Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025
Mitursächlich für den Rückgang der Fall- und Tatverdächtigenzahlen ist die Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen Zubereitungen seit dem 01.04.2024. Ein möglicher Erklärungsfaktor für den Rückgang der Fall- und Tatverdächtigenzahlen ist die rückläufige Intensität des Migrationsgeschehens. Hier hatte sich in den Vorjahren ein statistischer Zusammenhang insbesondere mit einer steigenden Zahl der Tatverdächtigen ohne deutsche Staatsangehörigkeit gezeigt, der angesichts des deutlichen Anwachsens dieser Bevölkerungsgruppe innerhalb kurzer Zeit auch plausibel ist. 2025 ist das Migrationsgeschehen weiter zurückgegangen. Die zur Begrenzung der irregulären Migration ergriffenen Maßnahmen können hierzu beigetragen haben.
Darüber hinaus stehen weitere Faktoren in Zusammenhang mit dem Kriminalitätsgeschehen – beispielsweise inflationsbedingte Sorgen in der Bevölkerung. In Deutschland war der Anteil der Menschen, die Inflation und Preise als Problem wahrnahmen, in den Jahren 2022 und 2023 deutlich erhöht. Dies fiel mit einer deliktsübergreifenden Zunahme im Kriminalitätsaufkommen zusammen – unter anderem bei Gewaltkriminalität und Ladendiebstahl. Auch in der internationalen kriminologischen Forschung wird Inflation mit Veränderungen im Straftatenaufkommen in Verbindung gebracht (Rosenfeld & Vogel, 2023; Rosenfeld et al., 2019). In den Jahren 2024 und 2025 lagen inflationsbedingte Sorgen in Deutschland, wie auch die Inflation selbst, wieder auf deutlich niedrigerem Niveau.
Auch die Alltagsmobilität der Menschen hängt mit dem Kriminalitätsaufkommen zusammen, da eine höhere Mobilität mit mehr Tatgelegenheiten im öffentlichen Raum einhergeht. Sie war nach dem Ende der Covid-19-bedingten Kontaktbeschränkungen in den Jahren 2022 und 2023 wieder merklich angestiegen, was die deutlichen Anstiege in den Kriminalitätszahlen dieser beiden Jahre ebenfalls in Teilen erklären kann (Hoeboer et al., 2024). 2024 und 2025 sind keine vergleichbaren Veränderungen in der Alltagsmobilität in Deutschland zu beobachten.
Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße
| Schlüssel | Fälle | Trend | 2025 | 2024 | Veränderung | Anteil an erf. Fälle in % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl | 890000 | | 5.303.348 | 5.550.106 | -246.758 | -4,4 |
| aufgeklärte Fälle | | 2.986.126 | 3.103.762 | -117.636 | -3,8 |
Tatverdächtige (TV)
| Tatverdächtige (TV) | Trend | 2025 | 2024 | Veränderung | Anteil an TV insg. in % |
|---|---|---|---|---|---|
| Tatverdächtige (TV) | | 1.908.383 | 1.967.731 | -59.348 | 100,0 |
| deutsche TV | | 1.230.432 | 1.270.858 | -40.426 | 64,5 |
| nichtdeutsche TV | | 677.951 | 696.873 | -18.922 | 35,5 |
| darunter Zuwanderinnen/Zuwanderer | | 156.335 | 172.203 | -15.868 | 8,2 |
Kriminalitätsquotienten
| Trend | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Aufklärungsquote | 56,3 | 55,9 |