 43
V1.0
8 Opfer
8.1 Überblick Opfer
8 – T01
Straftaten insgesamt
mit Opfererfassung
Anzahl Opfer
insgesamt
Veränderung
Anzahl Opfer
männlich weiblich
2023 2022 absolut in % 2023 2022 2023 2022
vollendet 1.165.979 1.075.067 90.912 +8,5 687.194 630.545 478.785 444.522
versucht 83.350 76.841 6.509 +8,5 54.208 49.172 29.142 27.669
insgesamt 1.249.329 1.151.908 97.421 +8,5 741.402 679.717 507.927 472.191
8 – T02
Straftaten insgesamt
mit Opfererfassung
Kinder Jugendliche Heranwachsende Erwachsene
< 14 14 < 18 18 < 21 ab 21
2023 2022 2023 2022 2023 2022 2023 2022
vollendet 92.979 82.648 99.303 88.140 79.787 78.302 893.910 825.977
versucht 6.113 5.453 7.051 6.017 5.348 5.149 64.838 60.222
insgesamt 99.092 88.101 106.354 94.157 85.135 83.451 958.748 886.199
8 – T03
Straftaten insgesamt
mit Opfererfassung
Deutsche Opfer Nichtdeutsche Opfer
Nichtdeutsche Opfer
mit Status „Zuwanderer“
2023 2022 in % 2023 2022 in % 2023 2022 in %
vollendet 878.040 825.426 +6,4 287.939 249.641 +15,3 62.167 52.129 +19,3
versucht 61.194 57.367 +6,7 22.156 19.474 +13,8 4.419 3.800 +16,3
insgesamt 939.234 882.793 +6,4 310.095 269.115 +15,2 66.586 55.929 +19,1
Im Berichtsjahr 2023 wurden im Zusammenhang mit Straftaten, bei denen eine Opfererfassung vorge-
sehen ist, insgesamt 1.249.329 Opfer erfasst, davon 939.234 deutsche und 310.095 nichtdeutsche Opfer.
Unter den Opfern mit ausländischer Staatsangehörigkeit waren 66.586 Zuwanderinnen und Zuwande-
rer.
44 PKS 2023
V1.0
8.2 Altersstruktur und Geschlecht der Opfer
8 – T03 – Teil 1
Schlüssel ausgewählte Straftaten/-gruppen
Opfer
insgesamt
Anteil an allen Opfern in Prozent
Geschlecht Altersgruppe
Anzahl
männ-
lich
weib-
lich
Kinder
Jugendli-
che
Heran-
wach-
sende
Erwach-
sene
ab 21
------
Straftaten insgesamt
mit Opfererfassung
vollendet 1.165.979 58,9 41,1 8,0 8,5 6,8 76,7
versucht 83.350 65,0 35,0 7,3 8,5 6,4 77,8
insgesamt 1.249.329 59,3 40,7 7,9 8,5 6,8 76,7
892500
Mord, Totschlag und Tötung auf
Verlangen
vollendet 676 49,9 50,1 9,8 2,1 2,4 85,8
versucht 2.182 73,1 26,9 3,9 4,9 6,5 84,7
insgesamt 2.858 67,6 32,4 5,3 4,2 5,5 85,0
110000
Straftaten gg. die sexuelle Selbst-
bestimmung §§174, 174a, 174b,
174c, 177, 178, 184i 184j StGB
vollendet 38.736 8,1 91,9 6,4 25,7 15,4 52,6
versucht 1.938 8,2 91,8 2,8 19,2 12,8 65,2
insgesamt 40.674 8,1 91,9 6,2 25,4 15,2 53,2
210000 Raubdelikte
vollendet 41.216 76,7 23,3 6,0 14,1 9,2 70,6
versucht 10.620 74,1 25,9 11,4 15,7 8,6 64,3
insgesamt 51.836 76,2 23,8 7,1 14,5 9,1 69,3
220000 Körperverletzung
vollendet 622.381 61,3 38,7 8,3 9,5 7,7 74,5
versucht 60.343 67,0 33,0 5,6 6,9 6,2 81,3
insgesamt 682.724 61,8 38,2 8,1 9,2 7,6 75,1
230000
Straftaten gegen die persönliche
Freiheit
vollendet 327.713 55,8 44,2 5,6 6,7 5,7 82,1
versucht 7.085 54,1 45,9 7,7 5,9 4,6 81,8
insgesamt 334.798 55,8 44,2 5,6 6,7 5,7 82,1
8 – T03 – Teil 2
Schlüssel ausgewählte Straftaten/-gruppen
Anteil an allen Opfern in Prozent
Erwachsene ab 21
21
< 25
25
< 30
30
< 40
40
< 50
50
< 60
60
< 70
70
< 80
80 und
älter
------
Straftaten insgesamt
mit Opfererfassung
vollendet 10,8 12,8 21,7 14,2 9,9 4,7 1,7 0,9
versucht 8,9 11,0 21,2 15,4 12,1 6,0 2,1 1,2
insgesamt 10,7 12,6 21,7 14,3 10,1 4,8 1,7 0,9
892500
Mord, Totschlag und Tötung auf Ver-
langen
vollendet 5,2 5,6 19,7 14,2 13,5 7,8 7,7 12,1
versucht 9,9 13,3 24,4 15,1 11,1 5,4 2,9 2,6
insgesamt 8,8 11,5 23,3 14,9 11,7 6,0 4,0 4,9
110000
Straftaten gg. die sexuelle Selbst-
bestimmung §§174, 174a, 174b, 174c,
177, 178, 184i 184j StGB
vollendet 13,7 11,1 14,3 7,1 3,7 1,4 0,6 0,8
versucht 13,7 12,1 19,4 10,7 5,7 1,4 0,8 1,4
insgesamt 13,7 11,1 14,5 7,2 3,8 1,4 0,6 0,8
210000 Raubdelikte
vollendet 10,0 10,4 18,3 13,1 10,0 4,7 2,1 2,0
versucht 8,6 9,2 14,8 11,6 10,2 5,9 2,2 1,9
insgesamt 9,7 10,1 17,6 12,8 10,0 5,0 2,1 1,9
220000 Körperverletzung
vollendet 10,3 11,7 21,5 14,4 9,4 4,5 1,7 1,0
versucht 9,2 11,7 22,5 16,3 12,3 6,2 2,1 1,0
insgesamt 10,2 11,7 21,6 14,5 9,7 4,6 1,7 1,0
230000
Straftaten gegen die persönliche
Freiheit
vollendet 8,4 10,5 22,5 17,0 13,6 7,0 2,4 0,8
versucht 6,7 8,2 22,9 16,9 17,0 6,9 2,2 1,0
insgesamt 8,4 10,5 22,5 17,0 13,7 7,0 2,4 0,8
PKS 2023 45
V1.0
8.3 Nichtdeutsche Opfer nach Staatsangehörigkeit
Die 310.095 nichtdeutschen Opfer (24,8 Prozent an allen Opfern) hatten folgende Staatsangehörigkei-
ten:
8 – T04
Staatsangerigkeit
Opfer
Anzahl
Anteil an den
nichtdeutschen
Opfern
in Prozent
Nichtdeutsche Opfer insgesamt 310.095 100,0
darunter:
Syrien 34.422 11,1
rkei 30.523 9,8
Polen 20.006 6,5
Ukraine 18.394 5,9
Afghanistan 17.273 5,6
Rumänien 17.271 5,6
Bulgarien 11.545 3,7
Irak 11.194 3,6
Italien 9.088 2,9
Serbien 8.179 2,6
Iran 6.764 2,2
Russische Föderation 5.393 1,7
Kosovo 5.365 1,7
Kroatien 4.787 1,5
Marokko 4.726 1,5
Griechenland 4.496 1,4
Bosnien und Herzegowina 3.948 1,3
Nordmazedonien 3.465 1,1
Tunesien 3.426 1,1
Somalia 3.255 1,0
Nigeria 3.072 1,0
Algerien 2.854 0,9
Spanien 2.586 0,8
Ungarn 2.452 0,8
Eritrea 2.372 0,8
*)
Sonstige 73.239 23,6
*) einschließlich ungekrter Staatsangehörigkeiten sowie Staatenlose.
46 PKS 2023
V1.0
8.4 Vollstreckungsbeamtinnen und -beamte sowie Polizeivollzugsbeamtinnen
und -beamte (PVB) als Opfer
8 – T05
Schlüssel ausgewählte Straftaten/-gruppen
Opfer
insgesamt
Anzahl
Vollstreckungsbeamte*/Rettungsdienst-/Feuerwehrkräfte
insgesamt männlich weiblich
darunter:
Vollstre-
ckungsbe-
amte*
darunter:
PVB
------
Straftaten insgesamt mit
Opfererfassung
vollendet 1.165.979 115.306 89.180 26.126 111.503 104.180
versucht 83.350 3.534 2.571 963 3.207 2.116
insgesamt 1.249.329 118.840 91.751 27.089 114.710 106.296
010000 Mord
vollendet 299
2
19
2 0 0 0
versucht 717 40 30 10 34 30
insgesamt 1.016 42 32 10 34 30
020010 Totschlag
vollendet 359 0 0 0 0 0
versucht 1.458 46 37 9 46 39
insgesamt 1.817 46 37 9 46 39
210000
Raub, räuberische Erpressung
und räuberischer Angriff auf
Kraftfahrer
vollendet 41.216 113 79 34 107 94
versucht 10.620 68 60 8 68 54
insgesamt 51.836 181 139 42 175 148
222000
gefährliche und schwere
rperverletzung
vollendet 158.345 1.338 1.033 305 1.227 1.046
versucht 29.861 1.710 1.330 380 1.575 1.358
insgesamt 188.206 3.048 2.363 685 2.802 2.404
224000
vorsätzliche einfache
rperverletzung
vollendet 431.750 2.218 1.652 566 1.783 1.463
versucht 30.387 644 497 147 479 372
insgesamt 462.137 2.862 2.149 713 2.262 1.835
**)
232300 Bedrohung vollendet 220.995 9.859 7.587 2.272 9.141 7.929
***)
621110 Widerstand vollendet 58.935 57.447 44.934 12.513 57.049 54.028
***)
621120 tätlicher Angriff vollendet 42.302 41.697 32.030 9.667 39.934 37.888
*)
Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen im Sinne der §§ 113, 114 StGB sowie Vollstreckungsbeamten gleichstehende
Personen gemäß § 115 StGB mit Ausnahme der Rettungsdienste
**)
Keine Versuchsstrafbarkeit bei Bedrohung, Widerstand und tätlichem Angriff.
***)
621110 Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen §§ 113, 115 StGB
621120 tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen §§ 114, 115 StGB
Im Vergleich zum Vorjahr wurden bei der Gruppe der PVB insgesamt 106.296 Opfer registriert. Dies be-
deutet einen Anstieg um 9.622 Opfer oder 10,0 Prozent gegenüber 2022 (96.674)
20
.
104.180 PVB wurden Opfer vollendeter Taten. Dies ist ein Anstieg um 9.777 Opfer oder 10,4 Prozent
gegenüber 2022 (94.403).
19
Fehlerfassung zweier Feuerwehrmänner als Opfer bei einem vollendeten Mord.
20
79 Opfer aus Sachsen-Anhalt sind aus programmiertechnischen Gründen in den Gesamtzahlen nicht enthalten; diese verteilen sich delikts-
spezifisch wie folgt: je ein Opfer bei Freiheitsberaubung und Nötigung, 5 Opfer bei Bedrohung, 51 Opfer bei Widerstand und 21 Opfer bei
tätlichem Angriff; vgl. Lagebild Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte 2022
PKS 2023 47
V1.0
Schwerste Gewaltdelikte wie „Mord“, „Totschlag oder „Raub“ machen weiterhin nur einen sehr gerin-
gen Anteil bei der Opfergruppe PVB aus. Bei den übrigen Straftatengruppen waren hier folgende Verän-
derungen zu verzeichnen:
tätlicher Angriff
+10,7
% (2022:
34.218
)
Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte
+10,3
%
(2022:
48.980)
vorsätzliche einfache Körperverletzung +9,6
% (2022:
1.674
)
Bedrohung
+6,3
%
(2022:
7.457)
gefährliche und schwere Körperverletzung
-9,9
%
(2022:
2.669)
48 PKS 2023
V1.0
9 Erläuterungen zu den Tabellen
Auf der BKA Homepage sind die veröffentlichten Tabellen über folgende Möglichkeiten erschließbar:
Räumliche Gliederung
Die Tabellen werden nach den räumlichen Ordnungskriterien Bund, Länder, Kreise und Städte struktu-
riert und innerhalb eines Ordnungskriteriums nach Fall, Tatverdächtige und Opfer sortiert. Innerhalb
eines Ordnungskriteriums sind Erweiterungen/Kürzungen möglich.
Dateiformate: Excel, CSV
Thematische Gliederung
Die Tabellen werden nach den thematischen Ordnungskriterien Fall, Tatverdächtige, Opfer und Belas-
tungszahlen strukturiert und innerhalb eines Ordnungskriteriums nach Bund, Länder, Kreise und Sdte
sortiert. Innerhalb eines Ordnungskriteriums sind Erweiterungen/Kürzungen möglich.
Dateiformate: Excel, CSV
Zeitreihen
Über einen längeren Zeitraum werden die jeweiligen Werte zu den einzelnen Straftaten/-gruppen für
die Bereiche Fälle, Tatverdächtige, Opfer und Belastungszahlen aufgelistet.
Dateiformate: Excel, CSV
Bevölkerungszahlen
In diesem Abschnitt werden die vom Statistischen Bundesamt zur Vergung gestellten Bevölkerungs-
daten veröffentlicht, wie sie für die Berechnung der Belastungszahlen genutzt werden (z.B. Wohnbevöl-
kerung insgesamt nach Alter, Deutsche Wohnbevölkerung nach Alter).
Dateiformate: Excel, PDF
Alle Tabellen im Excel-Format tragen einen Tabellennamen, ein Erstellungsdatum sowie eine Versions-
nummer. Sofern ein Austausch erforderlich ist, wird dieser in einem Änderungsnachweis dokumentiert.
Die „Ersatz“-Tabelle erhält eine neue Versionsnummer.
PKS 2023 49
V1.0
10 Glossar und Abkürzungsverzeichnis
10.1 Glossar
Die nachfolgenden Erläuterungen basieren auf denr die PKS-Erfassung geltenden Vorschriften, stel-
len jedoch nur einen Auszug aus den im Zusammenhang mit der PKS benutzten Begrifflichkeiten dar.
Eine vollständige Information hierzu ist in den „Richtlinien zur Führung der Polizeilichen Kriminalstatis-
tik“ (PKS Richtlinien) bzw. im dazugehörigen Definitionskatalog enthalten. Siehe BKA Homepage (Aktu-
elle Informationen/Statistiken und Lagebilder/PKS 2022).
Altersgruppen
sind wie folgt definiert:
Kinder (unter 14 Jahre), Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre), Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre) und
Erwachsene (ab 21 Jahre). Die Altersgruppe der Erwachsenen wird zutzlich unterteilt in Jungerwach-
sene (21 bis unter 25 Jahre), Erwachsene ab 25 bis unter 30 Jahre, Erwachsene zwischen 30 und 80 Jah-
ren in Altersstufen von 10 Jahren sowie Erwachsene ab 80 Jahren.
Aufgeklärter Fall
Siehe Fall
Aufklärungsquote (AQ)
Siehe Kriminalitätsquotienten
Ausländerrechtliche Verstöße
Bezeichnung wird als Kurzform für „Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das Freizügig-
keitsgesetz/EU“ verwendet.
Bekannt gewordener Fall
Siehe Fall
Bevölkerung/Bevölkerungszahlen
Bezeichnung für alle in Deutschland gemeldeten (in amtlichen Melderegistern erfassten) Personen.
Dazu zählen sowohl deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger als auch Personen, die nicht die
deutsche Staatsbürgerschaft haben, sofern sie nach Bundesmeldegesetz meldepflichtig sind und dieser
Pflicht auch nachgekommen sind (siehe auch Bundesmeldegesetz).
Nicht erfasst sind Stationierungsstreitkräfte und deren Angehörige, Pendlerinnen und Pendler, Durch-
reisende, Touristinnen und Touristen, Personen, die sich kürzer als drei Monate in Deutschland aufhal-
ten, sowie Personen, die sich unerlaubt in Deutschland aufhalten.
Die im Zusammenhang mit der PKS verwendeten Bevölkerungszahlen werden vom Statistischen Bun-
desamt zur Verfügung gestellt.
Informationen zu Bevölkerungszahlen sind auf der Homepage des Statistischen Bundesamtes
(www.destatis.de) veröffentlicht.
darunter
Siehe Statistikbegriffe
davon
Siehe Statistikbegriffe
Fall
In der PKS werden nur Fälle erfasst, die hinreichend konkretisiert sind:
Dazu müssen überprüfte Anhaltspunkte zu
- dem Tatbestand (Erfüllung aller Tatbestandsmerkmale einer Strafrechtsnorm),
- dem Tatort und
- der Tatzeit / dem Tatzeitraum (mindestens das Jahr)
vorliegen.
50 PKS 2023
V1.0
Vage, nicht überpfbare Angaben allein insbesondere über die Zahl begangener (Straf-) Taten rei-
chen nicht aus, um als Fall in die PKS aufgenommen zu werden.
Bei Großverfahren (z. B. Betrug) sind entsprechend den Erfassungsregeln nur durchermittelte Vorgänge
gemäß der Anzahl der unmittelbar Betroffenen (nicht nur anhand von Kundenkarteien) für die PKS zu
erfassen.
Bekannt gewordener Fall
ist jede im Katalog aufgeführte rechtswidrige (Straf-) Tat einschließlich der mit Strafe bedrohten
Versuche, denen eine (kriminal-) polizeilich bearbeitete Anzeige zugrunde liegt.
Aufgeklärter Fall
ist die Straftat, die nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis mindestens eine Tatverdächtige
oder ein Tatverdächtiger begangen hat, von dem grundsätzlich die rechtmäßigen Personalien
(z.B. mittels Ausweisdokument, erkennungsdienstliche Behandlung etc.) bekannt sind.
Häufigkeitszahl (HZ)
Siehe Kriminalitätsquotienten
Handlungsort
siehe Tatort
Kriminalitätsquotienten
sind die aus absoluten Zahlen zur vergleichenden Beurteilung der Kriminalität errechneten Werte.
Aufklärungsquote (AQ)
bezeichnet in Hundertteilen das Verhältnis von aufgeklärten zu bekannt gewordenen Fällen im
Berichtszeitraum.
AQ =
aufgeklärte Fälle x 100
─────────────────────
bekannt gewordene Fälle
Häufigkeitszahl (HZ)
ist die Zahl der bekannt gewordenen Fälle insgesamt oder innerhalb einzelner Deliktsarten, er-
rechnet auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner (Stichtag ist jeweils der 31.12.des Vorjah-
res zum Berichtsjahr, ersatzweise der zuletzt vergbare, der dann besonders benannt ist). Sie
drückt die durch die Kriminalität verursachte Gefährdung aus.
HZ =
Straftaten x 100.000
─────────────────────
Einwohnerzahl
Hinweis:
Die Aussagekraft der Häufigkeitszahl wird dadurch beeinträchtigt, dass nur ein Teil der began-
genen Straftaten der Polizei bekannt wird, und dass u.a. Stationierungsstreitkräfte, ausländische
Durchreisende, Touristinnen und Touristen, Besucherinnen und Besucher und grenzüberschrei-
tende Berufspendlerinnen und Berufspendler sowie Nichtdeutsche, die sich unerlaubt im Bun-
desgebiet aufhalten, in der Einwohnerzahl der Bundesrepublik Deutschland nicht enthalten
sind. Straftaten, die von diesem Personenkreis begangen wurden, werden aber in der Polizeili-
chen Kriminalstatistik gezählt.
PKS 2023 51
V1.0
Steigerungsrate (SR)
gibt die prozentuale Veränderung von z.B. Fällen oder Häufigkeitszahlen für die Gesamtkrimina-
lität oder einzelner Deliktsarten zwischen verschiedenen Berichtszeiträumen an. Eine positive
Steigerungsrate bedeutet einen Zuwachs, eine negative Steigerungsrate eine Abnahme bei z.B.
Fällen bzw. Häufigkeitszahlen.
SR =
(Berichtsjahr - Vorjahr) x 100
─────────────────────
Vorjahr
Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ)
ist die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen, errechnet auf 100.000 Einwohnerinnen und Ein-
wohner des entsprechenden Bevölkerungsanteils, jeweils ohne Kinder unter 8 Jahren. (Stichtag
ist jeweils der 31.12. des Vorjahres zum Berichtsjahr.)
TVBZ =
Tatverdächtige ab 8 Jahren x 100.000
─────────────────────
Einwohnerzahl ab 8 Jahren
Oberschlüssel
Siehe Schlüssel
Opfer
sind natürliche Personen, gegen die sich die mit Strafe bedrohte Handlung unmittelbar richtete.
Opfer sind Geschädigte/unmittelbar Betroffene speziell definierter Delikte gegen höchstpersönliche
Rechtster (Leben, körperliche Unversehrtheit, Freiheit, Ehre, sexuelle Selbstbestimmung) und Wider-
standsdelikte, soweit diese im Straftatenkatalog zur Opfererfassung („O“) gekennzeichnet sind.
Politisch motivierte Kriminalität (PMK)
Staatsschutzdelikte gem. §§ 80a–83, 8486a, 8791, 94100a, 102, 104, 105108e, 109109h, 129ab,
130, 192a, 234a und 241a StGB sowie Tatbestände des Völkerstrafgesetzbuches (VStGB) werden in der
PKS nicht erfasst. Delikte der allgemeinen Kriminalität, die dem Definitionssystem politisch motivierte
Kriminalität zuzuordnen sind, sind jedoch auch in der allgemeinen Polizeilichen Kriminalstatistik zu er-
fassen.
Schssel
Eindeutige Kennzeichnung einer Straftat bzw. einer Straftatengruppe gemäß PKS-Straftatenkatalog. Die
in der PKS verwendeten Schlüssel sind sechsstellig. Die Bezeichnung einer Straftat gemäß PKS orien-
tiert sich nicht ausschließlich an der Rechtsnorm, sondern kann zusätzliche Merkmale (z.B. Tatörtlich-
keit, erstrebtes/erlangtes Gut) enthalten (z.B. 371000 einfacher Diebstahl von Betäubungsmitteln aus
Apotheken).
Oberschlüssel
Zusammenfassung mehrerer Schlüssel zu einer Straftatengruppe gemäß Hierarchie der einzel-
nen Straftaten (der Schlüssel 211000 fasst beispielsweise alle Raubdelikte zusammen).
Summenschlüssel
Zusammenfassung mehrerer Schlüssel zu einer Straftatengruppe gemäß fachlich definierter An-
forderung. Eine Übersicht über alle Summenschlüssel ist auf der BKA Homepage abrufbar.
Schusswaffe
Als Schusswaffe im Sinne von geschossenund mitgehrtgelten nur Schusswaffen gemäß § 1 Waf-
fengesetz. Nicht zu erfassen ist das „Mitführen“ von Schusswaffen bei solchen Personen, die dazu bei
rechtmäßiger Dienstausübung ermächtigt sind und gegen die Anzeige als Folge der Dienstausübung er-
stattet wurde.
Mit einer Schusswaffe gedrohtist dann zu erfassen, wenn wenigstens ein Opfer sich subjektiv bedroht
fühlt (hier z.B. auch durch eine Spielzeugpistole).
52 PKS 2023
V1.0
Ein Mitführen von Schusswaffen ist dann zu registrieren, wenn die bzw. der Tatverdächtige die Schuss-
waffe bei der Tatausführung bei sich hatte. Der Vorsatz, die Schusswaffe zu verwenden, ist nicht erfor-
derlich.
Statistikbegriffe
Gemäß DIN 55 301 „Gestaltung statistischer Tabellen“ wird bei der Aufteilung einer Gesamtheit unter-
schieden zwischen Aufgliederung (dargestellt durch den Begriff „davon“), Ausgliederung (dargestellt
durch den Begriff „darunter“) und Zergliederung (dargestellt durch den Begriff „und zwar“). Bezogen
auf die PKS bedeutet dies:
davon
Sämtliche dem Oberschlüssel/Summenschlüssel zugeordnete Schlüssel sind aufgeführt. Die
Addition der zu den Schlüsseln gehörenden Zahlenwerte ergibt in Summe den Wert des Ober-
schlüssels/Summenschlüssels.
Diese Aussage gilt analog auch bei Tatverdächtigen und Opfern.
darunter
Nur eine Auswahl (Teilmenge) der dem Oberschssel/Summenschlüssel zugeordneten Schlüs-
sel ist aufgeführt. Die Addition der zu den Schlüsseln gehörenden Zahlenwerte ergibt nicht in
Summe den Wert des Oberschlüssels/Summenschlüssels.
Diese Aussage gilt analog auch bei Tatverdächtigen und Opfern.
und zwar
Die aufgeführten Schlüssel stammen aus unterschiedlichen Gliederungsbereichen und werden
neu zusammengefügt.
Diese Aussage gilt analog auch bei Tatverdächtigen und Opfern.
Diese Aussagen gelten bei Fällen und bei Opfern. Bei Tatverdächtigen müssen zusätzlich die Regeln der
„Echttatverdächtigenzählung“ berücksichtigt werden (siehe Tatverdächtigenzählung auf Bundesebene).
Die Begriffe davon“, „darunter“ bzw. „und zwar“ sind entbehrlich, wenn die Aussage auch ohne sie ein-
deutig ist.
Steigerungsrate (SR
)
Siehe Kriminalitätsquotienten bzw. Veränderung
Straftatenkatalog
Katalogisierte Auflistung der für die Erfassung und Ausgabe zulässigen Straftatenschlüssel (hierarchisch
geordnet
).
Summenschlüssel
Siehe Schlüssel
Tatort
ist die politische Gemeinde in der Bundesrepublik Deutschland, in der die rechtswidrige (Straf-) Tat be-
gangen wurde. In der polizeilichen Kriminalstatistik ist der Tatort grundsätzlich der Ort, an dem die
bzw. der Tatverdächtige gehandelt hat (Handlungsort).
Tatverdächtige, Tatverdächtiger
ist jede Person, die nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis aufgrund zureichender tatsächlicher
Anhaltspunkte verdächtig ist, eine rechtswidrige (Straf-)Tat begangen zu haben. Dazu zählen auch Mit-
täterinnen und Mittäter, Anstifterinnen und Anstifter sowie Gehilfinnen und Gehilfen.
Zu beachten ist ferner, dass Schuldausschließungsgründe oder mangelnde Deliktsfähigkeit bei der Tat-
verdächtigenerfassung für die Polizeiliche Kriminalstatistik nicht berücksichtigt werden. So sind in der
Gesamtzahl z.B. auch die strafunmündigen Kinder unter 14 Jahren enthalten. Als tatverdächtig wird
auch erfasst, wer wegen Tod, Krankheit oder Flucht nicht verurteilt werden kann.
PKS 2023 53
V1.0
Tatverdächtige (nichtdeutsche)
sind Personen ausländischer Staatsangehörigkeit, Staatenlose und Personen, bei denen die Staatsange-
hörigkeit ungeklärt ist oder keine Angaben zur Staatsangehörigkeit vorliegen. Personen, die sowohl die
deutsche als auch eine andere Staatsangehörigkeit besitzen, sind Deutsche.
Tatverdächtige Zuwanderinnen und Zuwanderer
sind Personen mit Aufenthaltsanlass „Asylbewerber“, „Schutz- und Asylberechtigte, Kontingentflücht-
linge, „Duldung“, oder „unerlaubter Aufenthalt“.
Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ)
Siehe Kriminalitätsquotienten
Tatverdächtigenzählung auf Bundesebene
Die im Jahr 2009 auf Bundesebene eingeführte „echte“ Tatverdächtigenzählung bedeutet, dass eine
Person, die in mehreren Bundesländern registriert wurde, in den Tatverdächtigenzahlen der PKS nicht
mehrfach, sondern nur als eine Tatverdächtige/ein Tatverchtiger ausgewiesen wird. Die Umstellung
auf diese Zählweise erlaubt keinen Vergleich der Tatverdächtigenzahlen mit den Jahren vor 2009.
Werden einer Tatverchtigen/einem Tatverdächtigen im Berichtszeitraum mehrere Fälle verschiede-
ner Straftatenschlüssel zugeordnet, wird sie oder er für jede Gruppe gesondert, für die entsprechenden
übergeordneten Straftatengruppen bzw. für die Gesamtzahl der Straftaten hingegen nur einmal gezählt.
Die Tatverdächtigen bei den einzelnen Straftaten/-gruppen lassen sich daher nicht zur Gesamtzahl der
Tatverdächtigen addieren.
Wird dieselbe/derselbe Tatverdächtige innerhalb eines Berichtszeitraumes mit unterschiedlicher Staats-
angehörigkeit ermittelt, so wird sie oder er zu dem aktuellsten Merkmal gezählt. Analog wird beim Auf-
enthaltsanlass nichtdeutscher Tatverchtiger verfahren.
Tatzeit
ist der Zeitpunkt, zu dem die Straftat begangen wurde. Bei Straftaten, die sich über Zeiträume erstre-
cken oder innerhalb von Zeiträumen begangen wurden, gilt das Ende des Zeitraumes als Tatzeit. Wenn
nicht mindestens das Jahr bestimmbar ist, gilt die Tatzeit als unbekannt.
und zwar
Siehe Statistikbegriffe
Veränderung
gibt die absolute und/oder die prozentuale Veränderung von z.B. Fällen oder Häufigkeitszahlen für die
Gesamtkriminalität oder einzelner Deliktsarten zwischen verschiedenen Berichtszeitumen an. Siehe
auch Steigerungsrate.
54 PKS 2023
V1.0
10.2 Abkürzungsverzeichnis
A
Abs.
Absatz
AQ
Aufklärungsquote, siehe Glossar
AufenthG
Aufenthaltsgesetz
ausl.
ausländerrechtlich
B
BKA
Bundeskriminalamt
bspw.
beispielsweise
bzw.
beziehungsweise
C
CSV
Das Dateiformat CSV steht für Comma-separated values (seltener Character-se-
parated values) und beschreibt den Aufbau einer Textdatei zur Speicherung oder
zum Austausch einfach strukturierter Daten.
D
E
einschl. einschließlich
F
G
ggf.
gegebenenfalls
H
HZ Häufigkeitszahl, siehe Glossar
I
i. Z. m.
im Zusammenhang mit
inkl.
inklusive
insg.
insgesamt
J
K
L
M
N
NCMEC National Center of Missing and Exploited Children
NPS
Neue psychoaktive Stoffe
Nr.
Nummer
O
P
PDF
Das Portable Document Format (kurz PDF; deutsch: (trans)portables Dokumen-
tenformat) ist ein plattformunabhängiges Dateiformat für Dateien.
PKS
Polizeiliche Kriminalstatistik
Q
R
rechtsw. rechtswidrig
PKS 2023 55
V1.0
S
s. o.
siehe oben
SR
Steigerungsrate, siehe Glossar
StGB
Strafgesetzbuch
StVG
Straßenverkehrsgesetz
SCH
T
TV
Tatverdächtige, Tatverdächtiger, Tatverdächtige (Plural), abhängig vom Kontext
TVBZ
Tatverdächtigenbelastungszahl
U
V
Veränderung
W
X
Y
Z
z. B.
zum Beispiel
z. T. zum Teil
V1.0
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Stand:
März 2024
V1.0
Bildnachweis
Bundesministerium des Innern und für Heimat: Seite 1
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